Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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63 von 70 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Kubrick verabschiedet sich mit einem Kunstwerk !, 4. Dezember 2003
Ich gehöre nicht zu den Leuten die alle Filme von Kubrick von Haus auf einmal gut finden. „Shining", „2001-Odyssee im Weltraum", „Spartacus", „Lolita" und auch „Full Metal Jacket" gehören für mich zu absoluten Klassikern der Filmgeschichte, aber mit Filmen wie „Barry Lyndon" oder auch „Clockwerk Orange", welches beide sicher außergewöhnliche Filme sind, kann ich mich nicht so recht anfreunden. Im Normalfall denke ich liebt oder hasst man Kubricks Filme, der trotz alledem zu den größten Regisseuren der Filmgeschichte gehört obwohl er nie einen Oscar als bester Regisseur erhalten hat. Dreizehn lange Jahre zogen ins Land bevor nach Kubricks letztem Film „Full Metal Jacket" sein neues Werk den Weg in die Kinos fand. Nach dieser langen Zeit voller Gerüchte kam mit „Eyes Wide Shut" leider Kubricks letzter Film in die Kinos. Der Meister selbst durfe die Premiere nicht mehr erleben, da er im März 1999 kurz nachdem er den Film fertig geschnitten hatte viel zu früh verstarb. Basierend auf Arthur Schnitzlers „Traumnovelle" von 1926 sorgte der Film durch seine Geheimniskrämerei seit Beginn der Dreharbeiten vor drei Jahren und einem sehr gewagten Trailer mit Cruise und Kidman für große Erwartungen. Diese Erwartungen erfüllt der Film, welcher gekonnt mit Obsessionen und sexueller Eifersucht spielt, voll und ganz. „Eyes Wide Shut" ist ein Film der für mich als Gesamtkunstwerk steht und mit dem sich ein großartiger Regisseur selbst ein Denkmal setzt. Mit dem traumhaften „Waltz from Jazz Suite 2" von Dimitri Shostakovic, und einer textilfreien Rückenansicht von Nicole Kidman wird der Zuschauer in dieser doch sehr intimen Eröffnungsszene in den Film gesogen der einen bis zum Schluß nicht mehr loslässt. Alice Harford (Nicole Kidman) besucht zusammen mit Ihrem Mann, dem Arzt William (Tom Cruise), die alljährliche Weihnachtsfeier des einflussreichen Freundes Victor Ziegler (Sydney Pollack). Während sich William dem Flirt mit zwei Schönheiten hingibt, schwebt die beschwipste Alice mit einem eleganten Ungarn (Sky Dumont) über die Tanzfläche. Nach der Party gesteht Alice Ihrem Mann, das Sie während Ihres letzten Urlaubs das Verlangen hatte Ihn mit einem gutaussehenden Marineoffizier zu betrügen. Völlig verstört verschwindet William daraufhin in die Nacht und sucht nach dem sexuellen Kick welchen er sowohl bei einer unerfahrenen Prostituieren wie auch bei einer kleinen Nymphomanin (Leelee Sobieski) sucht. Höhepunkt ist sicherlich dann die sexuelle Orgie in einem schloßartigen Anwesen bei der William nach dem Tip eines befreundeten Klavierspielers landet. Nachdem er dort als Eindringling enttarnt wurde opfert sich eine nackte Schönheit um seine Schuld zu bezahlen. Mit dem Gedanken das Unschuldige mit dem Tod für seine Eskapaden bezahlt haben kehrt er Nachts vollkommen verstört nach Hause zurück, wo seine Frau ein traumhaftes Erlebnis für Ihn parat hält. „Eyes Wide Shut" lässt den Zuschauer vertört zurück und man grübelt noch lange nach über das eben gesehenen. Der Film zeigt, wie leicht wir doch all das was wir lieben gelernt haben, aufs Spiel setzen um den ultimativen Kick zu erleben und dabei in Gefahr geraten alles zu verlieren. Kubricks letzter Film ist so facettenreich und genial, das diese Rezension nicht ausreicht um dieses Werk gebührend zu würdigen. Für Stanley Kubrick schließt sich der Vorhang mit Eyes Wide Shut", jeder der den Film sieht sollte die Augen allerdings weit geöffnet haben.
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27 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Höhepunkte, 14. November 2007
Es geht um Sex. Kubrik ist wohl nicht der einzige Mann auf dieser Welt, den im schon gereiften Alter die Rätsel um die schönste Beschäftigung der Welt noch einmal intensiv beschäftigt haben. Was ist nun wirklich so faszinierend an der körperlichen Nähe zwischen Mann und Frau? Was geht wirklich in uns vor, wenn wir von Leidenschaft träumen? Lässt der Reiz des Körperlichen nach im Verlauf der Jahre einer Ehe? Was erhält die Spannung am Leben? Und wie funktioniert Verführung?
Tatsächlich sind Erotik, deren Versprechungen und im Ausnahmefall auch deren bewusste Abwesenheit in jeder Szene des Films spürbar. Gleich zu Beginn sehen wir ein wunderschönes Ehepaar. Aber ein Ehepaar mit einem Problem. Das Geheimnis fehlt. Man sieht sich auch zu, wenn man auf dem Klo ist. Kein Wunder, dass es Dritte erfordert, um das Spiel mit der Lust in Gang zu bringen. Ein erster Höhepunkt ist der Tanz einer leicht angetrunkenen Nicole Kidman mit dem großartig aufgelegten Sky Dumont als galanten, europäischen Verführer auf einer New Yorker Party. Und so ganz nebenbei im Hintergrund darf sich dann auch Tom Cruise mit zwei Modells vergnügen.
Aber so nett ein Flirt mit dem Fremdgehen ja auch sein mag, Sex ist mehr als Unterhaltung, und so kommen gleich die ersten Abgründe ins Spiel. Im Hinterzimmer hat es der Gastgeber etwas zu weit getrieben. Und seine Gespielin liegt jetzt nackt und bewusstlos im Drogenrausch auf dem Sofa. Und der Arzt, den Cruise hier spielt, muss dem Gastgeber aus der Verlegenheit helfen und die bewusstlose Schöne wieder auf die Beine stellen. Überraschenderweise ist es Tom, der Arzt, auf den diese Szene am meisten Einfluss hat.
Nach diesem Abend ist die Dose der Pandora geöffnet. Seine Ehefrau gesteht in einer großartigen Szene, in der viel geraucht wird, ihre Phantasien, in denen ein Unbekannter eine Rolle spielt. Und nun ist die schöne, heile Welt natürlich endgültig aus den Fugen, und auch Tom Cruise (alias Dr. William 'Bill' Harford, aber ich verwende hier schon mit guten Gründen immer die wirklichen Namen der Schauspieler) beginnt mit der Suche nach Leidenschaft, Sex und dem Bösen - natürlich außerhalb der Ehe. Natürlich gerät Tom dabei in ein Problem nach dem anderen. Und natürlich werden wir mit einer Welt konfrontiert, die die Sehnsucht nach Erotik und Leidenschaft schon längst pervertiert hat. Und in der finalen Orgie gibt es plötzlich nackte, kopulierende Paare ohne Ende, ohne dass auch nur eine Spur von Erotik auf der Leinwand sichtbar wäre. Was bleibt? Machtspiele. Und so hat sich der gute Arzt am Ende in etwas verstrickt, was er selbst nicht mehr kontrollieren kann.
Hat nach diesen Geschehnissen die Ehe von Tom und Nicole wirklich noch eine Zukunft? Der Film endet mit einer wirklich starken, aber leise inszenierten Szene, in der ein Four-Letter-Word eine entscheidende Rolle spielt. Mein Rat: Unbedingt diese eine Szene im Original anhören! Denn der Film hat noch eine weitere Besonderheit. Er erzählt auch von einem echten Ehepaar in der Krise. Nicole Kidman und Tom Cruise waren auch in der Wirklichkeit zum Zeitpunkt der Ehe verheiratet, ein wunderschönes Paar in Hollywood, das dennoch eine gewisse Unzufriedenheit mit der Situation ihres Lebens ausstrahlte. Es war eine großartige Wahl von Kubrik, die Kidman hier die Sehnsucht nach den bösen Jungs darstellen zu lassen. Und Tom finde ich in keinem seiner vielen Filme so überzeugend als Darsteller wie hier. Ich persönlich glaube, dass viele Szenen davon leben, dass sie echt sind und dass beide Darsteller keine Probleme hatten, sich in ihre Figuren herein zu denken. Und das erklärt auch die intensive, aber lebensnahe Erotik, die in vielen Szenen herüberkommt. Und mit Erotik meine ich jetzt nicht die Nacktheit der Hauptdarsteller (wobei es diese natürlich auch gibt).
Wie immer bei Kubrik ist das ganze auch handwerklich großartig gemacht. Oft ignoriert: Die Filmmusik ist großartig eingesetzt. Sie ist schräg und sie bricht im entscheidenden Moment die spannende Handlung und die wunderschönen Bilder. Hier geht es ja auch um das Thema Traum, um die Innenwelt und nicht nur um den äußeren Schein, und die Musik ist ein wesentliches Mittel, das dem Zuschauer transparent zu machen.
Ein großartiger Film für erwachsene Menschen in der Krise. Und ein ästhetischer Genuss für den Filmfan.
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69 von 79 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Kubrick sagt GoodBye sich mit einem Kunstwerk !, 18. Dezember 2003
Ich gehöre nicht zu den Leuten die alle Filme von Kubrick von Haus auf einmal gut finden. „Shining“, „2001-Odyssee im Weltraum“, „Spartacus“, „Lolita“ und auch „Full Metal Jacket“ gehören für mich zu absoluten Klassikern der Filmgeschichte, aber mit Filmen wie „Barry Lyndon“ oder auch „Clockwerk Orange“, welches beide sicher außergewöhnliche Filme sind, kann ich mich nicht so recht anfreunden. Im Normalfall denke ich liebt oder hasst man Kubricks Filme, der trotz alledem zu den größten Regisseuren der Filmgeschichte gehört obwohl er nie einen Oscar als bester Regisseur erhalten hat. Dreizehn lange Jahre zogen ins Land bevor nach Kubricks letztem Film „Full Metal Jacket“ sein neues Werk den Weg in die Kinos fand. Nach dieser langen Zeit voller Gerüchte kam mit „Eyes Wide Shut“ leider Kubricks letzter Film in die Kinos. Der Meister selbst durfe die Premiere nicht mehr erleben, da er im März 1999 kurz nachdem er den Film fertig geschnitten hatte viel zu früh verstarb. Basierend auf Arthur Schnitzlers „Traumnovelle“ von 1926 sorgte der Film durch seine Geheimniskrämerei seit Beginn der Dreharbeiten vor drei Jahren und einem sehr gewagten Trailer mit Cruise und Kidman für große Erwartungen. Diese Erwartungen erfüllt der Film, welcher gekonnt mit Obsessionen und sexueller Eifersucht spielt, voll und ganz. „Eyes Wide Shut“ ist ein Film der für mich als Gesamtkunstwerk steht und mit dem sich ein großartiger Regisseur selbst ein Denkmal setzt. Mit dem traumhaften „Waltz from Jazz Suite 2“ von Dimitri Shostakovic, und einer textilfreien Rückenansicht von Nicole Kidman wird der Zuschauer in dieser doch sehr intimen Eröffnungsszene in den Film gesogen der einen bis zum Schluß nicht mehr loslässt. Alice Harford (Nicole Kidman) besucht zusammen mit Ihrem Mann, dem Arzt William (Tom Cruise), die alljährliche Weihnachtsfeier des einflussreichen Freundes Victor Ziegler (Sydney Pollack). Während sich William dem Flirt mit zwei Schönheiten hingibt, schwebt die beschwipste Alice mit einem eleganten Ungarn (Sky Dumont) über die Tanzfläche. Nach der Party gesteht Alice Ihrem Mann, das Sie während Ihres letzten Urlaubs das Verlangen hatte Ihn mit einem gutaussehenden Marineoffizier zu betrügen. Völlig verstört verschwindet William daraufhin in die Nacht und sucht nach dem sexuellen Kick welchen er sowohl bei einer unerfahrenen Prostituieren wie auch bei einer kleinen Nymphomanin (Leelee Sobieski) sucht. Höhepunkt ist sicherlich dann die sexuelle Orgie in einem schloßartigen Anwesen bei der William nach dem Tip eines befreundeten Klavierspielers landet. Nachdem er dort als Eindringling enttarnt wurde opfert sich eine nackte Schönheit um seine Schuld zu bezahlen. Mit dem Gedanken das Unschuldige mit dem Tod für seine Eskapaden bezahlt haben kehrt er Nachts vollkommen verstört nach Hause zurück, wo seine Frau ein traumhaftes Erlebnis für Ihn parat hält. „Eyes Wide Shut“ lässt den Zuschauer vertört zurück und man grübelt noch lange nach über das eben gesehenen. Der Film zeigt, wie leicht wir doch all das was wir lieben gelernt haben, aufs Spiel setzen um den ultimativen Kick zu erleben und dabei in Gefahr geraten alles zu verlieren. Kubricks letzter Film ist so facettenreich und genial, das diese Rezension nicht ausreicht um dieses Werk gebührend zu würdigen. Für Stanley Kubrick schließt sich der Vorhang mit Eyes Wide Shut“, jeder der den Film sieht sollte die Augen allerdings weit geöffnet haben.
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