Aus der Amazon.de-Redaktion
Nach den finanziellen Erfolgen von
Independence Day und
Godzilla kann man es Regisseur Roland Emmerich nicht vorwerfen, dass er die Erderwärmung als politisch korrekte Entschuldigung dafür benutzt, einen Großteil der nördlichen Hemisphäre zu zerstören. Die Tatsache, dass es sich bei
The Day After Tomorrow um einen ziemlich albernen Film handelt, schreckt Liebhaber groß angelegter Katastrophenfilme sicherlich nicht ab.
Wie bei den meisten Filmen Emmerichs besitzen bei diesem hier die Spezialeffekte weitaus höhere Priorität als gut gezeichnete Charaktere und eine plausible Handlung, und die Dialoge (gemeinsam geschrieben mit Jeffrey Nachmanoff) sind so lachhaft flach, dass man sie überall hätte weglassen können, ohne dem Film zu schaden. Das einzig Wichtige hier ist das Spektakel, nicht etwa die lahme, altbackene Geschichte von Vater und Sohn (Dennis Quaid, Jake Gyllenhaal), die ein apokalyptisches Szenario überstehen, welches durch die Auswirkungen der globalen Erderwärmung hervorgerufen wurde.
Also lehnt man sich am besten zurück und genießt die tollen Bilder eines tornadogeplagten Los Angeles, von Schneestürmen in Neu Delhi, Japan, das von pampelmusengroßen Hagelkörnern bombardiert wird und Manhattan, das zunächst von den anschwellenden Weltmeeren überflutet wird und dann aufgrund der aufkommenden modernen Eiszeit einfriert. Das ist alles durchaus beeindruckend, und Emmerich ist es offensichtlich egal, ob das wissenschaftlich korrekt ist -- also warum sollte es dem Zuschauer nicht auch gleichgültig sein? --Jeff Shannon
Movieman.de
Wissenschaftliche Erkenntnisse hin oder her - Roland Emmerichs neuestes Werk ist ein lupenreiner Katastrophenfilm, der wieder mit perfekten Spezialeffekten protzt, das einem der Mund offen stehen bleibt. Dabei kommt auch der Humpr vor der Arroganz der Amerikaner nicht zu kurz: Geben diese jährlich Milliarden für das Aufgreifen illegaler Einwanderer aus, fliehen jetzt US-Amerikaner illegal über den Rio Grande nach Mexiko.
Moviemans Kommentar zur DVD: Technisch und Ausstattungseitig ein Traum.
Bild: Ausgeprägt natürliche Farben bestimmen das optische Geschehen. Katastrophenfilme müssen sich nicht zwangsläufig in knallbunten Feuer-und-Eis-Spielen ergehen. Während die CGI-Szenen (also, die am Computer mit oder ganz gestalteten Szenen) lupenrein sauber und scharf erscheinen, mischt sich in zwielichtigen Innensets ein leichtes, aber erkennbares Aufweichen von Gesichtskonturen (01.02.00) und ein geringes Grieseln hinein (00.13.15). Dies sorgt für etwas Unruhe im Bildlauf, der aber den Gesamteindruck nicht wirklich beeinträchtigt. Der Kontrastumfang ist ausgezeichnet und bildet jedes feine Detail auch in Beleuchtungskritischen Momenten ab, ohne Details, wie Konturenschatten zu verschlucken.
Ton: Alle drei Tonspuren liegen auf höchstem Niveau und nutzen jedes dB Dynamik, dass moderner Digitalton transportieren kann. Und das ist immens. Natürlich knallt es mehr als ein Viertel des Filmes lang erbarmungslos aus dem Subwoofer und den 5 Hauptkanälen auf den Zuhörer ein. Nein auch in Sachen Feindynamik beweist der Soundmixer ein ruhiges Händchen und läßt auch kleine Details im linken oder rechten Eck nicht ungehört verhallen. Die DTS-Tonspur bietet hier noch einen Hauch mehr Präsenz und Dynamik, dies aber fast schon im psychoakustischen Bereich. Technisch müßte der DTS-Ton weit imposanter klingen, als der Dolbytrack. Die spektakuläre Akustik umfasst auch den fulminanten und molligen Score von Harald Kloser.
Extras: Die Special Edition bietet neben den beiden Audiokommentaren mit den wichtigsten Mitarbeitern am Set eine zweite DVD, randvoll mit weiteren gewichtigen Extras. Der Ausblick auf Alien vs. Predator ist natürlich viel zu kurz. Die Extras sind gut unterteilt in Preproduction Production und Postproduction. Fein ist ein Track, der in 8 Tonspuren vom Score, bis zum Geräuschemacher aufgelöst und einzeln abrufbar ist. Emmerich selbst spricht 14 Minuten lang intensiv über den Film und seine Idee selbst und das in Deutsch. Stellenweise findet man Menüpunkte doppelt auf verschiedenen Subseiten, das ist aber so gewollt, um schnellere Verknüpfungen zu benachbarten Themen zu schaffen. Alle Extras sind auf Wunsch deutsch untertitelbar, was sehr gut ankommt. Das Extra "Global Watch" soll Details zu verschiedenen Naturkatastrophen auf diesem Planeten zeigen, ist aber praktisch auch auf einem 82ér TV nicht zu lesen. --movieman.de