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23 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Von vielem ein bisschen zuviel..., 6. April 2003
Sowohl Steven Spielberg als auch Tom Cruise sind Garanten für eine mehr als hochkarätige Produktion. Deutlich wird auch das Teamspiel zwischen Spielberg und seinen langjährigen Mitarbeitern wie Janusz Kaminski, Michael Kahn und John Williams um nur ein paar zu nennen. Der Film ist technisch nahezu perfekt, spannend bis zur letzten Minute und entlässt den Zuschauer nicht mit Magenkrämpfen und Kloß im Hals, sonder mit dem guten Gefühl, dass alles sich zum Guten gewandt hat.Dennoch muss man sagen, dass der "Post-Schindlers-Liste-Spielberg" nicht mehr dass ist, was er mal war, mit Ausnahme von "Die Vergessene Welt" bleibt immer ein fader Beigeschmack zurück, mal mehr, mal weniger. Da wäre zum einen die so genannte, politische Korrektheit seiner Werke. Wenn John Anderton die Verfolger aus seinen eigenen Reihen nicht tötet, wie Schwarzenegger und Stallone es vor zehn Jahren noch getan hätten, ist das okay, nein, sogar gut. Glorifiziert man Vaterland und Regierung jedoch zu sehr, indem man z. B. die Waffen der Polizisten digital durch Funkgeräte ersetzt wie bei E.T., geht die Glaubwürdigkeit (so was gibt's auch bei Science Fiction Filmen) flöten. Dieser Stil kommt bei Minority Report zum Glück nur sehr subtil durch das Weglassen übermäßiger Kritik des Systems zum Vorschein. Was das viel diskutierte Ende angeht; ich bin ein Fan des guten alten Happyends, gebe aber auch zu, dass hier vielleicht sprichwörtlich etwas viel des Guten angerührt wurde. Apropos etwas viel... Die Spezialeffekte sind wohl DAS Aushängeschild eines Films, der in der Zukunft spielt. Warum aber muss der Zuschauer damit erschlagen werden. Gerade bei ILM hat man immer mehr den Eindruck, dass der Film nur als Trägermedium für die Effekte benutzt wird, und nicht umgekehrt. Im Falle von Star Wars kann man das noch George Lucas in die Schuhe schieben, da er offensichtlich nicht mehr willens oder fähig ist, ein vernünftiges Drehbuch zu schreiben. Aber auch andere Werke, wie Minority Report sind stellenweise nur noch überladen mit Effekten. Man denke and die Struktur aus Straßen auf dem Boden, in der Luft und an den Wänden, wo es von hunderten von sich nahezu gleichenden Fahrzeugen wimmelt. Oder and die "Spiders", die wie in einem 80er Jahre Manga mit Tentakelbeinchen daherkommen und überall reinkrabbeln. Letztere machen zumindest in der Handlung noch einen Sinn. Von den Jägern der Pre-Crime Cops gar nicht erst anzufangen, die wir in ähnlicher Ausführung doch irgendwo schon gesehen haben, oder? Unter diesen Effekten leidet jedenfalls der Rest des Film ganz gewaltig und der Begriff Set Decoration könnte bald zu einem Fremdwort werden. So gibt es in der Automobilfabrik neben den Kastenartigen Fabrikationsstraßen, aus den die fertigen Vehikel flutschen nur noch palettenweise lehre Tonnen !? Wenigstens waren in Minority Report die Möbel noch echt. Die zweite Hälfte des Films, die sich doch zu einem nicht unbedeutenden Teil außerhalb der Stadt abspielt, bzw. nicht ganz so extrem mit den Errungenschaften der Technologie protzt, macht übrigens einen viel besseren Eindruck als die Hover-Motor-Show zu Beginn. Das gleiche Problem schlägt sich auf den Sound nieder. Statt vielseitig und realistisch sind die Effekte Skywalker Sounds Effekt seid Episode 1 nur noch VIEL und LAUT. Wieder sind es die konventionellen, die den Tag retten. Kameraführung (Janusz Kaminski), Schnitt (Michael Kahn), Kostüme (Deborah Lynn Scott) und John Williams mitreißende, emotionsgeladene Partitur machen Minority Report zu einem echten Film. So schafft er es, zu fesseln und aufzuwühlen. Tom Cruise ist mittlerweile ein recht zweifelhafter Mann geworden. Immerhin hat er sogar seine eigene Synchronstimme vergrault. Spielen kann er aber und ich muss zugeben, ihn gerne zu sehen. Max von Sydow ist und bleibt ein Profi, so natürlich und glaubwürdig, ist kaum jemand in Minority Report. Auch Colin Farrell (Danny Witwer), Neal McDonough (Fletcher), Lois Smith (Dr. Hineman) und Peter Stormare (Dr. Solomon Eddie) und noch einige mehr verdienen Anerkennung für ihre Leistungen, das sie verhindern, dass Minority Report zu einer hochkarätig besetzten Ein-Mann-Show des Helden wird. Aber Vorsicht, auch mit den kleinen menschlichen Details geht Spielberg ein bisschen sehr großzügig um. Ein Polizist speit dem anderen sein Frühstück ins Gesicht, dann haben wir zwei Leute auf der Toilette, fünf beim Sex, ob nun am Anfang abgebrochen, am Ende überrascht oder virtuell simuliert, Dr. Solomon schnaubt uns seinen Auswurf vor die Füße usw. Entwickelt sich Spielberg zum Körperflüssigkeitenfetischist? Auch hier gilt, es war ein bisschen zu viel. Was die Ausstattung der DVD angeht, sehr gut, wie schon bei Planet der Affen, Titan A.E. oder Episode 1 und 2 aus dem Hause Fox. Persönlich finde ich allerdings nichts spannendes daran, zu erleben, wie sich die Mitwirkenden in Interviews gegenseitig Honig um den Bart schmieren. "Er weis genau, was er will...", "Er machte soviel Spaß mit ihm zu arbeiten..." und ähnlicher Bla Bla. Dennoch, Audiokommentare und Berichte vom Set oder aus der Schmiede der Effekte sind immer interessant, wenn einige ILM Leute sich auch manchmal nur selbst bewundern, wie toll sie doch sind. Bild und Ton der DVD sind ausgezeichnet, wenn auch der DTS Ton nicht den spektakulären Vorsprung vor der Dolby DIgital Fassung hat, den man bei Projekten aus dem DTS Elternhaus Universal gewohnt ist. Das Menü kann sich sehen lassen, ist aber wie schon bei Planet der Affen auf der zweiten Disc wesentlich abwechslungsreicher als auf der ersten. (Okay, das ist natürlich kein Faktor für die Kaufentscheidung). Im Ganzen ist die DVD auf jeden Fall eine Bereicherung für die Sammlung. Fazit. Anschauen und Testen. Wer den Film mag, sollte ihn sich auf jeden Fall kaufen, da er ihn sich mit Sicherheit auch ein zweites und drittes Mal ansieht. Auch für den Video (oder DVD) Abend mit freunden ist Minority Report prima geeignet.
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