Dieses Buch ist, trotzdem es leicht und rasch zu lesen ist, keine leichte Kost. Es läuft darauf hinaus, dass Entscheidungen zu treffen sind. Entscheidungen, die klar machen, wo ein Spiel endet oder wo Regeln beginnen müssen. Es zeigt aber auch, dass beides voneinander abhängig ist. Es gibt keine Spiele ohne Regeln und es gibt kein Reglement ohne Spiel. Denn letztlich will jeder gewinnen im Leben, seien es nun Gints oder Macht und mehr Land. Und läuft dann nicht alles schlussendlich auf dasselbe hinaus?
Dieses Buch hat keine expliziten Gewaltdarstellungen und begnügt sich zumeist mit Andeutungen, die etwas jüngeren Lesern nicht schaden, den älteren hingegen durchaus aufzeigen, wie eine Situation vermutlich weiter verlaufen oder ausgehen wird.
Dies macht das Buch nicht nur zu einer geeigneten Lektüre ab etwa zehn Jahren, sondern führt auch dazu, dass man es immer wieder zur Hand nehmen und lesen kann, und mit jedem Lebensjahr werden dem Leser neue Aspekte und neue Details auffallen, über die es nachzudenken gilt. Denn nachdenklich macht dieses Buch wirklich, allerdings ohne offensichtlich erhobenen Zeigefinger.
Die kühle Gestaltung des Covers und das auf ihm abgebildete Mädchen, das die Protagonistin Soni gut darstellt, ist ebenso passend zum Thema gewählt wie die serifenlose Schrift der 224 Seiten des Softcover-Buches, die das Lesen trotzdem nicht übermäßig erschwert.
Insgesamt ein starker Zukunftsroman mit viel Stoff zum Nachdenken und zum Diskutieren für Leser und Leserinnen ab etwa zehn Jahren und darüber hinaus. Kritisch, ohne zu langweilen und dennoch sehr unterhaltsam, auch wenn ich mir einige Charaktere, Situationen und Gegebenheiten umfassender dargestellt gewünscht hätte.