Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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103 von 108 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Melancholisch-witziges Tuning für's Durchschnittsgehirn, 19. November 2007
Ob Ihnen der Film ebenso gut gefallen wird wie mir?
Schwer zu sagen, denn immerhin spaltet dieses schräge Werk von Sofia Coppola selbst die klügsten Geister und die kultiviertesten Geschmäcker in zwei Fraktionen. Ich wage aber zu sagen, unter welchen Umständen Ihnen dieser Film nicht gefallen wird:
Sollten Sie rasanten Action- und Splatterfilmen zugeneigt sein oder auf trivialen Slapstick-Klamauk Marke Jim Carey stehen, lassen Sie die Finger von dem Film. Wenn Sie elaborierte Dialoge einer schrillen Bildgewalt vorziehen, lassen Sie die Finger von dem Film. Wenn Sie Wert auf knifflige, thrillermäßige Handlungsabläufe legen, oder wenn Sie sich Spannung zum Fingernägel Abkauen wünschen, dann lassen Sie bitte erst recht die Finger von diesem Film, denn das alles hat er nicht zu bieten.
Und gerade deshalb ist es ein 5 Sterne-Film:
(K)eine Handlung: Die beiden Amerikaner Bob (Bill Murray) und Charlotte (Scarlett Johansson) müssen einige Zeit in Tokio verbringen. Wegen Jetlag und fremdartiger Kultur tun sie sich schwer in dieser schrillen Großstadt, die vor Leben überbordet. Sie sind wie zwei Gestrandete auf einem fremden Planeten, verlorene und paralysierte Seelen, die sich an der Hotelbar finden und Freundschaft knüpfen, eine Freundschaft die weit über das normale Maß hinausgeht und doch nicht zu einer banalen Liebesgeschichte herabsinkt.
(K)eine Liebesgeschichte: Feinfühlig und sensibel und ohne großartige Dialoge nähern sich zwei verwandten Seelen einander an. Sie sind sich näher als ihren Ehepartnern und überschreiten doch nie die Grenze zum Sex. Es bleibt bei Blicken, keuschen Berührungen und einem letzten Kuss und dennoch hat man das Gefühl an einer wunderbaren Liebe teilzuhaben.
(K)eine Komödie: Der Film steckt voller Melancholie und tiefsinniger Gedanken über das Leben, die Liebe und die Vergänglichkeit eingebettet in gefühlvoll berührende und zum Teil skurrile Szenen und doch finden sich in jeder Szene unglaublich viel geistreicher Witz und Komik. Der Crash der Kulturen und die sehr zutreffenden gezeigten Verlorenheit hinter der Sprachbarriere sind ebenso Anlass zu herzhaften Lachern wie die subtilen Anspielungen auf Banalitäten des Alltages und die allzu menschlichen Macken. Da ist z.B. das nächtliche Fax von Bobs Ehefrau, die Teppichmuster die sie per Post übermittelt oder gar das exaltierte Filmsternchen Kelly das einem zum Kopfschütteln und Schmunzeln bringt. Ganz zu Schweigen von den überspannten Filmaufnahmen zur lächerlichen Whiskeywerbung oder von der unerschütterlichen Freundlichkeit der Japaner, ja sogar der Besuch im Krankenhaus wird zu einem herrlich witzigen Erlebnis.
Sofia Coppola ist eine Meisterin der Bildersprache. Das beweist sie in diesem, ihrem zweiten Film, wo sie es schafft mit knappen aber sehr scharfsinnigen Dialogen auszukommen und Gefühle mit Hilfe von eindringlichen und überwältigenden Bildern zu transportieren: Da bestaunt man bei wundervollen Musiksequenzen das knallbunte Tokio, die amerikanische Enklave im Park-Hyatt-Hotel, das bizarre Nachtleben der nimmermüden Großstadt und an allen Ecken und Enden eine Kultur, die uns - und natürlich besonders den hier köstlich verspotteten Amerikanern - so fremdartig ist als wären die Japaner Aliens von Alpha Centauri. Das bringt den Zuschauer zum Lachen und Nachdenken, das bringt das träge westliche Gehirn in Fahrt.
Doch trotz allem wäre dieser Film nur halb so genial, wenn da nicht Bill Murray und Scarlett Johansson wären. Der Alt-Star und die unverbrauchte Jungschauspielerin ergänzen sich perfekt, als wären sie nur für diese Rollen geschaffen. Murray ist einfach genial. Unaufdringlich und subtil lässt er die unscheinbare Charlotte neben sich bestehen und doch ist er zu jedem Augenblick Herr dieses Films. Wer Murray auf dem Höhepunkt seiner Kunst erleben will, sollte sich diesen Film nicht entgehen lassen.
Zusammenfassung:
Ich weiß, ich habe nun vermutlich die 180. Rezension zu diesem Film geschrieben, und ich bin Ihnen gar nicht böse, wenn Sie meine ausgiebigen Lobesreden nicht lesen wollen. Darum hier eine kurze und schmerzlose Zusammenfassung.
Dieser leise, warmherzige und ausgesprochen geistreiche Film hat 5 Sterne verdient. Und weil es nicht gerade von guter Erziehung oder großem Verstand zeugt wenn man Rezensionen, die eine andere Auffassung vertreten mit Nein abklickt, musste ich leider selbst eine Rezension schreiben und diese auch noch begründen um den Sternendruchschnitt auf einen der Größe des Filmes angemessenen Level zu halten.
Danke für ihr Verständnis. ;-)
DVD:
Bildformat: 1,85:1 in 16:9, Sprache: Deutsch und Englisch Dolby Digital 5.1, Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte, DVD 9, Laufzeit ca. 97 Minuten plus ca. 77 Minuten Extras, Menü teilweise animiert mit Ton,
Extras: Darstellerinfos als Textseiten, Blick hinter die Kulissen mit deutschen Untertiteln (ca. 5 Min), Deleted Scenes (ca. 12 Min), Ein Gespräch mit Sofia Coppola und Bill Murray mit deutschen Untertiteln (ca. 10 Min), Making of mit deutschen Untertiteln, Mathews Best Hits in japanischer und englischer Sprache (ca 4,5 Min), Interview mit deutschen Untertiteln (ca. 14 Min.)
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21 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
"Lost In Translation" einsacken und viel Spaß!, 13. März 2006
Ein wunderbarer Film, der nicht nur im Winter für lodernde Herzen sorgt. Was Sofia Coppola, Tochter des großartigen Francis Ford Coppola, da in ihrem zweiten Kinofilm auf die Leinwand zaubert ist aller Ehren wert und ein wundervolles cineastisches Geschenk für nachfolgende Generationen. „Lost In Translation" erzählt eine einfach gestrickte Geschichte zweier unglücklicher Menschen, die so unterschiedlich sie auf den ersten Blick sind, im fremden Japan einander begegnen und zueinander finden. Aber diese einfache Geschichte erhält durch die durchdachten Dialoge, den wunderbaren Humor und die meisterhaften Schauspieler Scarlett Johnson und Bill Murray eine unglaubliche Tiefe. Man kann einfach nicht genügend Superlative finden. Ganz großes Kino! „Lost In Translation" bleibt allerdings nicht nur auf der romantischen Ebene, ganz im Gegenteil im Mittelpunkt steht neben der Liebe das ferne Japan. Hier profitiert Sofia Coppola von ihren vielen Japanreisen, denn sie schafft es das bunte, niemals schlafende Tokio über den Bildschirm direkt ins Wohnzimmer zu zaubern. Schauspielertechnisch ist Sofia Coppola der große Coup gelungen, Bill Murray spielt hier eine der besten, wenn nicht sogar die beste Rolle seines Lebens. Überraschend gut spielt auch die wunderbare Scarlett Johnson, deren Hinterteil in der ersten Einstellung für alle Umkosten entschädigt. Versprochen! Was soll man noch weiter sagen, „Lost in Translation" ist einfach ein runder Film, hier stimmt wirklich alles. Vor ein paar Tagen war Valentinstag, solltet ihr das aus unerfindlichen Gründen verschlafen haben, schnappt euch eure Freundin/euren Freund lauft gemeinsam in die nächste Videothek, „Lost in Translation" einsacken und viel Spaß!
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19 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eine Perle, 28. November 2006
Vielleicht trägt uns der Film davon, weil er uns unsere Einsamkeit spüren läßt und wir uns alle irgendwie nach einer einzigartigen Begegnung sehnen, nach einer solch innigen Freundschaft, wie sie Charlotte und Bob auf dem fremden Planeten Tokio erfahren. Ein wunderbar melancholischer Film ,der aber trotzdem ganz leicht daherkommt, der neben der Leere, der Sinnsuche und dem Verlorensein in der Welt voller großartiger komischer Momente ist. Insbesondere Bill Murray ist phantastisch, wie stoisch und tragigkomisch er der schrillen japanischen Kultur gegenübersteht. Murrays absolut beste schauspielerische Leistung! Und Scarlett Johannson ist so zuckersüß und wunderbar in diesem Film, man möchte sich in sie verlieben. Das Sofia Coppola die Protagonisten nicht wie in jedem durchschnittlichen Hollywood-Film früher oder später in der Kiste landen läßt, oder sich in schwülstigen Liebesbekundungen ergehen läßt, unterstreicht die Beziehung von Bob und Charlotte, nämlich das es eine tiefe, innige Freundschaft auch jenseits des Physischen gibt. Als Bob zärtlich Charlottes Fuß berührt, während sie über das Leben sinnieren, das ist viel inniger als jeder aufdringliche Filmkuss inklusive Schmachtgeigen. Dieser Film ist ganz unglaublich wunderbar, leicht und süß, ein wahrhaftiges Meisterwerk und jetzt schon ein Klassiker. Eine herrliche Perle im Kino-Einerlei. Ich bin hin und weg. Es gibt viele "Saison-Filme", die spätestens nächstes Jahr vergessen sind. Diesen Film wird man noch in 30, 40 Jahren sehen. Danke für diesen Film, Sofia Coppola.
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