Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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54 von 58 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ratten und Essen - Geht das zusammen?, 13. Oktober 2007
Es gibt ca. fünfzehn Sekunden in diesem Film, die gehören zu dem besten, was Hollywood jemals auf die Leinwand gebracht hat. Denn in diesen, wenigen Sekunden gelingt es, das Potential, das das Medium Film mit sich bringt, vollständig zu nutzen. Es gelingt, in dieser einen kurzen Szene dem Zuschauer mit künstlerischen Mitteln etwas klar werden zu lassen, was eigentlich nur außerhalb des Kinosaals erfahren werden kann. Es geht um das Glück, dass Essen für einen Menschen bedeuten kann. Und es geht vielleicht sogar ganz allgemein um die Frage, was Glück und Erfüllung sein können.
In diesen vielleicht fünfzehn Sekunden wird - wen wundert es - Ratatouille gegessen. Gegessen wird es von einer Filmfigur, die schon so tot ist, dass sie in einem Raum lebt, der die Form eines Sarges hat. Und plötzlich sieht man die Figur lebendig werden. Denn sie wird eins mit sich selbst, mit den eigenen Ursprüngen und Gefühlen. Und das verändert dann alles. Soll ich noch sagen, dass man den Geschmack des Gerichtes selbst auf der Zunge zu spüren meint? Oder dass die Dekoration des Gerichtes auf dem Teller mit den Künsten der besten Restaurants auf diesem Kontinent problemlos mithalten kann? Ich will es einfacher ausdrücken: Die Figur will in diesem Moment zurück zu seiner Mama, und das will der Zuschauer auch. Und so wird es niemand wundern, wenn der Rezensent den Film schon allein aufgrund dieser fünfzehn Sekunden empfiehlt.
Aber auch sonst haben die Zuschauer ihren Spaß. Es geht um eine Ratte, die unglaublich gut kochen kann. Es ist die alte Geschichte vom Außenseiter, der in der Gesellschaft aus äußerlichen Gründen nicht erfolgreich sein darf, und dann Wege finden muss, sich selbst in der Welt zu behaupten. Natürlich ist das ein Lehrstück für Kinder. Es geht darum, selbst einen Platz in der Welt zu finden, und auch darum, dem Fremden gegenüber tolerant zu sein und sich von Äußerlichkeiten nicht abschrecken zu lassen. Und so ist Ratatouille gleich auch noch ein pädagogisch sinnvoller Kinderfilm. Denn den von McDonalds verführten Bälgern wird dann auch noch gleich etwas über die Kultur des Essens erklärt.
Aber auch für die Eltern und andere Erwachsene gibt es genug zu sehen, um von dem Film gut unterhalten zu werden. Es gibt viele lustige Küchensprüche. Ein paar von den Szenen in der Küche und den Beschreibungen der Welt der Köche sind von Anthony Bourdains Büchern clever entlehnt. Man hat natürlich Hunger, wenn man das Kino verlässt. Soll ich jetzt noch sagen, dass die Animationen wirklich gut gemacht sind? Das sich Ratten hier wirklich wie Ratten bewegen, trotzdem sie gleichzeitig süß aussehen? Wichtiger ist vielleicht, dass der Film in den meisten seiner Szenen drive hat. Er ist oft umwerfend komisch, weil hier mit Rhythmusgefühl gearbeitet worden ist.
Ein Highlight des Genres. Der Rezensent geht jetzt kochen.
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69 von 77 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Toller Film - enttäuschende Bonus Disc, 23. Februar 2008
Ich gebe diesem Produkt nicht wegen dem höchst sehenswerten Film nur 3 Sterne, er allein hätte 5 verdient. Aber die sogenannte "Bonus" Disk ist weder 5 Sterne noch das Geld wert, das ich für sie ausgegeben habe. Die Blicke hinter den Kulissen haben die Länge eines durchschnittlichen Werbeclips und der Rest der Extras sind nichts anderes als das - Werbung für den Film, den man sich gerade angesehen hat. Lieblos zusammengeschnitten und auf unnütze Untermenüs verteilt, die Quantität vorgaukeln sollen - das habe ich so bei Pixarfilmen noch nicht erlebt und war höchstgradig enttäuscht.
Insgesamt vielleicht eine halbe Stunde lang und definitiv keine Doppel-DVD wert - alles was man als Extras braucht (z. B. die wundervollen Kurzfilme "Lifted" und "Your Friend the Rat") sind auf der eigentlichen Film-DVD schon mit dabei.
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23 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ratten sind die besseren Köche!, 2. Oktober 2007
Ratte Remys größter Traum ist es, ein solch berühmter Chefkoch wie der jüngst verstorbene Auguste Gusteau zu werden. Widrige Umstände verschlagen Remy eines Tages durch die Kanalisation nach Paris, just ins Restaurant seines Idols. Dort wird der Küchenjunge Linguini durch Zufall auf den mit feinen Geschmacksnerven und unheimlichem Kochtalent gesegneten Nager aufmerksam und nutzt trickreich dessen Begabung, um in Windeseile zum Starkoch aufzusteigen. Beide könnten wie Gott in Frankreich leben, wären da nicht Remys verfressene Familie, der missgünstige Chefkoch Skinner und der gnadenlose Restaurantkritiker Anton Ego. Im unvermeidlichen Showdown treffen alle so unvereinbar scheinenden Parteien aufeinander - und die Läuterung eines Jeden kann beginnen.
Bereits der Pixar-typische, zwerchfellerschütternde Vorfilm LIFTED, in dem man Zeuge der UFO-Führerscheinprüfung eines völlig planlosen Aliens wird, versetzt den Zuschauer in gelöste, heitere Grundstimmung. Gleichzeitig gerät man erneut ins Staunen, mit welcher Perfektion es den Animateuren mittlerweile gelingt, selbst in knapp fünf Minuten eine Fülle an Gags und Ideen unterzubringen. Darüber hinaus werden ohne Umschweife zwei stumme Charaktere eingeführt, die - ausgestattet mit einer unglaublich überzeugenden Mimik - eine Bandbreite von Emotionen abfeiern und selbst dem hartgesottensten Trickfilmverweigerer die Lachtränen in die Augen treiben dürften.
Dieselben Merkmale finden sich in gleicher Güte im Hauptfilm wieder, der das Kunststück vollbringt, die in der Realität überwiegend verschmähte Spezies Ratte als liebenswertes, leidenschaftliches Wesen wie du und ich zu portraitieren. Remy und seine nimmersatte Sippschaft werden in aberwitzigem Tempo vorgestellt, das aufgrund der slapstickhaften Inszenierung der obligatorisch chaotischen Verfolgungsjagd den üblichen anarchischen Animationsfilm erwarten lässt. Mit Schauplatzwechsel zum atemberaubend fotorealistisch animierten Paris werden dann jedoch leisere, nichtsdestotrotz ungemein unterhaltsame Töne angeschlagen. Wie eingangs angedeutet, richtet sich der Großteil der Handlung und der ungewohnt ausgefeilten Dialoge - insbesondere die Szenen mit Gourmet Anton Ego, herrlich snobistisch synchronisiert von Michael Caines deutscher Stimme Jürgen Thromann - eher an ein erwachsenes Publikum. Gewissenskonflikte der Hauptprotagonisten, Erbschleicherei, Intrigen, zarte Liebesbande und das Zelebrieren kulinarischer Köstlichkeiten sind nicht gerade die leichtbekömmlichen Zutaten für ein Kiddy-Movie. Doch keine Sorge, das Pixar-Team vermeidet gekonnt Disney-ähnliche Gefühlsduseleien und bettet die wenig überraschende Familienzusammenführung sowie die Auflösung aller Kontroversen mit der perfekt abgestimmten Balance zwischen Sentimentalität und Albernheit in einen actionreichen, vor Einfallsreichtum strotzenden Showdown. Musikalisch untermalt wird das Geschehen kongenial vom versierten Michael Giacchino, der schon Regisseur Brad Birds DIE UNGLAUBLICHEN und zuletzt MISSION: IMPOSSIBLE III vertont hat. Selbstverständlich ist in der Mehrzahl der beschwingten Stücke das die Frankreich-Klischees bedienende Akkordeon allgegenwärtig.
RATATOUILLE hat - um im Fachjargon zu bleiben - wahrhaftig fünf Sterne verdient. In beispiellos kontinuierlicher Folge erweisen sich die Pixar-Studios von neuem als unangefochtene Meister des computeranimierten Trickfilms. Wie nicht anders erwartet werden hierbei auch neue technische Standards gesetzt (realistischer hat man Fell, Regen, Oberflächen animiert zuvor nicht gesehen). Die eigentliche Kunst besteht allerdings in der immer wieder erstaunlichen Entwicklung anrührender, emotionaler und mit hintergründigem Witz gewürzter Geschichten. Und darin haben die modernen Märchenerzähler aus dem kalifornischen Emeryville die ehemaligen Platzhirsche der Disneystudios seit geraumer Zeit locker überflügelt. Wer ein rundum gelungenes Feelgood-Movie sucht, wird mit diesem cineastischen Äquivalent zu einem Vier-Gänge-Menü mit Komik, Rührung, Action und sogar intellektuellem Anspruch hervorragend bedient.
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