Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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244 von 253 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Unglaublich, 17. September 2002
Selten hat mich ein Film so fasziniert wie "Memento". Die absolut ungewöhnliche Erzählweise ist verwirrend und erfrischend zugleich. Die Geschichte handelt von einem Mann, Leonard, der sein Kurzzeitgedächtnis verloren hat. Dies geschah weil er von dem Vergewaltiger und Mörder seiner Frau angegriffen wurde. Nun will Leonard seine tote Frau rächen. Als Hinweise dienen ihm nur Polaroid Fotos, auf denen er sich selbst Notizen macht, und seine bizarren über den ganzen Körper verteilten Tätowierungen. Nach dem Unfall weiß Leonard zwar alles über seine Person und den Mord an seiner Frau, doch im Alltag kann er sich nicht daran erinnern, was 5 Min. vorher passiert ist. Die Erzählweise des Films ist atemberaubend. Die Story wird vorwärts und gleichzeitig rückwärts erzählt. Der Film beginnt mit dem Ende. Hierbei gelang den Machern des Films genau das, was sie erreichen wollten: Sie wollten zu Anfang in den Köpfen der Zuschauer genau so eine Verwirrung schaffen, wie sie Leonard Tag für Tag empfindet. Man erkennt jedoch sehr schnell das Konzept des Films und hat kaum Probleme, diesem zu folgen. Die Rückblicke sind in Farbe, während die anderen Parts s/w sind. Die s/w Sequenzen sind mehr wie eine Art Dokumentation gehalten. Man erfährt durch Leonard, wie jemand den Alltag meistert, der an Kurzzeitgedächtnis-Verlust leidet. Die farbigen und s/w Szenen wechseln sich ab, bis sie schließlich am Ende des Films quasi zusammengeführt werden. Das "Ende" ist sehr überraschend und faszinierend. Man kann sich der düsteren Atmosphäre des Films kaum entziehen. Memento ist der ERSTE Film, den ich mir gleich zweimal hintereinander angesehen habe. Plus: ein super Guy Pearce, der die Rolle einfach perfekt spielt. Auch der Rest der Besetzung ist klasse. Dieses gute Stück kommt als Doppel DVD mit vielen aufschlußreichen und ausführlichen Extras! Ein MUSS!
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38 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Wo war ich stehengeblieben ?, 13. Oktober 2006
Zum Inhalt des Films: Leonard Shelby wird nur von einem Gedanken getrieben: Rache an dem Mörder seiner geliebten Frau zu nehmen. Die Suche nach diesem gestaltet sich für ihn als äußerst schwierig, denn er hat, durch eine Kopfverletzung bei dem Anschlag, die Fähigkeit verloren sich Erlebnisse länger als ungefähr 10 Minuten zu merken, ausgenommen der Ereignisse vor dem Mordanschlag. Er entwickelt ein komplexes Erinnerungssystem, um sich bei seiner Jagd nicht zu verzetteln.
Das Raffinierte an diesem Film ist seine Erzählform. Die Haupthandlung des Krimis läuft szenenweise rückwärts ab und beginnt konsequenterweise mit der chronologisch letzten Szene. Danach wird die vorletzte Szene gezeigt und so weiter, bis wir am Anfang der Geschichte sind. Parallel wird ein Ablauf in zeitlich linearer Reihenfolge gezeigt, der ganz in schwarz/weiß gehalten wird und ganz auf die Innenwelt des Protagonisten eingeht. Irgendwann gegen Ende des Films treffen sich beide Zeitlinien.
Christopher Nolan hat diese Erzählweise, zusammen mit seinem Bruder Jonathan, wie ich vermute, unter anderem deswegen entworfen, damit sich der Zuschauer stärker mit der Hauptfigur Lenny identifizieren kann. Denn genauso wie er fragen wir uns, was denn immer jeweils vor der aktuellen Szene passiert ist. So schlüpfen wir gefühlsmäßig in den armen Protagonisten, der von Ort zu Ort tappt und nicht merkt, wenn er von seinen Mitmenschen als Marionette mißbraucht und ausgenutzt wird.
Der Spiefilm gehört zu der Sorte, den man wohl erst durchschaut, wenn man ihn mehrmals gesehen hat. Dann werden viele Dinge offensichtlich, die man vorher, als der Zuschauer noch ausschließlich durch Lennys Augen die Handlung verfolgt hat, nicht erkennt. Denn auch die Nebenfiguren haben ihre eigene Geschichte, die auf den ersten Blick nicht zu sehen ist.
In der Hauptrolle glänzt der Australier Guy Pearce, der vorher in 'L.A. Confidental' aufgetreten ist. An seiner Seite agieren ebenfalls bravourös die beiden 'Matrix'-Darsteller Joe Pantoliano als sein Kumpel Teddy und Carrie-Anne Moss als die undurchsichtige Natalie.
Zum Film kann man optional einen Audiokommentar des Regisseurs hören, in dem er detailliert auf die Struktur des Films eingeht und noch einige Hinweise zur Auflösung der Story gibt.
Wer sich die Geschichte in chronologischer Reihenfolge anschauen möchte, kann dazu ein nettes 'Hidden Feature' der DVD nutzen. Man klickt auf 'Filmstart' und drückt dann zweimal auf die 'Rechts'-Taste der Fernbedienung. Es erscheint der Schriftzug 'Memento'. Dann drückt man OK und die Szenen laufen in zeitlich linearer Folge ab.
Auf der Bonus-DVD befindet sich neben dem kurzen, aber informativen 'MakingOf' noch die Kurzgeschichte 'Memento Mori' von Jonathan Nolan, die man unbedingt lesen sollte, da man mehr über die Krankheit Lennys erfährt.
Fazit: Regisseur Christopher Nolan hat wohl den intellektuell anspruchsvollsten Film Noir seit Jahren gedreht. Von diesem Regisseur wird wohl auch in den nächsten Jahren noch zu hören sein. Da der Film einen so ungewöhnlichen zeitlichen Handlungsverlauf hat, ist er nicht unbedingt leichte Kost und daher nur eingefleischten Cineasten zu empfehlen.
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26 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Innovatives Drama zum Mitdenken, 1. November 2006
Memento ist ein außergewöhnlicher Film, der die Bereitschaft zum Mitdenken vorraussetzt. Für alle, die kurzweilige Unterhaltung wünschen, ist er deshalb nicht geeignet. Der Protagonist des Films, Leonard Shelby (gespielt von Guy Pearce aus L.A. Confidential), hat bei einem Überfall nicht nur seine Frau, sondern auch die Möglichkeit sich Gedächtnisinhalte einzuprägen, verloren. Unfähig neue Erinnerungen längerfristig einzuspeichern versucht er mit Hilfe von Aufzeichnungen, Polaroid - Fotos und Tätowierungen sein Leben zu strukturieren. Dabei dient ihm die Suche nach dem Mörder seiner Frau als Lebensinhalt. Um die besondere Situation des Protagonisten für den Zuschauer nachvollziehbar darzustellen wird auf ein sehr innovatives Mittel zurückgegriffen. Die Handlung verläuft in zahlreiche Sequenzen unterteilt rückwärts, das heisst der Film beginnt mit dem Ende und endet mit dem eigentlichen Anfang der Handlung. Unterbrochen werden diese Sequenzen von Szenen in schwarz/weiss, die das Innenleben des Protagonisten darstellen und in zeitlich linearer Reihenfolge ablaufen. Der Zuschauer ist dadurch in einer ähnlichen Lage wie die Hauptfigur des Films, denn man besitzt keine "Erinnerung" und muss mutmaßen warum bestimmte Dinge geschehen und warum Menschen in Leonard's Umfeld sich in entsprechender Weise verhalten. Meiner Meinung nach ist dieser außergewöhnliche Versuch der Darstellung hervorragend gelungen. Zum einen kann man sich somit tatsächlich in die Lage des Protagonisten hinein versetzen; zum anderen zeigt es, wie abhängig Menschen von ihren Erinnerungen sind, welche Macht unsere Erinnerungen auf unser Handeln ausüben und das Erinnerungen auch durch Emotionen beeinflusst werden können. Unabhängig davon ist der Film durch die aktive Teilnahme des Zuschauers wahnsinnig interessant und spannend. Schlussfolgernd kann ich "Memento" somit allen empfehlen, die Interesse an intelligenten Filmen zum Mitdenken haben und bereit sind, sich auf die beschriebenen Besonderheiten einzulassen. Als Bonus gibt es neben dem Making of eine Kurzgeschichte des Regisseurs über die Krankheit des Protagonisten und eine Version des Films in zeitlich linearer Reihenfolge.
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