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2.0 von 5 Sternen
Dürftig, 10. November 2005
Im Gegensatz zu den beiden Vorgängern hält Robert Greenberger die Informationen über die vorangegangenen Ereignisse angenehm im Hintergrund. Er geht kurz und prägnant auf die wichtigsten Geschehnisse ein, erspart uns aber seitenlange Vorträge von verschiedenen Charakteren, die ewig lang über die Mission auf Rashanar oder Dookalan reflektiert. Damit bleibt Greenberger mehr Zeit, die eigentliche Geschichte zu erzählen – was sich im Endeffekt allerdings auch nicht unbedingt als Segen herausstellt. So ist es schon erstaunlich, dass "A Time to Love" trotz der vergleichsweise geringen Anzahl an Seiten nicht gerade allzu spannend, packend und/oder interessant ausgefallen ist. Dies liegt wohl einerseits daran, dass zu den beiden Völkern keine Verbindung aufgebaut wird und es einem daher leider erschreckend egal ist, wenn sie sich gegenseitig die Schädel einschlagen. Andererseits dürfte wohl auch die generell eher dürftige Handlung dafür verantwortlich sein. So hat Greenberger seinen Roman mit unzähligen Nebenhandlungen gespickt, die teilweise eher störend wirken und das Geschehen nur unnötig aufhalten. Streicht und kürzt man sowohl diese B-Stories als auch die ohnehin ebenfalls etwas zu lahm ausgefallene Haupthandlung, hätte Greenberger diese Geschichte locker innerhalb eines Romans unterbringen können... was wohl der Grund für die teilweise wirklich erschreckend langsame und sehr ausschweifende Erzählweise ist. Wenn diese verschiedenen Handlungen denn wenigstens interessant gewesen wären, aber leider... die einzigen Geschichten, die halbwegs zu überzeugen wissen, sind Troi’s Versuche, verschiedene Crewmitglieder, die um Versetzung gebeten haben, zum Bleiben zu überreden, sowie die eher politisch angehauchte Geschichte rund um Picard und die Führer des Planeten. Der Rest weiß nur in eher kurzen Augenblicken (wie Riker’s Besuch bei der Familie seines Kollegen) zu gefallen... Wohl einer der Hauptgründe, warum die Handlung nicht sonderlich spannend ausgefallen ist, ist neben der langsamen Erzählweise wohl auch die Tatsache, dass der Leser schon relativ früh ahnt, dass der Ausbruch der Gewalt mit dem Gegenmittel und damit der ortsansässigen Pflanze zu tun hat... während die Crew immer noch munter weiter rätselt. Tatsächlich dauert es geschlagene 250 Seiten, bis es Dr. Crusher endlich gelingt, das Rätsel rund um die Gewaltausbrüche zu lüften... was angesichts meiner frühen Vermutung in dieser Hinsicht schon etwas unverständlich wirkt. Ich meine, wenn selbst ICH, ein ganz normaler primitiver Mensch des 20. Jahrhunderts daran denke, sollte man meinen, dass so ein angebliches medizinisches Genie wie Crusher oder von mir aus auch Computerhirn Data bald mal eine ähnliche Vermutung präsentieren, und gerade angesichts der auffällig parallelen Entwicklung wirkt es schon äußerst seltsam und höchst konstruiert, dass niemand vorher auf diese Idee kommt. Apropos konstruiert: Insgesamt kommt es mir eigentlich so vor, als wäre die Handlung rund um Delta Sigma IV nur eine Ausrede, um die Beziehungen zwischen Crusher und Picard bzw. Riker und Troi weiterzubringen. Zuletzt muss ich auch noch auf die teilweise recht eigenwillige Kapiteleinteilung eingehen, die zumindest mich teilweise doch ein wenig gestört hat. So hat Kapitel 7 ganze 80 Seiten (was gerade im Vergleich zur gesamten Seitenanzahl des Romans unverhältnismäßig groß erscheint), danach pendelt sich Greenberger wieder auf normales Niveau (ca. 10-20 Seiten pro Kapitel) ein, nur um wenig später ein Mini-Kapitel mit gerade mal 5 Seiten zu liefern. Hier hätte der Autor die Kapitel doch etwas gleichmäßiger gestalten/aufteilen sollen... Fazit: Trotz der verhältnismäßig geringen Seitenzahl und der Vielzahl an parallel verlaufenden Handlungen schafft es der Roman nicht, den Zuschauer so richtig in den Bann zu ziehen. Im Gegenteil, stellenweise kommt doch einige Langeweile auf und man ertappt sich dabei, den Drang zu verspüren, ein paar Seiten zu überblättern. Trotz der interessanten Grundidee also doch eher dürftig...
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