Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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195 von 226 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Vollbracht!, 26. Mai 2005
Es ist sicher schwer für einen Zuschauer, den langen Atem einer Geschichte zu erkennen, geschweige denn zu würdigen, wenn, wie im Falle von „Episode I", der Anfang bereits auf den Höhepunkt einer Auseinandersetzung gesetzt ist (wir erinnern uns: die Blockade des Planeten Naboo durch die nebulöse Handelsföderation) und die sich darbietende Geschichte nach ganz anderen Regeln abzulaufen scheint als die gewohnte und liebgewonnene „alte" Trilogie. Was bringen all die wutschnaubenden Vorwürfe in Richtung G. Lucas, er würde (aus Geldgeilheit??) eine neue Star-Wars-Trilogie aus dem Boden stampfen, die den Charme der alten Filme vermissen ließen? Natürlich ist es kleinlich und kindisch, auf den Unterschieden herumzureiten, vor allem in der Form, wie es oft seit Premiere von „Episode I" geschieht. Es gibt berechtigte Kritikpunkte im Einzelnen (Dialoge, Dramaturgie), die aber die neue Trilogie mit all seinen Bestandteilen nicht in Frage zu stellen brauchen. Wir sahen also in „Die dunkle Bedrohnung" das langsame Sterben einer mehrtausendjährigen Republik. Natürlich konnte keine Aufbruchstimmung gezeigt werden, wie wir sie aus den Episoden IV bis VI kennen. Es ist alles ein wenig ehrwürdiger und, nunja - behäbiger. Und: wir sahen ein Kind in den Mittelpunkt der Handlung rücken. Die Erzählperspektive war dem angepasst, also für ein Publikum, das ausschließlich den ironischen Han Solo mit „Star Wars" verband, nur schwer zu verdauen. Zwei Filme weiter können unvoreingenommene Betrachter feststellen, dass der Tonfall sich gehörig verändert hat. Die Ereignisse überschlugen sich förmlich (Intrigen im Senat, Klonkriege gegen mysteriöse Separatisten), und aus dem kleinen Jungen wurde ein von Zweifeln und Ängsten geplagter junger Mann, der seine offensichtlichen Schwächen mit Arroganz zu tarnen versucht. Und der seine unbestreitbare Talente nicht zu kanalisieren vermag. Anakin ist ein Jedi, der zu kämpfen und ein Raumschiff zu fliegen versteht, der aber keinen Sinn für die Feinheiten der Politik aufbringen kann. Er wird so leicht zu einem Spielball für Kanzler Palpatine und - ja, auch! - für den Rat der Jedi. Dazwischen aufgerieben und niemandem mehr vertrauend, braucht es nur eines kleinen Anstoßes, ihn in die Arme Palpatines und damit der dunklen Seite der Macht zu treiben. Weniger, weil er ihm vertrauen würde - mehr, weil er meint, ihn zu brauchen (um seine Frau vor dem vermeintlich sicheren Tode erretten zu können) und aus diesem Grunde den Tod von Mace Windu maßgeblich verursacht. Das Massaker unter den Kindern im Jedi-Tempel ist ein Auftrag, den er unter einem Panzer der Unnahbarkeit erledigt - im Glauben, dass er nun nicht mehr zurück kann und in dem Wissen, dass er alles verrät, wofür er bisher gelebt hatte. Diese Tragik kommt fast ohne Worte aus - wir sehen nur einmal kurz das stoische Gesicht des neu ernannten Sith-Lords unter der Kapuze, und wir sehen Tränen. Dass Obi Wan ihn schließlich verstümmelt (aber lebend!) einfach auf dem Vulkan-Planeten Mustafar zurücklässt, obwohl Anakin einst sein Schüler und „wie ein Bruder" für ihn war - diese Szene enthält mehr Dramatik als der gesamte Lichtschwertkampf vorher. Ich fand es übrigens weniger faszinierend als andere Rezensenten, dass Anakin als Darth Vader mit seiner charakteristischen Maske auferstand - keine Gänsehaut, kein innerer Beifallssturm. Eher ein Gefühl der Traurigkeit. Da ist ein hoffnungsvoller Mensch („es ist noch so viel Gutes in ihm" - Amidalas letzte Worte) zu einem Maschinenwesen geworden, nicht mehr seinem eigenen Willen gehorchend, gebrochen und fürchterlich einsam. Es ist das Verdienst der neuen Trilogie, die gesamte Geschichte mit einer Vielschichtigkeit versehen zu haben, die der alten Serie allein abging. Das klare Gut-Böse-Schema wurde abgelöst durch einen Facettenreichtum, der den Reiz der dunklen Seite nicht mehr allein aus niederen Beweggründen herzuleiten vermag. So wurde aus einem naiven Märchen eine märchenhafte Parabel mit teils treffenden (und erschreckenden) Bezügen zur Gegenwart. Das kann man bedauern - man kann es aber auch als Gewinn betrachten. Und Letzteres tue ich hiermit!
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23 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Das Ende der Republik - Die Geburt des Imperiums, 3. September 2008
Star Wars Episode 3 ist eine Geschichte, deren Ausgang man als Fan der klassischen Trilogie bereits im Vorhinein kennt. Doch als 1999 mit Episode 1 der erste Teil der Prequel-Trilogie in die Kinos kam, war klar, dass die Saga auch neue Fans erreichen sollte. Das Drama des Darth Vader bekam eine neue Dimension und tragische Vorgeschichte, die mit Episode 3 nun abgeschlossen ist.
Die Separatisten sind überraschend bis in das Herz der Republik, nach Coruscant vorgestoßen und haben sogar Kanzler Palpatine entführt. Doch die Jedi und ihre Streitkräfte leisten erbitterten Widerstand, während Jedi-Ratsmitglied Obi-Wan Kenobi und sein ehemaliger Schüler und nunmehriger Jedi-Ritter Anakin Skywalker, den Kanzler von General Grievous befreien sollen. Doch beim Angriff auf das Flaggschiff des militärischen Füherers der Separatisten, sind dessen Droidenarmee das geringste Problem der Jedi, denn Count Dooku höchstpersönlich erwartet sie...
Episode 3 beginnt dort, wo andere Filme aufhören, nämlich mit einer gewaltigen Raumschlacht, der Rettung eines weisen "Königs" und einem Duell nach dem eigentlich bereits der Ausgang des Krieges entschieden ist. Und George Lucas hat sich mit diesem furiosen Beginn nicht zu weit aus dem Fenster gelehnt, der Film geht actionreich und spannend weiter. 2 Episoden hat es gedauert bis die Klonkriege und der Plan der Sith dort angelangt sind, wo jeder Schritt und jede Handlung den Plan auf die Probe stellt. Drei Jahren haben die Klonkriege getobt und Opfer gefordert, die blühende Demokratie, welche die Sith zuerst korrumpiert und dann offen gespalten haben, steht am Scheideweg, der Krieg ist am Höhepunkt angelangt, denn Grievous hat seine Truppen zu einem Überraschungsangriff aus dem umkämpften Outer Rim zurück in das Herz der Republik geführt. Die Szene im "Thronraum" von Grievous Flaggschiff erinnert nicht von ungefähr an den zweiten Todesstern. Dort wo Anakin versagte, sollte Luke Erfolg haben.
Die Rache der Sith ist wegen Darth Vaders Geburt, der Ausrufung des Imperiums und der Jedi-Verfolung durch Ausgabe der Order 66 der ereignissreichste Star Wars-Film, auch weil mit ihm eine Vielzahl der Fragen beantwortet werden, die man sich zu Zeiten der klassischen Trilogie stellte. Wer ist Darth Vader? Wie konnte er zu dem werden, was er ist? Was ist passiert? Die Erwartungen wurden erfüllt. Und zugleich ist Episode 3 der politischste Film, was bei den Prequels eine manchmal kritisierte Begleiterscheinung sein dürfte. Die ersten Regungen der Rebellenallianz wurden zwar Opfer des Cutters und sind daher auch einigermaßen aus dem Kanon des Erweiterten Universums (Star Wars Bücher, Spiele und Comics) gestrichen, aber die noch vorhandenen Diskussionen über die Machtgier des Kanzlers, den Verfall der Demokratie sind dennoch geblieben.
Um eine neue junge Fangeneration nicht auszuschließen und die loyalen Anhänger nicht zu verlieren, mussten die Prequels einen oft widersprüchlichen Weg gehen, zwischen dem Versuch gezielt Kinder und Jugendliche einzubinden, aber auch erwachsene Zuseher im Sinne, ein Film für alle, zu bedienen. Diese Aufgabe war schwer zu bewerkstelligen und hat mit Jar Jar Binks oder dem Liebesgeflüster auf Naboo sehr unterschiedliche und kontroverse Entwicklungen hervorgebracht. Episode 3 konnte jedoch, im Wissen, dass durch Episode 1 gewonnene Fans bereits 6 Jahre gealtert sind etwas ernster an die Thematik herangehen.
Das Ergebnis des Reifeprozesses der Prequel-Trilogie ist genial, denn die Rache der Sith schafft es in jeder Hinsicht in die klassische Trilogie überzuleiten, darauf mussten wir auch lange genug warten. Dichte, epische Atmosphäre, Lichtschwertkämpfe, hochkarätige Special Effects und Top-Schauspieler runden das Bild ab.
Fazit:
Episch, düster und faszinierend, die perfekte Überleitung von den Prequels zur klassischen Trilogie.
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153 von 179 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Es ist bedauerlich..., 26. September 2005
Von Ein Kunde
...wieviele Menschen sich das Filmvergnügen mit falschen Annahmen selbst vergällen. Das häufigste Argument gegen die Prequel-Trilogie ist immer, dass sie nicht an den Charme der klassische Trilogie herankomme. Das kann sie aber gar nicht, aber nicht etwa wegen Drehbücher oder Schauspielern, sondern wegen des großen Storybogens. In der klassischen Trilogie kämpft eine kleine Gruppe heldenhafter (und auch etwas chaotischer) Rebellen gegen ein großes, finsteres Imperium. Klassisch gut gegen böse. Das spricht rebellische und freiheitsliebende Triebe in uns an, das ist beliebt. In dieser davor angesiedelten neuen Trilogie geht es aber um eine große, träge Republik, die durch die (oft verborgenen) Machenschaften weniger Finsterlinge zur korrumpierten Karikatur ihrer eigenen Ideale wird. So etwas hören wir schon weniger gerne... Geht man nämlich nüchtern an die Filme heran, erkennt man, dass die neue Trilogie wesentlich hintergründiger ist, vor allem in der (von vielen verhöhnten) Bildsprache (z.B. die Türme von Coruscant haben einen deutlichen Art-Deko-Stil, was uns in die 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts bringt, während die Szenen in den Republikanischen Dropships stark an die Bilder aus Vietnam erinnern). Sicher, die Dialoge sind nicht besonders, aber wenn man ehrlich ist muß man zugeben: das waren sie in der klassischen Trilogie auch nicht. Der Fokus liegt auf kurzen Zitaten, und die finden sich in diesen Teilen auch (Vor allem, was Amidala bei der Ausrufung des Imperiums sagt; kurz, prägnant und leider nur allzu wahr). Achten sollte man auch auf die "Argumente" des Imperators bei dessen Ansprache. Viele davon stammen noch von den Nazis, werden aber selbst heute noch verwendet ("für uns / gegen uns"). Wer aufpasst, könnte also sogar das Pech haben, etwas politische Bildung zu erhaschen. Auch interessant war die Entscheidung, die Filme mit Annakin mit wachsen zu lassen, vom Kindsein über die Pubertät (deswegen ist die Liebesgeschichte auch passenderweise etwas holprig) bis zum brutalen Erwachsenwerden. Dieser letzte Teil schließt nun die Trilogie ab und spannt den Bogen zur klassischen Trilogie (er läßt einiges offen, aber das war bei allen Teilen so und regt die Fantasie an). Ich halte ihn für sehr gelungen, da der traurige Unterton permanent mitschwingt. Der Kritik, die Action wäre zu schnell, kann ich mich nicht anschließen, denn ich habe mir den Film mit meinen bereits über 50-Jährigen Eltern angesehen, und sie hatten überhaupt keine Probleme, mitzukommen. Und es ist auch nicht so, dass die Schlachten zu ausgedehnt seien. Bis auf die erste sind alle größeren Schlachten nämlich nur angerissen (wir sehen wenig von den Kampfhandlungen auf Utapau und nur den Anfang der Schlacht von Kashyyk). Nur das letzte Duell ist lange, bei der Hintergrundgeschichte aber durchaus verständlich. Wichtig sind auch die zahllosen kleinen Details, die die Illusion eines geschlossenen Universums erzeugen. So sieht man im Film die Vorläufer der Sternenzerstörer und der X-Wing, der AT-ST usw. Aber auch andere Kleinigkeiten. Es gefiel mir z.B., wie Darth Vader bei seinen ersten Schritten mit der neuen Rüstung taumelt (wer den Film sieht, weiß, warum er das tut). Den Charme der klassischen Trilogie mag diese nicht haben, dafür aber etwas Tiefgang.
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