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Hape Kerkeling, aus der Kirche ausgetretener Komiker, Königin-Beatrix- und Horst-Schlämmer-Parodist, Schauspieler und (Lets Dance)-Moderator, und der Jakobsweg, einer der wichtigsten Pilgerpfade überhaupt -- passt das zusammen? Auf den ersten Blick nicht wirklich. Kerkeling hat selbst seine Zweifel, als er sich in den Pyrenäen mit seinem elf Kilo schweren Rucksack Kehre für Kehre in Richtung fernes Saniago de Compostela dahinschleppt. Doch im Lauf der rund 800 Kilometer langen Tour schwinden die Zweifel, sowohl beim Autor als auch beim Leser. Die beiden passen, und wie.
Der Jakobsweg ist seit knapp tausend Jahren Gegenstand unzähliger Aufzeichnungen und Bücher, gerade in den vergangenen Jahren gab es eine wahre Flut zu diesem Thema. Und doch ist Ich bin dann mal weg erfrischend anders, was an der ganz und gar typisch Kerkelingschen Art und Weise liegt, seine rund sechs Wochen lange Tour amüsant und beschwingt, aber dennoch ergreifend und sehr persönlich wiederzugeben. Seine ungekünstelten Tagebucheinträge machen Mut, dass auch ausgewiesene Couch Potatos die durchaus vorhandenen Strapazen der Wanderung zu meistern. Strapazen lauern übrigens auch in Gestalt wenig komfortabler Unterkünfte, manch ungenießbar scheinender Mahlzeit und aufdringlicher Weggefährten.
Kerkeling nimmt alle Hürden und dabei kein Blatt vor den Mund. Er beschreibt die Dinge und Menschen, wie sie sind. Demzufolge fungiert das 320 Seiten starke und mit einigen netten Fotos angereicherte Buch als ausgezeichneter und sehr detaillierter Reiseführer -- wenngleich sich im Vergleich zum Jahr 2001, in dem dieser Trip stattfand, sicherlich einiges geändert haben dürfte. Wichtiger noch ist aber die Funktion als vom Jakobsweg losgelöster spiritueller Ratgeber. Das Gute daran: Das Buch will gar kein spiritueller Ratgeber sein. Missionarischer Eifer, arrogante Besserwisserei, nervige Erleuchtungseskapaden? Fehlanzeige. Und doch geht es viel um Gott, Religion, Wiedergeburt (ein Thema, dass die Boulevardpresse dankbar aufgriff) und die zentrale Frage Wer bin ich? Seine Gedanken bringt Kerkeling in den so genannten Erkenntnissen des Tages auf den Punkt. Kostprobe vom 3. Juli: Manchmal ist es das Vernünftigste, einfach herrlich verrückt zu sein! Zum Beispiel, als untrainierter Wanderer sechs Wochen lang zu wandern. -- Christian Haas
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Der beliebte Komiker und Moderator Hape (Hans-Peter) Kerkeling beschreibt in „Ich bin dann mal weg“ die Erlebnisse auf seiner Pilgerreise entlang des Jakobsweges nach Santiago de Compostela im Jahr 2001. Er erzählt amüsant von den Menschen, die er unterwegs trifft, oder von maroden Pilger-Rasthäusern. Fern seiner komischen Seite betrachtet er auch tiefsinnig sein eigenes Leben. Man lernt ihn von einer ganz neuen Seite kennen. Das Buch zur Reise verkaufte sich millionenfach und löste in Deutschland eine neue Begeisterung fürs Pilgern und Wandern aus.
Aber eins ist klar: Das Hörbuch übersteigt den Erlebniswert des Buches bei weitem, denn es wird von Kerkeling höchstpersönlich gelesen. Erst wenn man hört, in welcher Art der Autor bestimmte Passagen liest und welche Teile er betont, kann man richtig erfassen, was er wie gemeint hat oder was er für besonders wichtig hält. Durch seine Stimme erwacht das Reisetagebuch zum Leben und es entsteht eine ganz besondere Atmosphäre. Man hat das Gefühl, in Spanien zu sein und mit ihm zusammen den Pilgerweg entlangzuwandern. Auch wenn man das Buch bereits gelesen hat, lohnt sich die zusätzliche Anschaffung des Hörbuchs. -
Björn Akstinat und Juliane Sesse / www.imh-service.de