Die hilfreichsten Kundenrezensionen
|
|
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Düster, anders, großartig, 3. Mai 2008
Die Beats sind düster, rau geradezu kratzig und ungewöhnlich elektronisch. Sie wirken wie ein Gegenentwurf zu den aktuell dominierenden, fast schon überproduzierten Timbaland- aber auch Kanye-West-Beats. Die Songs gehen so nicht immer beim ersten Mal ins Ohr, dabei bleiben sie umso länger drin. Egal wie oft man sich das Album anhört, man findet immer wieder etwas Neues. Jedes Lied klingt anders und dennoch gibt es keinen Bruch, es wirkt wie ein Konzeptalbum. Birthday Girl fällt wie schon erwähnt heraus. Aus diesem Grund hat es der Titel nicht auf die US-Version geschafft. Netter Pop-Song, wenn man ihn nicht leiden kann, macht man den Player eben eher aus, ist ja (abgesehen von einem gesprochenen Outro) sowieso der letzte Song. Das einzig Ungewöhnliche ist die für The Roots große Anzahl an Gästen. Vielleicht sind ja einige Tracks schon bei den Arbeiten am Game Theory entstanden, schließlich wurde bereits damals über eine Zusammenarbeit mit Mos Def und Talib Kweli spekuliert u.a., welche danach aber nicht auf dem Album auftauchten. In jedem Fall sind die Gäste allesamt Hochkaräter in Topform. Den ersten Rap-part des Albums übernimmt Mos Def (der in diesen Sekunden besser ist, als auf de ganzen Tru3 Magic-Platte) im Track "Rising Down", ein absoluter Kracher, der die Richtung des Albums vorgibt. Weitere Highlights herauszupicken ist eigentlich unmöglich, weil dies erstens Geschmackssache ist und zweitens jedes Lied das Potenzial besitzt einen Rootsjünger daran zu hindern, den Kopf stillzuhalten. Für mich ist dieses Album deutlich stärker als das keineswegs missratene Game Theory. Es knüpft an The Tipping Point, es spielt mit Instrumenten, ungewöhnlichen Beats und bricht mit musikalischen Konventionen und ist insgesamt weniger poppig als der Vorgänger. Bei Game Theory hatte man ab und an ein wenig den Eindruck, Also trotz des Wechsels zu Def Jam nach The Tipping Point, sind die Songs nicht in erster Linie auf Charttauglichkeit ausgelegt. In Foren habe ich häufiger die Kritik gelesen, The Roots entfernen sich von ihrem organischen Sound. Das stimmt, aber ich verstehe das nicht als etwas Negatives. Organix und die Anderen sind perfekt, genau deswegen wäre ein Organix II überflüssig. Wenn ich Lust darauf habe (und das habe ich oft) greife ich in den CD-Schrank, aber momentan habe ich Lust auf was Neues, auf Rising Down!
|
|
|
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Pflicht., 27. April 2008
Vorneweg: "Birthday Girl" hat mit dem neuen Roots-Album eigentlich nicht allzuviel zu tun. Ich mein, ich freu mich, dass sich der Titel jetzt doch noch auf'm Album wiederfindet. Dachte schon, ich müsste ihn mir noch bei iTunes besorgen, der Vollständigkeit halber und weil ich ihn persönlich auch ziemlich geil finde. Aber wer mit der Einstellung ankommt, so wie "Birthday Girl" müsste das ganze Album klingen, der liegt klar falsch. In Amerika wird der Song schon gar nicht auf's Album gepackt, weil das einen Bruch mit dem ganzen Album gibt. So gesehen ist "Birthday Girl" auf dem Album hierzulande auch eher als Bonus-Track zuverstehen. Zumindest ich tu das.
Aber noch was zu dem Lied, um das grade abzuhandeln: Es wird ja von manchen, wohl auch nicht wenigen, kritisiert, er sei zu popmäßig oder radiotauglich. Das kann ich natürlich nachvollziehen, aber das klingt gleich so negativ. Es ist ein guter Song. Und so radiomäßig glatt ist er auch nicht. In dem Lied steckt schon - was bei Amerikanern ja auch nicht so extremsts auftaucht - eine Ironie, die dann auch noch so wunderbar selbstironisch von "Adult Film-Star" Sasha Grey im Video gesteigert wird.
"Rising Down" selbst klingt aber eben anders. Das Album ist mal wieder sehr düster und rau geworden. Ich denke, man kann sagen, die harten Drums sind das charakteristische am Album. Dabei kann man jetzt auch gar nicht mal einzelne Songs rauspicken, die besonders auffallen. Das Album klingt wie aus einem Guss. Lediglich "Criminal" hat vielleicht anfänglich noch so ne Country-note und "Rising Up" mit Wale & Chrisette Michele ist ne Spur melodischer als der Rest, aber das Album hat schon so eine sehr starke Grundnote, in das sich auch hochkaratige Gäste wie Mighty Mos Def, Talib Kweli und Common, sowie die üblichen Verdächtigen wie Dice Raw und Malik B. problemlos einreihen. Pessimistisch könnte man das vielleicht mit "Keine Abwechslung" verbinden, aber das passt nicht. "Rising Down" wird nicht langweilig, wahrscheinlich auch weil die Roots dafür einfach zu gut sind. Ich hoffe man muss auch niemandem mehr erzählen, für was für Qualitäten die stehen, solange wie die Gruppe um Rapper Black Thought und Drummer ?uestlove schon dabei sind. "Rising Down" gilt immerhin als zehntes Album ("From The Ground Up" und das Live-Album mitgerechnet.)
Um einen besseren Eindruck vom Album zu bekommen, sollte man sich mal andere Videos reinziehen. Momentan gibt's schon "Get Busy", "75 Bars (Black's Reconstruction)" und "Rising Up". Es sind auch noch weitere Videos in Planung.
Tja, also: Klares Must-Have, auch wenn mich "Game Theory" mehr geflasht hat. (Was auch noch zu loben ist: ein Releasedate gesetzt und dann kam's schon raus. Dann ärgert man sich auch nicht ständig, wenn's verschoben wird.)
|
|
|
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
maximale punktzahl!!, 18. Mai 2008
Aus Finanz-Schwierigkeiten kann bei einer Band auch schon mal ein eigener Sound entstehen: The Roots sagt man nach, sie hätten sich zu Beginn weder Turntables noch Mikros leisten können und so sei ihr Mix aus Percussion und Rap entstanden, der auch heute noch durchklingt. Inzwischen haben sie ihr zehntes Album am Start.
Das neue Album von The Roots erscheint in den USA pünktlich zum 16. Jahrestag der Unruhen in Los Angeles, die sich am Tod von Rodney King entzündeten und daran, dass die beschuldigten Polizisten freikamen. Es ist ein politisches Statement. Eins von vielen auf dem Album Rising Down".
Unruhe ist das richtige Wort, um diese atmosphärisch dichte und offensive Platte der Roots zu beschreiben. Sie steckt voller atemloser Wortsalven gegen Machtgefüge, Abhängigkeit, Armut und den zwangsläufigen Nihilismus.
The Roots und ihre Feature-Gäste von Talib Kweli über Mos Def bis Common verfallen aber nicht in bloßes Anprangern, sondern machen ihre Songs zu leidenschaftlich gemalten Bildern urbaner Realität.
Das wahre musikalische Kunststück von Rising Down" liegt darin, mit nichts als rohen Rhythmen und Stimme schon eine intensive Stimmung zu erzeugen. Dieses Grundgerüst wird zumeist mit nur wenigen elektronischen Sounds effektvoll akzentuiert. Weniger wäre schon fast Nichts.
The Roots geben mit Rising Down nicht nur ein politisches Statement zur unveränderten Härte sozialer Missstände in Amerika ab, sondern machen gleichzeitig klar, dass die Intensität einer Platte in ihrem Ausdruck liegt, nicht in aufwendiger Produktion.
|
|
|
Die neuesten Kundenrezensionen
|