Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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93 von 100 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Schmackhafte Standardkost ohne Ecken und Kanten, 31. Januar 2008
Die Pellinor-Saga greift auf bewährte Muster zurück: Eine junge Frau namens Maerad wächst in einer schäbigen Burg auf, ohne sich ihrer Herkunft bewusst zu sein. Das sie mehr als nur eine Sklavin ist wird ihr von dem Barden Cadvan offenbart, der sich auf der Flucht vor dem Bösen (huch) befindet. Er nimmt sie natürlich mit und führt sie in die Welt des Bardentums ein. Alison Croggon verschmilzt die fantasytypischen Magier, Druiden, Künstler und Barden in ihrem Roman zum "Dhillareare", übersetzt Sternensänger. Diese sind in der Welt Edil-Amarandh all das in Personalunion. Magiebegabte Monster, wie Untote oder Grabunholde, sind dementsprechend "Schwarze Barden".
Die Bardenschulen scheinen nicht nur kulturelle Zentren zu sein, sie nehmen auch Abgaben von den umgebenden Ländereien und lehren dafür das Volk im Gegenzug lesen, rechnen oder in anderen Künsten, ebenso sorgen sie für fruchtbare Felder und gute Ernte. Über sonstige Machtinstanzen erfährt man nichts, außer über das dunkle Land eines gefallenen Barden, des "Namenlosen", Dén Raven. Sein Einfluss droht das Land zu verderben, immer mehr Barden wenden sich dem Bösen zu, ganze Bardenschulen scheinen bereits unterwandert.
Maerad entpuppt sich als außerordentlich fähige Bardin, die auch ohne Ausbildung untote Barden in Flammen aufgehen lassen kann. Mit handfester Anwendung von Magie wird nicht gegeizt, aber auch Naturmagie und -schönheit wird viel Raum eingeräumt. So reisen Maerad und Cadvan durch dunkle Täler oder wunderschöne lichtdurchflutete Wälder, der Zustand des Ortes alleine reicht aus, um anzuzeigen was die beiden hier jeweils erwartet. Der Dichtkunst und Musik des Bardentums wird auch eifrig Rechnung getragen, aber auch kulinarischen Genüssen. An köstlichen Weinen und Leckereien herrscht kein Mangel, unter schlechter Ernährung leidet man nur auf der Flucht vor den Untoten. Tiere wie ein edler Berglöwe oder ebenso edle Pferde, mit denen Barden sich natürlich in der Tiersprache unterhalten können, oder Raben die als Boten fungieren, sind ebenfalls vorhanden.
Recht altbacken sind die Charakterisierung der Figuren und die Erzählweise. Es wird exzessive Schwarz-Weiß-Malerei betrieben, der Fokus des Erzählers ist ausschließlich an Maerad gebunden. Hätte mir der Erzähler nicht von Maerads hitzigen Temperament berichtet, ich hätte es gar nicht bemerkt. Denn alle Charaktere sind lieb und nett oder abgrundtief verdorben und böse, hier gibt es keine Grautöne, Ecken und Kanten an sonst liebenswerten Charakteren oder ähnliches. Das ist alles sehr voraussehbar, eine Liebesbeziehung zwischen Cadvan und Maerad fehlt noch, wird aber vermutlich in Band 2 nachgeliefert.
"Die Gabe" liest sich widerstandsfrei und gefällig, was gewöhnlich gute Rezensionen nach sich zieht. Besondere Komplexität des Weltenbaus, Innovation oder starke Charaktere vermisse ich jedoch. Alison Croggons Sprache kann auch in der gelungenen Übersetzung durch Michael Krug verzaubern, doch dieser Zauber währt nicht lange. Ich konnte keine wirkliche Beziehung zur Heldin, anderen Charakteren oder der Handlung herstellen, das ist mir einfach zu viel Wohlfühl-Fantasy ohne wirklich eigenen Charakter.
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21 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Nichts für Fans komplexer Fantasy, 19. Januar 2009
Ich war guter Dinge beim Kauf von "Die Gabe"; die Vorstellung eine Bardin auf ihren Reisen zu begleiten, hat mir gefallen.
Leider ist die Anlehnung an sämtlich vorhandenen Fantasy-Bestsellern etwas sehr eng, fast dreist; an manchen Stellen wirkt es wie eine Kopie.
Dazu kommt der eher Erzählstil; ein Eintauchen in die Geschichte ist schwerlich möglich, ich kann mich mit nichts und niemandem identifizieren. Die Protagonistin wirkt fahrig konstruiert, man bekommt kein prägsames Bild von dem armen Ding. Dem Leser wird wenig zugetraut, alles wird ihm vorgesetzt - obendrein mit wenig Emotionen oder mal anschaulich zu wirken. Friss oder Stirb, statt Show don't Tell. Es hagelt Wortwiederholungen und ungeschickt formulierte Sätze. Fantasielose Konstrukte wie "Seelenblick" (siehe auch Gilde der Magier) oder die Umschreibung "namenlos", "der Namenlose, dessen Namen nicht genannt werden darf", "namenloses Grauen" etc. an jeder sich nur bietenden Stelle ermüden doch sehr.
Wo in anderen Erzählungen ein fantasievoller, flüssiger und gewandter Wortfluß über Grammtik- oder Satzzeichenfehler hinwegsehen lässt, werden hier durch den sehr einfachen, leb-/farblosen Stil die zahlreichen Fehler geradezu hervorgehoben. Ich war doch etwas irritiert ob des Lektorats.
Als Jugendbuch könnte man es mit viel gutem Willen empfehlen; Fans komplexer, ideenreicher und eigenständiger Fantasy werden nicht auf ihre Kosten kommen.
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40 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Das Land Edil-Amarandh, 31. Januar 2008
Mit "Die Gabe" führt die Autorin Alison Croggon den Leser in das Land Edil-Amarandh. Angelehnt an die ersten beiden Bücher des "Naraudh Lar-Chanë", die über das Volk der Annaren berichten - bei dem es sich wohl um die Bewohner des atlantischen Kontinents handelt, der im Meer versank -, erschafft die Autorin eine eigene Version und versucht mit "Die Gabe", diese Texte dem Leser näher zu bringen.
Nach diesen Informationen aus dem Vorwort mag es den Leser auch kaum verwundern, wie komplex das Drumherum dieses Buches ist. Eine zweiseitige Karte wird dem Leser zu Anfang an die Seite gestellt, ebenfalls findet er am Ende es Buches Hinweise zur Aussprache, einen kurzen Abriss über die Geschichte Edil-Amarandh und den gesellschaftlichen Ordnungen des Landes sowie der Barden. Garniert wird das Ganze mit einer ausführlichen Anmerkungssammlung mit allerlei Verweisen auf andere Literatur für denjenigen, der sich auf die Suche nach den wahren Wurzeln von Edil-Amarandh begeben mag.
Die Geschichte selber mutet leider etwas schwammig an. Sicherlich ist sie abwechslungsreich und mag den ein oder anderen ob der vielen Landschaftsbeschreibungen an "Der Herr der Ringe" von J.R.R. Tolkien erinnern, aber wirklich viel erfährt der Leser nicht, trotz der teilweise sehr anschaulichen Sprache mit der Liebe zum Detail, was gerade die Personen und Landschaften angeht. Dieser Eindruck mag vor allem daran liegen, dass der Leser so im Ungewissen gelassen wird und noch kein richtiges Ziel auszumachen ist. Sicherlich scheint der Kampf gegen das Böse und das Maerad der Schlüssel zu sein, aber das Wie und Was bleibt ein einziges Rätsel. Freundlich und feindlich gesinnte Figuren wechseln sich ab und Alison Croggon zaubert immer neue Wesen hervor, wodurch die Spannung nicht unwesentlich gestaltet wird, aber trotzdem vermisst man einfach etwas Konkretes, Greifbares. Alles ist sehr mystisch, ähnlich wie die Prophezeiung, der die Figuren von Alison Croggon hinterher jagen. Auch ist das Buch nicht unbedingt etwas für zart besaitete Wesen. Untote können einen, so anschaulich beschrieben, schon gruseln und es wird auch nicht gerade wenig gekämpft und gestorben, dennoch wird ein gesundes Verhältnis gewahrt und dem Leser wird kein Blutbad zugemutet.
So kann der Leser nur hoffen, dass die Nachfolgebände konkreter werden und etwas Licht in das Dunkel bringen. Auf jeden Fall erwartet den Leser eine durchaus unterhaltsame Leselektüre, auf ihre Art fantastisch mit wohl einem sehr interessanten historischen Hintergrund, den man aber nicht kennen muss, um Gefallen an diesem Buch zu finden.
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