von Niels Frevert
|
von Niels Frevert
|
von Gisbert zu Knyphausen
|
von Bernd Begemann & Die Befreiung
|
von Tom Liwa
|
Produktinformation
Möchten Sie die Produktinformationen aktualisieren oder Feedback zu den Produktabbildungen geben?
|
|
|
|
|
|
Der Singer-Songwriter aus Hamburg ist schon länger auf der Musikbühne unterwegs: Von 1991 bis 1996 war er Sänger und Texter der Band Nationalgalerie, mit der er vier deutschsprachige Platten veröffentlichte. Sein Debüt-Soloalbum ("Niels Frevert", 1997) liegt bereits elf, sein letzte Platte "Seltsam öffne dich" (2003) fast fünf Jahre zurück. Album Nummer drei "Du kannst mich an der Ecke rauslassen" scheint nun auf den ersten Blick mit nur neun Stücken überraschend kurz. Doch ist das Resultat eine wohl gefilterte Zusammenstellung, auf der sich Frevert trotz allem Zeit lässt für Vorspiele und ausschweifende Instrumentalstrecken. Sie geben den Texten Raum zum Atmen und dem Hörer Platz zum spielerischen Weiterdenken, auf seiner Suche nach Antworten, die in den Liedern immer neu angestoßen wird. So im selbstreferentiellen Song "Der Typ, der nie übt", dessen heitere Selbstanalyse ungemein beschwingt ("Sprang für Geld aus Telegramm-Torten/hatte früher Autogrammkarten/unterschrieben mit der Typ, der nie übt/wie ein Hellseher, der schief im Dunkeln liegt/[...] Mit einem blassen Schimmer/die Frage ist wie immer/wie es weiter geht/mit dem gewagten Plan/und der leisen Ahnung/worum es eigentlich geht"). Suche, Flucht und Ankommen liegen auf diesem Album eng beieinander, getragen vom positiven Sound der Instrumentierung. Zu jazzig lockerem Beat singt Frevert in "Ich möchte mich gern von mir trennen" - das im Original von Hildegard Knef stammt - über ewige Selbstzweifel, den Wunsch, sich zu entfliehen und die schwierige Aufgabe, sich zu lieben. Der nonchalante Ton dieses "inneren Monologs" macht die Klage fast beiläufig, als kehre sie ab und an selbstverständlich wieder ("Ich nahm auf mich leider nie Rücksicht/von mir tief gekränkt steh ich hier/deshalb nehm ich lieber zur Vorsicht/auf längre Zeit Abstand von mir"). Niels Frevert Foto: Tapete, Tobias Stachelhaus Melancholie ohne Tristesse: Niels Frevert bewahrt die Leichtigkeit in seinen Liedern.
Wie ein bewegender Kurzbesuch in der Heimat klingt dagegen der zärtliche Song "Niendorfer Gehege", Freverts Geschichte von der Begegnung zweier alter Freunde. Er beschreibt den Moment, in dem die alte Vertrautheit schön und warm zurückkehrt und sogleich in Zwist tritt mit dem seltsamen Gefühl der Veränderung ("Es tut so gut dich wiederzusehen/'n bisschen komisch, in den Arm zu nehmen/mein Freund, ich geb ein' aus/was willst du trinken./Stell dich zu mir/erzähl breit und lang/wie es dir in der Zwischenzeit ergang/hier ist genug Platz für krumme Gedanken.")
Die Ballade "Aufgewacht auf Sand" als letzter Song der Platte führt schließlich mit sanften Gitarrenmelodien ins Atmosphärische - dorthin, wo Alltagssuche und Traumheimat sich begegnen ("Eingeschlafen und/aufgewacht auf Sand/den Wellen in der Nacht/hinterher gerannt"). Die unaufgeregte, ein wenig rauchige Stimme Freverts streut hier leichte Wehmut, bleibt aber fern von depressiven Jammerarien. Was auf diesem gelungenen Pop-Album an Sehnsucht und Melancholie erklingt, ist relaxt, wohlig und schmeichelnd, vertrautes Gedankengut vieler (Tag-)Träumer und Viel-Denker - diese Songs könnten zu ihren treuen Begleitern werden. Isabell Gössele
Unter anderem ist dem früheren Sänger der Gruppe Nationalgalerie während des Prozesses das bezaubernde Wort »Gedankenbegleitservice« zugeflogen, auf das er »Kakerlaken in deinen Cornflakes« reimt. Wie er es singt, reimt es sich nämlich. Im Hildegard-Knef-Cover »Ich möchte mich gern von mir trennen« ersetzt er zeitgemäß den »belgischen« durch den »schwedischen Schrank«, mit der »Telecaster« das »Nussbaumklavier« und übermittelt die wichtigste, manchmal betrüblichste Aussicht beschwingt: Wir verbringen unser ganzes Leben mit uns selbst.
Auch die Instrumentierung ist à la chanson: Bass, Piano, Gitarre, Handclaps, Xylophon, Schlagzeug mit Besen. Im abschließenden und den Druck auf die Repeat-Taste provozierenden »Aufgewacht auf Sand« übt sich Niels Frevert in der Kunst der Meister: dem Vexierbild. Es geht los mit »Auf einmal ist es Frühling, die Tage werden länger, meine Fenster stehn auf Kipp / die Tassen nicht im Schrank – und du träumst, dass, woran du dich festhältst, nur ne lauwarme Heizung ist«; und auch am Ende des Lieds kann und muss man nicht sicher sein, ob hier einer seine Beziehung aufgeben will, den One-Night-Stand bereut oder schlicht vom Meer träumt – der ewigen Metapher für Sehnsucht, letztlich Leben.
So singt Frevert phrasiert und unphrasiert, mit Luft zwischen den Sätzen von Vergleichen mit Birken, von jemandem, der sich fühlt wie ein Baukran (»mit Füßen aus Beton«), von den anscheinend niemals zur Genüge besungenen Umständen eines Musikers. Es sind aber die Umstände aller fühlenden Menschen, deren Beschreibungen Frevert in ein locker aufgeschütteltes Bett aus Streicherarrangements (vom Easy-Listening-Veteranen Werner Becker), Akustikgitarren und Piano bzw. Orgel legt. Wie offensiv und zutiefst unpeinlich Niels Frevert den Ausdruck von Gefühlen zulässt, zeigt vielleicht am besten die kleine Stelle in »Niendorfer Gehege«, als er die Hookline von »I Was Made For Lovin´ You« nach-duht. Nah und schön.
![]() |
41% kaufen den auf dieser Seite vorgestellten Artikel: Du Kannst Mich An der Ecke Rauslassen EUR 14,97 |
![]() |
26% kaufen Gisbert zu Knyphausen EUR 6,95 |
![]() |
23% kaufen Wo fängt dein Himmel an? EUR 7,95 |
![]() |
5% kaufen So Soll Es Sein EUR 17,95 |
Tags, die Kunden mit diesem Produkt verbinden(Was ist das?)Klicken Sie zum Suchen verwandter Artikel, Diskussionen oder Personen auf ein Tag.
|
|
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel:
|
||||||||||||||||||||||
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel: Eigene Rezension erstellen
|
|
|
Das Forum zu diesem Produkt
Aktive Diskussionen in ähnlichen Foren
|
|
|
|
Sobald Sie sich Produktseiten oder Suchergebnisse angesehen haben, finden Sie diese Seiten zu Ihrer Information hier aufgeführt. |