Hans Nieswandt, Wahlkölner, begnadeter House-DJ und versierter Musik-Journalist (früher bei SPEX), legt mit "Plus Minus Acht" eine nette Lektüre für regnerische Tage, gemütliche Abende und lange Zugfahrten vor, die nicht nur die House-Crowd begeistern wird.
In plauderndem Tonfall berichtet Nieswandt vom Arbeitsalltag eines Plattenauflegers und zeitweiligen Popstars: Für Glamour bleibt da nur wenig Platz - im Vordergrund stehen vergnügliche Anekdoten und ein manchmal entlarvend-ironischer Blick auf das Wesen nächtlicher Partykultur.
"Plus Minus Acht" ist dabei mehr als das Tagebuch eines der populärsten deutschen House-DJs. Nieswandts Berichte aus dem Clublife, dem Studio und den Waggons der Deutschen Bahn zeichnen auch ein interessantes Bild einer musikalischen Sozialisation von Punk bis House. Seinen ersten Berührungen mit den Turntables im provinziellen JUZ räumt der Autor ebenso viel Raum ein wie seinem Gastspiel auf der Love Parade, zweifelhaften Engagements bei gar nicht so großen Großveranstaltungen, seinen Auslandsmissionen im Auftrag des Goethe Instituts oder dem schlichten Brötchen-Verdienen vor undankbarem Publikum.
Nieswandt entführt seine Leser auf einen Trip von Ulm über das schillernde Hamburg der späten 80er Jahre bis ins abenteuerliche Johannisburg. In lockerem Plauderton unterhält Nieswandt, statt anzugeben, entwirrt popkulturelle Verknüpfungen und wird sicherlich auch die Erinnerung seines Publikums an einige denkwürdige und amüsante Nächte auffrischen.
Ein netter Bonus: Hans Nieswandts Favourites-Listen im Anhang, sowie zahlreiche Fotos und Illustrationen.