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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein modernes Märchen?, 4. April 2006
Von Ein Kunde
Es war einmal ... Ein junger namenloser Mann der unter Schlaflosigkeit leidet. Aber fangen wir von vorne an. Wenn man den Film das erste Mal sieht gerät man schon mit dem Vorspann in einen unglaublichen Sog der einen während des ganzen Films nicht mehr loslässt. Hinzu kommen eine Fülle an geradezu unglaublichen Ideen, eine raffinierte Erzählstruktur (Die vom Ende her aufgerollte Geschichte, die immer wieder durch erläuternde Einschübe unterbrochen wird), die visuelle Wucht (bei den Kampfszenen, im Setting, die Fahrt durch die Wohnung vor der Explosion und zur Untermalung des „Ikea Nestbautriebs"), die humoristischen und satirischen Einschübe („Wie Seife gewonnen und Dynamit hergestellt wird", die Hausaufgaben), die Volten und Kapriolen die die Geschichte schlägt bis hin zum völlig überraschenden Finale furioso und und und ... Schon alleine damit ließen sich Seiten füllen. Doch macht für mich das noch nicht das Herausragende an diesem Film aus. Es ist viel mehr ein Aspekt der bei der Besprechung des Films völlig übersehen wird und doch der zentrale Bestandteil des Films ist. Was aber nur für die Vielschichtigkeit des ganzen Werks spricht. Meiner Meinung nach geht es hier nicht um Konsum- und Kapitalismuskritik oder Verführbarkeit durch Ideologien. Viel mehr geht es um die Beziehungs- und Liebesunfähigkeit des modernen Mannes und wie er davon erlöst werden könnte. Eben ein modernes Märchen. Nur das hier der Prinz von der Prinzessin gerettet wird (Übrigens im Gegensatz zum Buch wo das Ende nicht ganz so optimistisch ausfällt). Hinweise gibt es genug, man(n) muss sie nur sehen wollen. Zitat: „Alles fing mit einem Mädchen an, Marla Singer." Heißt es schon gleich zu Anfang und aus diesem Blickwinkel betrachtet, rollt sich eine ganz andere Geschichte auf. Und das ist die eines Mannes der sich und seinen Gefühlen nicht traut und Zuwendung und Liebe immer wieder von sich fortweist um sich hinter Ersatzbefriedigungen (Konsum, Prügelorgien, Weltverschwörung) zu verstecken. Denn: „noch eine Frau kann nicht die Lösung unserer Probleme sein". Doch den eigenen Gefühlen lässt sich so leicht nicht entkommen... Bleibt die Frage warum eine Frau sich überhaupt mit so einem Irren abgeben sollte? Aber warum sollte sich jemand durch eine Dornenhecke kämpfen, an Zöpfen einen Turm ersteigen oder wegen einer Frau mit Drachen kämpfen. Leider reichen der Platz hier und die Zeit nicht aus, aber es gäbe noch unzählige Beispiele die sich aufzuzählen lohnen würde. Ein rundum geniales Meisterwerk.
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