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Audition
 
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Audition

DVD ~ Ryo Ishibashi
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Produktinformation

  • Darsteller: Ryo Ishibashi, Eihi Shiina, Miyuki Matsuda
  • Regisseur(e): Takashi Miike
  • Komponist: Koji Endo
  • Format: Dolby, HiFi Sound, PAL, Widescreen
  • Sprache: Japanisch (Dolby Digital 2.0), Deutsch (Dolby Digital 2.0)
  • Untertitel: Deutsch, Englisch
  • Region: Alle Regionen
  • Bildseitenformat: 16:9 - 1.66:1
  • FSK: Freigegeben ab 18 Jahren
  • Studio: M.I.B. - Medienvertrieb in Buchholz
  • Erscheinungstermin: 30. August 2005
  • Produktionsjahr: 2002
  • Spieldauer: 111 Minuten
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • ASIN: B000062V8E
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 11.073 in DVD & Blu-ray (Die Bestseller DVD & Blu-ray)

Rezensionen

OFDb.de


In diesen Alptraum aus Tod und Verstümmelungen gerät der Zuschauer jetzt unvermittelt ebenso wie der Hauptdarsteller, eine Dimension des Wahnsinns, aus der es kein Entrinnen gibt. Und um den Zuschauer zusätzlich an die Realität des Geschehens zu fesseln, inszeniert Miike eine unmenschlich langgezogene Folterszene teilweise aus der Sicht des Opfers, garniert mit einem sanft-haßerfüllten Monolog der Wahnsinnigen, die eifrig und gleichzeitig zärtlich ans Werk geht . Zuvor schon montiert Miike eine fast Lynchsche Traumsequenz zusammen, die all die Bruchstücke des Wissens der Hauptfigur zusammenfaßt und in einen sexuellen und psychologischen Kontext zur eigenen Entwicklung setzt. Allein dieser Traum (der u.a. einen kaum faßbar Verstümmelten ins Bild setzt) ist in Farbgebungen und Gegenschnitten herausragend umgesetzt, ein ineinander verschwimmendes Vexierspiel vieler Szenen, die in der Ruhephase zu Beginn oft nicht gerade viel Sinn gemacht haben, aber nun resumiert werden.

Die Traumsequenz und vor allem die finale Folterszenen gehören zum Unangenehmsten, was in letzter Zeit im Kino war. Läuft schon bei der Wahrheitsfindung so mancher Schauer über den Rücken, wird das Gefühl der Unruhe von da an mit Minute stärker und kulminiert schließlich in einer würgend realistischen Szene, in der Akupunkturnadeln an bestimmten Stellen für entscheidenden Schmerz und eine Art Sägedraht für ein drastische Amputation sorgen. Wem hier nicht die Luft leicht knapp wird, hat mit sensorischer Abstumpfung zu kämpfen.

Der Film endet überraschenderweise dezent schwankend zwischen Realität und Vorstellung und noch dazu nicht im totalen Nihilismus, sondern mit einer zusammenfassenden Note, die einen bereits im Film gehörten Mono/Dialog in einen neuen Kontext setzt. Trotzdem ist tiefes Durchatmen vermutlich Pflicht, wenn die Schlußtitel beginnen.

Visuell also einer der feiner abgestimmten Filme Miikes, in Komposition stilsicher und nicht wild zusammengebastelt, sondern stilvoll, poetisch und schrecklich gleichzeitig.

Psychologische Rezeption: Was uns Miike wieder damit sagen will (wenn er das überhaupt will) steht auf einem ganz anderen Blatt. Oftmals scheint er bei seinen Arbeiten auf die visuelle Umsetzung an sich angesprungen zu sein und weniger auf den psychologischen Hintergrund.

Hier jedoch gibt es ggf. eine Menge zu diskutieren, wenn man den Film nicht als reine Unterhaltung nehmen will, was beinahe unmöglich ist. Was meiner Ansicht nach gut im Film untergebracht wurde, ist eine allgemeine Kritik an der japanischen Gesellschaft. Das wird zwar von den Figuren selbst in den Mund genommen, doch die Absicht geht mit der Entwicklung der Figuren noch tiefer.

Das Auseinanderfallen eines alten und modernen Japans, die hypermodern-übersexuelle aufgeklärte Jugend, die sich mit den traditionsbehafteten reifen Jahrgängen nicht mehr verträgt, sind hier der Ausgangspunkt. Da wird über Japans alte Tugenden, die verloren gingen, gejammert. Der Protagonist wünscht sich eine intelligente, weltoffene und doch demütige, verletzte und reife neue Frau; ein Mädchen, dem man sich überlegen fühlen kann, eine Vaterfigur, eine sexuell-schützende Omnipotenz, obwohl sich der Protagonist das nie eingesteht.

Diese Doppelzüngigkeit findet dann ihre Entsprechung in der Figur der Asami, die ein Produkt dieser gesellschaftlichen Entwicklung ist: beschützt, behütet, gefördert und dann sexuell mißbraucht und körperlich mißhandelt, dieselbe Hingabe und Aufopferung verlangend, die unausgesprochen von den Männern gefordert wird oder hier von der Hauptfigur im Stillen gewünscht ist. Diese universelle Fixierung auf das Prinzip Mann und Frau kann jedoch im traditionellen Japan nicht umgesetzt werden und so endet dieses beidseitige Verlangen in Wahnsinn und Verstümmelung, wenn die Frau schlußendlich Konsequenzen aus der Nicht-Evolution der japanischen Gesellschaft zieht.

Wie gut das bisweilen gestrickt wird, beweist die Delirium-Trausequenz, in der visuell angedeutet wird, daß unser Protagonist seine Sekretärin rollentypisch für die Gesellschaft sexuell nicht richtig wahrnimmt oder sie für einen One-Night-Stand mißbraucht (und dann fallengelassen) hat, gleichzeitig seine aufgeklärt-fröhlich-lebensbejahende Haushälterin für sexuell "gefährlich" hält, ein untypische Entwicklung für eine japanische Frau.

Darin kommt auch ein latenter eigener Todeswunsch zum Tragen, wenn er im nie verarbeiteten Schmerz über den Verlust seiner Frau, in der Nachfolgerin ein entsprechendes Echo sucht, ein Opfer von Leid und Aufopferung. Daß ihr Leid den seinen übersteigen könnte, sie diesen verstanden haben und (wenn auch pervertiert) gegen die Gesellschaft einsetzen könnte, geht ihm in seiner Retro-Haltung nicht auf, die nicht auf Selbstreflexion fußt. Bis der Schmerz dann visualisiert wird, reell "einschneidet", multipliziert und so den "anderen" verständlich gemacht wird, durch die Opferperspektive der Kamera eins zu eins auf den Zuschauer übertragen.
Das ist fühlbarer Schmerz des Kinos, psychologisiert und dennoch von jener krass-realistischen Art, die keine Zweifel zuläßt. Hoffentlich ist die japanische Gesellschaft dafür schon reif.

--- Silvan Prefetzky (Moonshade)


VideoMarkt

Seit dem Tode seiner Frau vor sieben Jahren kümmert sich der Unternehmer Aoyama allein um die Erziehung seines Sohnes. Nicht zuletzt auf dessen Drängen entschließt er sich eines Tages, nach einer neuen Frau Ausschau zu halten. Ein befreundeter Filmproduzent organisiert daraufhin ein Vorsprechen für ein fiktives Filmprojekt und lädt dazu allerhand alleinstehende Frauen in heiratsfähigem Alter ein. Aoyamas Wahl fällt auf die schöne Asami, deren feenhaftes Wesen ihn beeindruckt. Eine Entscheidung, die er bald bedauern wird.

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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Schon heute ein Klassiker..., 27. Juli 2007
Von M.W. "mttweb" - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REVIEWER)   
AUDITION wurde 2006 zu später Stunde auf ARTE ausgestrahlt, und zwar genau so, wie er auch auf der DVD zu sehen ist, nämlich ungekürzt! Für einen Kulturkanal recht mutig, aber dennoch passend, denn dieser Film ist alles andere als ein gewöhnlicher Schocker. Dank der vielschichtigen Handlung sowie seiner ästhetischen Bilder nimmt AUDITION im Genre des Psychothrillers eine Sonderposition ein. Was wie eine romantische Komödie beginnt, entwickelt sich zunehmend zum beunruhigenden Drama bis hin zum totalen Albtraum.
Takashi Miike nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise ins Herz der Finsternis und präsentiert mit Eihi Shiina als Asami eine betörend schöne und zugleich beängstigend glaubwürdige Psychopatin. Dass sich ein so zartes und verletzlich wirkendes Geschöpf als zuckersüß lächelnde sadistische Bestie entpuppt, stellt sämtliche Regeln auf den Kopf, und die verstörende Wirkung auf den Zuschauer ist phänomenal.
Hinzu kommt, dass der Film keine eindeutige Stellung bezieht, was Täter und Opfer betrifft. Ist der Geschäftsmann Aoyama gänzlich unschuldig an seiner prekären Lage, und sind Asamis Motive völlig unverständlich? Immerhin sind sich diese beiden Menschen nicht zufällig begegnet, sondern durch die titelgebende Audition, also das Vorsprechen für einen Film. Dabei handelte es sich allerdings um einen perfiden Trick, inszeniert durch einen befreundeten Produzenten, damit sich der verwitwete Aoyama unter den vielen allein stehenden Bewerberinnen eine neue Frau auswählen kann. In der schüchternen Asami glaubt er die Richtige gefunden zu haben, was sich bald als schwerer Irrtum erweisen soll. Zunächst wirkt alles ganz harmlos, doch dann findet Aoyama zunehmend Hinweise darauf, dass irgend etwas mit Asami nicht stimmt. Zu spät erkennt er die Gefahr, in der er schwebt, denn die Falle ist bereits zugeschnappt...
AUDITION ist ein Film für Zuschauer mit Geduld und starken Nerven. Takashi Miike lässt sich Zeit, erzählt die Geschichte ohne Hast und schraubt den Terror ganz langsam nach oben, bis es kein Entkommen mehr gibt. Die letzten zehn Minuten sind der blanke Horror und stellen jeden Hollywood-Reißer locker in den Schatten (wohl auch aus diesem Grund gab es bislang noch kein Remake mit westlichen Darstellern).
AUDITION kann bereits heute als moderner Klassiker angesehen werden. Danke, ARTE.
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16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Nichts für schwache Nerven, 13. November 2006
Von Richard Koerber "Shred" (Bergisch Gladbach) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REVIEWER)    (REAL NAME)   
Der alleinerziehende Geschäftsmann Aoyama möchte sich eine neue Frau suchen. Ein befreundeter Filmproduzent schlägt vor, dazu ein Vorsprechen für die weibliche Hauptrolle eines Films zu inszenieren. Aoyama kann sich unter den Schauspielerinnen dann seine neue Lebensgefährtin aussuchen. Seine Wahl fällt auf Asami, einer gut erzogenen Frau mit tadellosem Lebenslauf. Er trifft sich seitdem mit ihr, und alles scheint perfekt zu laufen. Doch dann entdeckt Aoyama Ungereimtheiten in ihrer Vergangenheit.

Miike, bekannt für seine Perversionen und seine Vorliebe für fast schon beiläufig erzählte Gewalt, gibt sich bei der ersten Hälfte von Audition außergewöhnlich zahm, so dass man sich fast schon in einen etwas langatmigen Liebesfilm verirrt zu haben glaubt. Doch dann nimmt der Film zunehmend und in geradezu beängstigendem Maß an Fahrt auf, bis im Finale der Zuschauer buchstäblich unter dessen Räder kommt. Für mich ist es ganz klar Miikes Meisterwerk.

Gegen Audition sind die üblichen Asia- oder Hollywood-Horrorfilme bessere Gutenachtgeschichten für Vorschulkinder. Der Horror ist nicht offensichtlich (tatsächlich ist der Film sogar relativ blutarm), sondern subtil, und spielt sich eher im eigenen Kopf ab als auf der Leinwand. Das macht Audition selbst für abgebrühte Horrorfilmfreunde ziemlich schwer verdaulich. Audition ist kein Film, den man sich mit Freunden zu Halloween anschauen kann, denn möglicherweise dezimiert sich der Freundeskreis danach spürbar. Man sollte sich gut überlegen, ob und mit wem man sich diesen Film ansieht.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Traumatisch und realistisch: Eine herbe Mischung, 23. September 2008
Ich habe den Film gerade vor 3 Minuten beendet und bin auf der Suche nach einer Erklärung für das gerade Gesehene.
Dieser Film bietet in jedem Fall die Grundlage für eine lange Diskursion. Nicht nur um die Handlung aufzuarbeiten, sondern auch, ob dieser Film noch ästhetisch wenn nicht sogar zu grausam und abstoßend ist.
Der Film besitzt eine unglaubliche Tiefe und man beginnt, wie in nur wenigen Filmen, sich in den Protagonisten hineinzuvertiefen. Durch die einfache und effektlose (Wikipedia sagt langatmige) Erzählweise gelingt es Miike den Zuschauer durch Realismus zu fesseln, um ihn dann am Ende des Films in einen wahren Alptraum zu stürzen. Durch leise Vorahnungen wird der Protagonist, wie auch der Zuschauer auf anfangs scheinbar belanglose Zusammenhänge über Verdachtsmomente und schließlich zur grausamen Wahrheit geleitet. Die Folterszene zum Ende hin lässt nur abgestumpfte Menschen kalt. Jeder andere wird die Blicke abwenden müssen.
Ob das jetzt Kunst ist, oder ob Miike einfach nur weiß zu schocken und damit für Aufmerksamkeit zu sorgen ist, denke ich, subjektiv. Es ist auf jeden Fall etwas anderes sich einen Gewaltporno wie Saw anzuschauen!
Ich gebe nur die Empfehlung, sich den Film nur anzuschauen, wenn den Horror ertragen kann. Zu empfindliche Gemüter werden den Film ohnehin meiden. Für mich stellt sich nach solchen Filmen immer die Frage, ob sowas wirklich nötig ist und ob man wirklich immer auf die "Schmerzpunkte" (siehe Folterszene am Ende des Films) der menschlichen Psyche drücken muss.

Wer die Blicke von dem Ende abwendet und sich Zeit für die schauspielerische Leistung und die ausgereifte Handlung nimmt, der bekommt einen Film, dem ich immernoch 5 Sterne gebe.
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2.0 von 5 Sternen Schnarch.................schnarch..................!!!!!!!!!
Bin mit hohen Erwartungen in den Film eingestiegen, und wurde bitter entäuscht. Es ist ein typischer asiatischer Film, dass heißt er lässt sich unglaublich viel zeit. Lesen Sie weiter...
Vor 2 Monaten von Watcher veröffentlicht

4.0 von 5 Sternen leiser Horror
Zuerst einmal: der Film ist top! Er ist sehr! realistisch und hat etwas ungemein grausames.Und nun kommt die Kritik. Lesen Sie weiter...
Vor 9 Monaten von Horrorlady veröffentlicht

5.0 von 5 Sternen ein absurd-ästhetisches Trauma
Hier hätten wir Japans wildesten Skandal-Regisseur Takashi Miike, der ein äußerst beklemmendes Filmwerk schuf. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 17. November 2006 von Johannes Krebs

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