Die Neuauflage dieser empfehlenswerten Bewerbungsmappe unterscheidet sich von der überarbeiteten Ausgabe aus dem Jahr 2004 nur durch die Beilage einer CD-ROM. Aber außer dieser Dienstleistung drängten sich auch keine Änderungen auf. Und aufgrund meiner Erfahrungen mit Bewerbungen ist dieses Entgegenkommen nicht ohne Gefahr, können doch elektronische Vorlagen die Versuchung steigern, auf individuelle Anpassungen zu verzichten. Wer dieser Versuchung jedoch nicht erliegt, wird gegenüber seinen Mitbewerbern einen klaren Wettbewerbsvorteil haben. Der Grund ist einfach: Hesse/Schrader gehen davon aus, dass man sich auf dem Arbeitsmarkt verkaufen muss und deshalb die wichtigsten Regeln des Selbstmarketings befolgen sollte. Nebst diesen Regeln finden sich aber vor allem viele Beispiele, die den Praxistest bereits hinter sich haben. Die 17 Musterbewerbungen decken ein breites Berufsspektrum ab und sind mit ausgezeichneten Kommentaren versehen.
Das erfahrene Verfasserduo scheut sich nicht vor unangenehmen Belehrungen. Wenn der Kollege ein Portrait cool findet, heißt das noch lange nicht, dass der lustige Digitalschnappschuss auch bei Personalverantwortlichen ankommt. Wer einen Ausbildungsplatz sucht, muss auch zu kleineren Investitionen bereit sein. Dazu gehören ein qualitativ erstklassiges Selbstportrait, hochwertige Papiere und ansehnliche Mappen. Wie unterschiedlich die grafische Gestaltung eigener Verkaufsunterlagen aussehen kann, zeigen die verschiedenen Vorlagen auf eindrückliche Weise.
Mein Fazit: Mit dieser Bewerbungsmappe sollte man es schaffen, seine Unterlagen so zu texten und zu gestalten, dass die weniger informierte Konkurrenz das Nachsehen hat. Was auf den 94 Seiten an Wissen und Tipps geboten wird, findet sich zudem auf der beigelegten CD-ROM wieder.