Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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26 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Kerrs Klassiker Berlin Noir, 11. April 2007
In Großbritannien ist die "Berlin Noir"-Trilogie seit langem ein Klassiker unter den Kriminalromanen. Seltsamerweise erreichte Philip Kerr mit dem Buch in Deutschland nicht die gleiche Popularität wie in seiner Heimat, obwohl die Geschichten in Deutschland spielen.
Allerdings im Deutschland der Nazi-Zeit und das könnte es sein, was einigen Lesern hier aufgestoßen sein mag. Denn Kerr beschreibt die Zeit des "Dritten Reiches" so düster, angsteinflößend und grausam, wie sie wahrscheinlich auch war, und das mit einem grimmigen Humor, der wieder eher britisch ist. Wenn z.B. sein "Held" Bernie Gunther zum wiederholten Male mitten in der Nacht von der Gestapo aus dem Bett gerissen wird, nachdem man ihm die Tür eingetreten hat und er lakonisch fragt, warum sie nicht zur Abwechslung mal einfach tagsüber vorbeikommen und klingeln.
Dies ist keine Coolness, sondern bitterer Sarkasmus eines Desillusionierten, der weiß, dass er noch etwas riskieren kann, solange "sie" ihn brauchen.
Denn immer wieder brauchen die "düsteren Mächte" (siehe Titel des zweiten Romans) die kriminalistischen Fähigkeiten Gunthers, dem es beim direkten Zusammentreffen mit Himmler oder Göring kalt über den Rücken läuft, denn er weiß, dass diese Leute ihn jederzeit töten (lassen) können.
Der erste Fall "Feuer in Berlin" um einen unerklärbaren Doppelmord ist etwas wirr, wird aber überraschenderweise doch zu einer letztlich tatsächlich stimmigen Auflösung geführt. In diesem ersten Teil überzeugt vor allem das verblüffend gut gezeichnete Berliner Lokalkolorit, dass die Vermutung nahe legt, dass Kerr einige Zeit in Berlin verbrachte und sehr gut Zeitzeugenberichte aus den 1930ern studiert haben muss.
Der zweite Fall "Im Sog der dunklen Mächte" um einen scheinbaren Serienmörder der nur blonde "arische" Mädchen umbringt, erschüttert durch die Perfidität der wirklichen Hintergründe.
Der letzte Teil "Alte Freunde - neue Feinde" spielt schließlich in der unmittelbaren Nachkriegszeit und behandelt das Thema der "Altlasten".
Historisch fundiert, mit Zynismus durchsetzt und sprachlich eher "hart" und kernig (keine "Frauenkrimis" wie Elizabeth George) sind Kerrs Klassiker ein Fund für jeden ernsthaften Krimi- und Thrillerfan.
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23 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Als Privatermittler im 3. Reich, 25. September 2004
Von Ein Kunde
Ähnlich wie Robert Harris in "Vaterland" nimmt auch Philip Kerr die Nazi-Zeit zum Hintergrund für seine Krimis, allerdings bleibt er im Gegensatz zu Harris in der Echtzeit. Sein Ermittler, der Ex-Polizist Gunther wird im Stil der Privatermittler beschrieben, trinkfester, einsamer Frauenfreund, eine ehrliche Haut bis an die Schmerzgrenze, der es mit dem Rest der Welt aufnimmt und natürlich eine Ermittlung weiterführt, selbst wenn er kein Geld mehr dafür bekommt. Bernhard Gunther ermittelt Verbrechen im Dickicht der Nazi-Behörden, reale Verbrechen, die immer einen historischen Hintergrund mit Personen aus der NS-Führungsriege haben und sich zum Teil auf nie aufgeklärte Ereignisse stützen. Die Triologie beginnt 1936 und endet 1947 in Wien, wo sie stark an "Der 3. Mann" von Graham Greene erinnert. Glaubwürdig, spannend und trotzdem zum Nachdenken anregend dieser Innenblick auf die Nazi-Zeit.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Ein Engländer macht den Deutschen, 22. Juli 2008
Zweifellos sind die Romane spannnend, die Örtlichkeiten sind gut beschrieben, die Situationen sind sorgfältig recherschiert. Aber, was ist das für ein Detektiv ?! Die Sprüche wie "die Burschen von der Sipo", die Drinks (nicht Getränke) wie Gin-Fizz und die ständigen "witzig-zynischen" Vergleiche wie "ihre Brüste waren wie die Hinterteile zweier Zugpferde am Ende eines langen, harten Tages" sind so typisch britisch, daß ich das Buch immer auf der Suche nach ähnlichen Ausdruckweisen, die im damaligen Berlin garantiert kein Eingeborener verwendet hat, durchforstet habe und dabei fast die eigentliche Geschichte übersah.
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