Die hilfreichsten Kundenrezensionen
|
|
17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
"Lass mich schlafen, lass mich nur schlafen...", 29. August 2004
"Es gibt zwei Arten von Menschen, die in Alaska leben: Die einen, weil sie hier geboren sind, und die anderen, weil sie hierher kommen, um vor etwas zu flüchten. Ich bin nicht hier geboren..."
Diese Worte richtet die Vermieterin an Detective Dormer. Und genau wie sie ist auch er in Alaska, um vor etwas zu fliehen. Nur kann man leider nicht vor seinem Leben und seiner Vergangenheit davonlaufen...
Ausnahmetalent Christopher Nolan ("Memento") hat mit seiner vierten Regiearbeit "Insomnia" (übersetzt: "Schlaflosigkeit") einen erstklassigen Psychothriller inszeniert, der gleich mit drei (!) Oscar-Preisträgern aufwartet: Hilary Swank (Beste Hauptdarstellerin in "Boys Don't Cry"), Robin Williams (Bester Nebendarsteller in "Good Will Hunting") und einem grandiosen Al Pacino (Bester Hauptdarsteller in "Der Duft der Frauen"). Dabei schafft es Nolan recht schnell, eine sehr beklemmende Atmosphäre zu erzeugen, eine eher unterschwellige Spannung aufzubauen und die Einsamkeit und Abgeschiedenheit Alaskas gekonnt in Szene zu setzen. Die Kulisse spiegelt somit perfekt den Zustand einiger Figuren wieder, denn "Keiner ist so einsam wie der, der nicht schlafen kann."
Das absolute Highlight des Films ist die Darstellung Al Pacinos, der den an seinem inneren Konflikt zu Grunde gehenden und an "Schlaflosigkeit" leidenden Dormer absolut brillant und erschreckend real spielt. In Dormers ganzer Redeweise und der Art, wie er sich bewegt, sind die zunehmende Müdigkeit und sein Schlafentzug deutlich spürbar, was eine wirklich beachtliche Leistung von Pacino darstellt.
Auch beinhaltet die Auswahl des Namens "Dormer" eine gewisse Ironie, da er sich vom Lateinischen "dormire" ("schlafen") ableitet, und demnach frei übersetzt "Schlafender" bedeutet, so dass der Name im absoluten Kontrast zur Figur steht.
Sehr gelungen ist auch der Dialog zwischen Robin Williams (der hier genauso wie in "One Hour Photo" in ungewohnter Rolle als Psychopath zu sehen ist) und Al Pacino auf der Fähre. Das Duell, in dem sich beide hier psychisch auseinandernehmen, ist exzellent geschrieben und umgesetzt worden.
Das relativ offene Ende von "Insomnia" fügt sich passend in das Gesamtbild des Films ein, und viele Szenen bleiben dauerhaft im Gedächtnis hängen (wie z.B. zu Beginn die Jagd im Nebel oder die Verfolgung über die schwimmenden Baumstämme).
"Ein guter Cop kann nicht schlafen, weil ihm ein Teil des Puzzles fehlt, und ein schlechter Cop kann nicht schlafen, weil sein Gewissen ihn plagt."
|
|
|
26 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
unglaublich subtil, 11. Februar 2003
Es ist mal wieder typisch, dass ein solch unglaublich guter Film nur von einem Randpublikum gesehen wird. Glücklicherweise sind das Leute, die die schauspielerischen Leistungen von Al Pacino oder Robin Williams wirklich zu schätzen wissen. Was Al Pacino in diesem Film an Charisma rüberbringt, ist fast nur mit seiner Leistung in "Heat" zu vergleichen, dem besten Film überhaupt. Mit einem einzigen Blick in sein Gesicht schreibt man diesem Menschen schon Charakter zu. Robin Williams wirkt ähnlich wie in "One hour photo" auf den ersten Blick ruhig und nett, doch lässt er einen die dunklen Seiten seiner Seele erahnen, ohne dies plakativ oder offensichtlich darzustellen - ebenfalls eine sehr große Leistung. Christopher Nolan hat nach "Memento" wieder sehr präzise gearbeitet, jede Kameraeinstellung sitzt, kein Bild oder Dialog ist überflüssig. Das Drehbuch ist in sich schlüssig und trägt seinen Teil zu diesem Kunstwerk bei. Wer Filme mag, bei denen eine genaue Charakterzeichnung mehr wert ist als allzu viel Action (die keineswegs fehlt), der wird diesen Film lieben!
|
|
|
10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Alaska-Thriller und was für einer, 20. November 2007
Vorab: Dieser Film wird dominiert von Al Pacino in der Figur der Cop-Legende Will Dormer und Hilary Swank, die eine unerfahrene, aber eifrige junge Polizistin Ellie Burr gibt. Beide entwickeln in genialer Weise diese komplexen Filmfiguren über die Dauer des Streifens hinweg und ich konnte mich in keiner Sekunde dem phantastischen Spiel beider entziehen.
Der Plot als solcher ist einfach gestrickt. Die Mordspezialisten Dormer und Eckhart werden aus Los Angeles in die Einöde Alaskas in ein Kaff namens Nightmute abgestellt, um den Mord an einer siebzehnjährigen Schülerin aufzuklären. Sie legen dem Täter einen Hinterhalt und gerade in dem Moment als die Falle zuschnappen soll, gelingt es dem Mörder im Nebel zu entkommen. Auf der Verfolgungsjagd erschießt Dormer versehentlich seinen Partner Eckhart.
Um dieses Versagen zu kaschieren verschweigt Dormer den Unfall und schiebt die Tat dem Killer in die Schuhe. Der Kriminalautor Walter Finch (sehr überzeugend Robin Williams) kontaktet den Kriminalspezialisten, outet sich als Mörder des Mädchens und erklärt, dass er diesen Unfall, der auch ein Mord hätte sein können aufgrund von Umständen die sich im Laufe der Handlung aufzeigen, gesehen hat. Er schlägt einen Handel vor und beide schweigen, als sich die offiziellen Ermittlungen auch auf den Romanautoren konzentrieren.
Es entwickelt sich ein Katz- und Mausspiel der Sonderklasse, bei dem der Zuschauer fasziniert die durch nächtliche Helligkeit und innere Zerrissenheit Dormers bedingte Schlaflosigkeit verfolgt, während die junge Polizistin Zweifel packen, die sie still und hartnäckig verfolgt, obgleich sich ihre Ermittlungsergebnisse gegen ihr Idol Dormer richten.
Ein düsterer, atmosphärisch unheimlich dichter und packender Film, der bis zur letzten Sekunde fesselt, wenngleich das Ende mir ein bisschen zu konventionell gestaltet wurde, was der grundsätzlichen Klasse des Streifens jedoch nicht wirklich schadet. Das DVD-Bonusmaterial sei an dieser Stelle lobend erwähnt. HMcM
|
|
|
Die neuesten Kundenrezensionen
|