Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Spannung zwischen Fantasy und Krimi-Thriller, 23. Mai 2006
Eigentlich würde ich gerne 4,5 Sterne geben, aber das geht ja nicht. Das Einzige, was ich zu bemängeln habe(außer dem kitschigen Cover-Bild!) ist der Punkt, daß ich beim Lesen manchmal das Gefühl hatte, beim 2. Band eingestiegen zu sein. Harry Dresden, der Ich-Erzähler, bezieht sich häufiger auf Details und Vorfälle seiner Vergangenheit, die für das Verständnis der Geschichte wichtig sind, z.B. weshalb der Weiße Rat eigentlich hinter ihm her ist und ihn des Gebrauchs der Schwarzen Magie bezichtigt. Man kan sich zwar nach und nach einiges zusammen reimen, aber es wäre trotzdem hilfreich,etwas mehr über Harrys Vergangenheit zu wissen.
Zum Inhalt: Harry Dresden ist Magier und wird bei extrem kniffligen Fällen von der Polizei als "esoterischer Berater" zu Rate gezogen. Im ersten Fall geht es um besonders bizarre Morde, bei denen einem Liebespaar förmlich die Herzen aus dem Leib gerissen worden sind. Harry kriegt es im Laufe seiner Nachforschungen mit einer Vampirlady, einem gewissenlosen Hobbyzauberer und einem Krötendämon zu tun, wobei sein Bewährungshelfer Morgan, gesandt vom Weißen Rat, um Harry auf die Finger zu sehen, ständig Störfeuer gibt und stets zur falschen Zeit am richtigen Ort erscheint.
Der Protagonist entwickelt sich schnell zum Sympathieträger, nicht zuletzt durch seinen etwas absurden Humor und dem Fakt, daß er sich in chronischen Finanznöten befindet. Sehr ansprechend fand ich auch die Schilderung seines Haustiers Mister, der -wie bei einem Magier nicht anders zu erwarten- ein riesiger schwarzer Kater ist. (Erinnert ein bißchen an den Kater Greebo bei Terry Pratchett)
Fazit: wer Fantasy mag, ohne daß es ständig um Kriege oder Untergang der Welten geht und zudem gerne Krimis liest, ist bei Jim Butcher und den dunklen Fällen des Harry Dresden genau richtig! Ich freue mich schon auf den nächsten Band!
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Volltreffer!, 26. Mai 2006
Amerikanische Fantasy, die in Dresden spielt? Natürlich nicht! Die Hauptperson heißt nur so: „Harry Dresden“! Und womit verdient sich dieser ‚Harry Dresden’ seinen Lebensunterhalt? Nun, das steht in Chikago groß an seiner Bürotür:
HARRY DRESDEN – ZAUBERER
Finden verlorener Gegenstände. Parapsychologische Untersuchungen.
Konsultationen. Beratungen. Vernünftige Honorare.
Keine Liebestränke, verzauberte Geldbeutel, Feiern oder andere Veranstaltungen
So, damit ist das klargestellt. Harry Dresden ist ein ECHTER Zauberer. Auch in den *Gelben Seiten“ von Chikago ist er als einziger Zauberer aufgeführt. Allerdings ist seine Kundschaft eher dünn gesät. Wenigstens wird er ab und zu von der Polizei als Berater hinzugezogen, denn die Anzahl von Straftaten mit seltsamen Hintergründen ist am Steigen. Und irgendwie muss er ja seine Miete zahlen. Was er an jenem Mittag zu Gesicht bekommt, als ihn ein dringender Anruf zu einem Tatort ruft, hat aber mit seiner normalen Arbeit wenig zu tun: Zwei Leichen mit herausgerissenen Herzen!
Magie wurde hier eingesetzt, böse, schwarze Magie, das ist klar, aber die dazu benötigte Kraft übersteigt Dresdens Erfahrung. Ebenso das Zusammentreffen mit dem hiesigen Mafia-Boss, der gar nicht daran interessiert ist, dass Dresden sich um den Fall kümmert, und diese Ansicht mit viel Geld oder alternativ einem Baseball-Schläger untermauern will. Aber Harry Dresden hat seine Prinzipien, und wenn er einmal einen Auftrag angenommen hat, dann bleibt er dabei!
Und wie er an die Sache rangeht, das ist genau das, was man in so manchem modernen Fantasy-Roman vermisst. Dresden zieht auch mal, wenn nötig, seinen Zauberstab und bläst Türen auseinander. Er lässt Blitze regnen, wenn ihn ein Dämon angreift, und weiß mit Vampiren zu verhandeln. Er mixt Liebestränke, die echt funktionieren, wenn auch bei der falschen Person zum falschen Zeitpunkt, und er kann Feen eine Falle stellen. Nur mit der modernen Technik hat er es nicht so. Die pflegt regelmäßig ihren Dienst zu versagen, wenn er in die Nähe kommt …
In Summe hat man es hier also mit einer Art von schwarzem Detektiv-Krimi à la Raimond Chandler zu tun, der aber gewaltig aufgepeppt wurde, indem handfeste Hexenkunst darunter gemixt wurde. Die Reihe umfasst bisher sechs Romane, die thematisch aufeinander aufbauen. Das Buch ist als Ich-Erzählung geschrieben, der Leser wird also in Dresdens Gedanken eingeweiht, grübelt mit ihm, leidet mit ihm, und erlebt seine Triumphe mit. Der Stil ist leicht und angenehm zu lesen, auf Slang und Gossensprache wird verzichtet, denn Harry Dresden ist eigentlich ein Gentleman, auch wenn er es bei diesem Fall häufig mit nicht so angenehmen Menschen (und anderen Wesen) zu tun bekommt.
Das Buch ist ein Volltreffer, es ist nur ein Wunder, dass es so lange gedauert hat, bis sich ein Verlag in Deutschland die Rechte gesichert hat.
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Ein Meistermagier wie Du und ich, 30. November 2006
Das Schreiben ganzer Roman-Reihen, die sich um die Abenteuer eines sympathischen Helden drehen, der immer neue Begegnungen mit dem Unheimlichen meistert, sind seit geraumer Zeit im Horror-Bereich absolut "trendy" - wie die Südstaaten-Vampir-Romane von Charlaine Harris, die Vicki Nelson/Henry Fitzroy-Romane von Tanya Huff und nicht zuletzt auch die Anita Blake-Reihe von Laurell K. Hamilton, um nur die populärsten zu nennen.
Eines ist ihnen allen gemein - eine eher humorvolle, augenzwinkernde Behandlung altbekannter Genre-Charakteristika, so dass manche dieser Beiträge eher als Parodie durchgehen.
Jim Butcher stellt nun mit seiner Figur Harry Blackstone Copperfield Dresden neben die zumeist weiblichen Serienhelden zur Abwechslung einen männlichen, einen Meistermagier, der sich als Polizeiberater und Privatdetektiv verdingt und sich bei seinen Ermittlungen schonmal ein blaues Auge holt oder in die Klemme gerät, weil er versehentlich den falschen Zaubertrank eingesteckt hat. Ein netter Antiheld also.
Die Welt von Harry Dresden ist weniger düster (das ist sie zwar bis zu einem bestimmten Grad durchaus auch, das aber quasi mehr nebenher), als vielmehr von allerlei skurrilen und überdrehten Figuren bevölkert - seine Informanten sind fressgierige Elfen, in seiner Wohnung finden sich sprechende, lüsterne Schädel und riesenhafte Katzen, und zu allem Überfluss hängt ihm auch noch ein ganz und gar nicht wohlgesonnener "Bewährungshelfer" des Magierrats an den Fersen, der jeden seiner Schritte überwacht und sein Schwert allzeit bereit hält.
Auch Die Fälle des Harry Dresden, die mit STURMNACHT ihren furiosen Auftakt erleben, kommen betont locker geschrieben und humorig daher - das aber ausgesprochen gut gelungen. Nicht zu überdreht, mit wohldosierten Gags garniert und mit herrlich verrückten Einfällen gespickt, ohne ins hoffnungslos Alberne abzudriften und so die Parodie ins vollkommen Lächerliche abgleiten zu lassen.
Der Horror-Gehalt ist angesichts der Lacher, auf die es bei Harry Dresden ankommt, natürlich weit herunter geschraubt.
Obwohl ich das zumeist in einem Beitrag zur unheimlichen Phantastik für unverzeihlich halte, machte mir das bei der Lektüre von STURMNACHT nichts aus. Zu gut gelungen ist dazu das Endergebnis.
Man darf also gespannt sein, wie es dem schlitzohrigen Antihelden von Jim Butchers Romanserie, die in den Staaten wohl gerade fürs Fernsehen adaptiert wird, in den nächsten, vom Knaur-Verlag bereits angekündigten Folgen ergehen wird.
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