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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
11 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Informative Biografie des Bundeskanzlers,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der Weg nach oben. Gerhard Schröder. Eine politische Biografie (Gebundene Ausgabe)
Biografien schreiben sich nicht besonders einfach, erfordern Unmengen von Recherchen und Gesprächen mit Zeitzeugen und eine persönliche Einschätung der porträtierten Person durch die Autoren. Schon wenn eine dieser Anforderungen nicht erfüllt werden kann, wird das Buch vom unbefriedigten Leser wieder ins Regal zurückgestellt.Volker Herres und Klaus Waller haben auf keinem der Gebiete versagt, aber sich relativ deutlich auf die politische Biografie des Gerhard Schröder konzentriert, seine nicht vom politischen loszulösende persönliche Geschichte aber keineswegs außer acht gelassen. Sie beschreiben das Aufwachsen Gerhard Schröders in ärmlichen Verhältnissen und ohne die Möglichkeit, eine höhere Schule zu besuchen und den zähen Kampf Schröders durch die Lehre, um endlich das Abitur nachzumachen und studieren zu können. Wegen Mangel an Geld schlechter ausgebildet zu werden, dieser Gedanke hat ihn nicht losgelassen und zum Engagement in der SPD geführt. Von da an geht es Schlag auf Schlag. 1978 Bundesvorsitzender der Jusos, 1980 Bundestagsabgeordneter, 1986 Oppositionsführer und 1990 Ministerpräsident in Niedersachsen. Seitdem immer wieder Kandidat, wenn wichtigte Posten zu besetzen sind. Politische Siege und die wenigen politischen Niederlagen, die er heute, am Ziel seiner Träume angereicht, vergessen kann, haben Herres und Waller aufgelistet und beschrieben. Dabei sind sie immer wieder auf die Hintergründe in der Partei sowie die Persönlichkeit Schröders, der gern selbst seinen Hut in den Ring wirft und kämpft, eingegangen. Eine gelungene Biografie des Bundeskanzlers, die den Menschen Gerhard Schröder nähebringt und den politischen Hintergrund besser verstehen läßt. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.) Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Hagiographie im sachlichen Gewande,
Von
Rezension bezieht sich auf: Der Weg nach oben. Gerhard Schröder. Eine politische Biografie (Gebundene Ausgabe)
Der kleine Gerd, der uneheliche Sohn eines Kirmesarbeiters und einer Putzfrau, wird Lehrling in einem Gemischtwarenhandel von Lemgo. Es folgen die mittlere Reife in der Abendschule und schließlich der Versuch, auf dem Siegerland-Kolleg das Abitur nachzumachen. Der junge Gerd ist kein guter Schüler, aber er schafft es mit moderater Mühe. Obwohl ein guter Fußballspieler muss er nicht zur Bundeswehr, weil er der Sohn einer Kriegerwitwe ist, stattdessen beschäftigt er sich während seines Jura Studiums mit Marx und Engels, tritt in die SPD ein und trifft bei den Jusos die Figuren, die ihn den Rest seines Lebens begleiten werden: Heidemarie Wizcoreck-Zeul und Rudolf Scharping, schon damals seine Konkurrenten, Ottmar Schreiber, der von der JU zu den Jusos kam und Kai Uwe Benneter, seinen Antagonisten von der Stamokap Fraktion. Wie fast alle politisierten Studenten seiner Generation haut er mächtig auf die Pauke ohne etwas von dem zu verstehen, wovon er redet, aber das macht nichts, denn er versteht es, die Oberen der Partei derart zu nerven, man auf ihn aufmerksam wird. Nachdem er Juso Vorsitzender geworden ist, vollzieht sich sein Aufstieg geradezu kometenhaft: im Klima einer nach links gerückten Gutmenschen SPD wird er zum Starverteidiger von Horst Mahler, dann Bundestagsabgeordneter, Spitzenkandidat der SPD in Niedersachsen, ehe er 1990 die Landtagswahl gewinnt und als Ministerpräsident neben Lafontaine, Engholm und Scharping zum Mitglied der „Toskana Fraktion" aufsteigt. Es ist ein Leben auf der Überholspur, in dem die Überzeugungen kaum länger halten als die Ehen Schon nach drei Jahren verlässt Schröder seine erste Ehefrau Eva Schubach für die Französischlehrerin Anne Taschenmacher, die er wiederum neun Jahre später gegen Hiltrud Hampel ausgetauscht wird. Hiltrud Hampel, bekannter als die mondäne „Hillu" muss dann im Vorfeld des Aufstiegs zur Kanzlerschaft der jungen Journalistin Doris Köpf weichen, lauter Wechsel, die die Dynamik des Medienpolitikers in keiner Weise beeinträchtigen. Engholm, Scharping, Lafontaine, alle bleiben auf der Strecke und am Ende ist das Kind aus dem Volk dann Bundeskanzler. Happy end oder Realsatire? Beeindruckt und unbefriedigt zugleich legt man die flott geschriebnstand ene Biographie zur Seite. Man wird nicht behaupten können, dass sich das Buch sonderlich kritisch mit seinem Gegegenstand befasst. Immerhin aber bietet es eine gut lesbare Erfolgsgeschichte, die sich flott liest, auch wenn offen bleibt, ob es in erster Linie eine Erfolgsgeschichte für Gerd Schröder oder auch für Deutschland ist.
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