Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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19 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
In Beleuchtung eine Eins, 2. August 2006
Boston 2001 wird im Allgemeinen als Schwächere der beiden "Elevation"-DVDs gesehen. Ganz lässt sich das nicht widerlegen. Slane Castle ist wirklich eine Klasse für sich, es hat alles: Stimmung, tollen Sound, großartige Einzel-Performances, 4 spielfreudige Burschen, denen vor Vergnügen schon das Lachen auskommt und - mit das Wichtigste - ein frenetisches irisches Publikum.
Dieser Punkt wird in Fankreisen immer am stärksten kritisiert: "Diese Amis verstehen nichts vom Feiern" ist da zu lesen. Trotzdem muss ich hier für dieses Konzert einmal eine Lanze brechen. Tatsächlich liegt die Stärke der Boston-DVD nicht in der Ausgelassenheit des Publikums sondern in den stimmungsvollen, eher ruhigen Momenten. Sehr schön gelungen sind jene Szenen, in der die ganze Halle immer wieder in ein großes Panoptikum verwandelt wird, und weiches Scheinwerferlicht alles in ein magisches Halbdunkel legt. Ein schöner Kontrapunkt zum kalten, blauen Licht auf der Slane Castle Bühne, wo manche Szenen eindeutig überbelichtet sind. Die Kameraführung ist toll, der Regisseur liebt Großaufnahmen sowohl von Details der Instrumente als auch aus der Publikumsperspektive. Bildfüllend fotografierte Hände haben es ihm besonders angetan, er erforscht gewissermaßen die physischen Berührungspunkte zwischen U2 und ihren Fans: hier die Saite, das Schlagzeug, dort die ausgestreckte Hand, die versucht, in diese Musik einzutauchen. Wer selbst einmal dabei war, wird das verstehen. Dieses Stilmittel gibt der Bostoner Publikation eine angenehm tragende Ruhe. Störend wirken dagegen verbissen kreative Abschnitte, wie etwa die Schwarzweiß-Sequenz während New York. U2 brauchen solche Effekte m.E. nicht, ihre Musik ist auch so schön genug.
Die Band selbst wirkt zu Beginn etwas steif, was sich mit der Zeit aber gibt. Zum einen liegt es wohl an der Grippe, von der sich Bono damals, im Juni 2001, noch nicht ganz kuriert hatte. Das macht sich in einigen stimmlichen Aussetzern bemerkbar. Er legt sich zwar für seine Fans ins Zeug, lässt es nicht ein Stück langsamer angehen, legt sogar Extrarunden übers Elevation-Herz ein. Aber wenn man dann sieht, wie er zwischen den Songs keucht und schwitzt, beginnt man sich als treuer Fan um seine Gesundheit zu sorgen.
Wie angedeutet ist das Publikum im Bostoner Fleet Center nicht so ausgelassen wie jenes in Irland. Es hat seine Momente, v.a. am Übergang zu und während Where The Streets Have no Name, aber sonst bleibt die Menge, zumindest akustisch, im Hintergrund. Auch die verhalten tanzenden Figuren auf den Rängen geben nicht gerade ihr Letztes. Sollte das für einen Fan nicht Ehrensache sein? Meine Meinung: wessen Arme nachher nicht taub sind, wessen Handflächen nicht wund und wessen Stimme nicht weg, der war nicht dabei.
Regisseur Hamilton zeigt jeden der vier Iren gern bei der Arbeit. Charakteristisch sind die Großaufnahmen, wenn The Edge mal wieder virtuos die Saiten zupft oder Larry gefühlvoll die Percussion anschlägt. Er schafft damit eine sehr persönliche Note und lässt erahnen, was für begabte Künstler hier am Werk sind.
Das Konzert wird beherrscht von einer ehrfurchtgebietenden Performance von "Bad". Das ist schon mehr als nur Musik, das ist eine, wie man so schön sagt, halbszenische Aufführung. Mitreißend ist jene Einstellung, wie Bono sich von den Fans fast von der Bühne ziehen lässt und sich, ganz der personifizierte Trennungsschmerz, wieder losreißt, dazu eine weiße Rose, die ins Bild ragt, das ist wirklich ganz groß. Der Übergang von "Bad" zu "Where The Streets Have No Name" mittels "40"-Snippet ist mit eine der genialsten Sequenzen von U2 die es m.E. überhaupt gibt. Wenn 50.000 wie mit einer Stimme How long must we sing this song? How long? How long? singen, der Chor die Dunkelheit erfüllt und sich langsam mit den ersten Takten von Streets vermischt, dann ist Gänsehaut garantiert, auch nach dem xten Mal anhören. Überhaupt ist die Version von "Streets" irrwitzig, noch besser als in Slane. Das gleißende Lichterspiel, der Kameraflug über die Köpfe des tobenden Publikums zur Großaufnahme Bonos am Scheitel des Elevation-Hearts ist toll. Dazu Larry, der am Schlagzeug schon fast im Sessel liegt und sich mit gefletschten Zähnen das Letze abfordert. Es folgen denkwürdige Versionen von Bullet The Blue Sky und The Fly. Ein weiteres Highlight stellt "With or Without You" dar. Auch hier legt sich der Frontman ins Zeug, indem er eine junge Frau aus dem Publikum zu sich auf den Laufsteg holt, sie umarmt und liegenderweise den Song performt. Die Magie dieser Szene ist mit Worten nicht zu beschreiben. Sie verleiht dem Titel, der an sich schon in seiner bittersüßen Mischung des Hin- und Hergerissen-Seins eines der besten U2-Stücke ist, noch einmal eine andere Dimension. Wie hier der Schmerz einfach herausgeschrien wird, während die Musik alles einlullt und die Auserwählte lautlos vor Glück zu weinen beginnt - solche Momente sind ein guter Grund U2 Fan zu sein oder es zu werden.
mfg
Roland Zerenko
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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Watch more TV!, 23. November 2001
Von Ein Kunde
U2 entdecken ein (neues) Medium. Wurde auch langsam Zeit. Während frühere DVDs nur ein langweiliger Abklatsch von bestehendem VHS-Material war, überrascht diese DVD mit neuen Features, die man sonst nur selten auf Musik-DVDs findet. (z.B. bei Underworld.) So kann man das Konzert z.B. aus drei verschiedenen Kamerawinkeln betrachten und der Sound ist ebenfalls überragend. Zu einem U2-Konzert muß man wohl nicht viel sagen. Die Tour war fantastisch, diese DVD ist es auch. Denn sie schafft es auf meisterhafte Weise, das Live-Erlebnis zu vermitteln. Interessant auch die Backstage-Berichte und ein paar seltene Aufnahmen von einem Gig in NYC. Also, mein Appell an alle U2-Fans: kauft diese DVD! Und hofft, dass U2 auch in Zukunft auf dieses Medium setzen werden. Warten wir's ab!
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42 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Tolles Konzert mit Bierdeckel, 5. Dezember 2001
Das wichtigste zuerst: Das Konzert ist wirklich gut. Die neue Platte ist sehr stark vertreten und so bleibt neben den unvermeidlichen Songs wie "Where the Streets have no Name" nur wenig Platz für die letzen drei Platten. Die Interpretation der Songs ist aber wirklich gut gelungen. Meine persönlichen Highlights: "The Fly" in einer Akustik-Version und "Bullet the blue Sky"Zur Technik: Livekonzerte sind der natürliche Feind der DVD, denn starke Kontraste, Rauch und schnelle Bewegungen sind Gift für die Kompressionstechnik. Gemessen daran ist das Bild geradezu phantastisch. Nur selten sieht man Artefakte oder Rauschen. Der Ton kann da nicht ganz mithalten. Der 5.1-Mix gibt einem nicht wirklich das Gefühl, mittendrin zu sitzen. Dennoch: unterm Strich ein wirklich gutes "Live"-Erlebnis. Die Extras; Dummerweise kommt diese DVD gleich als Doppelpack daher und wirbt großspurig mit jeder Menge toller Extras. Um es direkt zu sagen: Die zweite DVD ist derart überflüssig, daß man sich über eine AOL-CD als Ersatz fast schon gefreut hätte. Generell kommt die Band selbst viel zu kurz. Die einzig guten Extras sind einige wenige zusätzliche Song-clips von anderen Konzerten. Der größte Brocken der Extras nennt sich "another perspective". Dabei wird ein Großteil des Konzerts aus zwei weiteren Perspektiven präsentiert: Einmal direkt per Handycam aus dem Publikum gefilmt und einmal aus dem Schneideraum, wo man den Regisseur beim Anstarren der Monitore beobachten kann. Bild und Ton aus der Handycam kann man nur mit viel Wohlwollen als "trashig" bezeichnen, die Schneideraumperspektive ist gähnend langweilig. ALs weitere Extras dienen sich eine Art "Making-Of" und "Road Movie" an. Ersteres ist eine langweilige Selbstbeweihräucherung der Filmcrew wo wir erfahren wie toll sie doch alles gemacht haben, zweiteres ist Auf- und Abbau der Bühne auf fünf Minuten zeitgerafft. Schlußendlich gibts noch vier 08/15 Bildschirmhintergründe, einen Bildschirmschoner und Weblinks. Einen Stern Abzug handelt sich die DVD durch die fehlenden Untertitel beim Konzert ein. Fazit: Schade, daß man für ein gutes Konzert relativ viel Geld hinblättern muß (-1 Stern), weil man zur tollen Konzert-DVD einen weiteren Silberling bezahlen muß, der bestenfalls als Bierdeckel taugt. Echte U2-Fans sollten dennoch die Zähne zusammenbeißen und die DVD holen!
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