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4.0 von 5 Sternen
Auf hohem Niveau weiter!, 15. August 2005
Beim zweiten Band der "Gorkon"-Reihe handelt es sich um die nahtlose Fortsetzung der im ersten Roman begonnenen Geschichte. Daher an dieser Stelle eine kleine Rückblende zu den Geschehnissen aus "A Good Day To Die"... Mehrere Monate erkundete Captain Klag's Kreuzer, die "Gorkon", die Tiefen des Kravot-Sektors und wurde schließlich auf der Suche nach einer neuen Rohstoffquelle fündig : ein Klasse-M-Planet, reich an Kellinit, Uridium und anderen Bodenschätzen, genannt San-Tarah. Doch ist er bewohnt von Lebewesen, die sich selbst als die "Kinder von San-Tarah" bezeichnen, einer der Klingonen ähnlichen, jedoch wesentlich idealistischer lebenden Kriegerkultur, bei der die Ehre eine vergleichbar prägnante sozio-kulturelle Rolle einnimmt. Als Captain Klag dieses Faktum realisiert und darüber hinaus erkennt, mit wie viel Durchschlagkraft und Leidenschaft sich die völlig frei von Technologie lebenden San-Tarah gegen die Invasionstruppen der "Gorkon" zur Wehr setzen, lässt er den Angriff abbrechen und tritt mit dem führenden Rat der San-Tarah in Kontakt. Man gelangt zu einer Übereinkunft : fünf verschiedene Wettkämpfe zwischen den San-Tarah und der Crew der "Gorkon" sollen darüber entscheiden, ob sich das klingonische Reich, repräsentiert durch Captain Klag und seine Leute, San-Tarah bemächtigen darf. Wer die Mehrzahl dieser Konteste gewinnt, hat gewonnen. Gesetzt der Fall, Klag siegt, so ordnen sich die San-Tarah freiwillig unter; andersherum jedoch darf das klingonische Reich unter keinen Umständen Hand an ihren Planeten anlegen, um ihn als Ressourcenquelle auszubeuten. Die Wettkämpfe stellen sich als ausgesprochen zehrend heraus, doch schließlich schaffen es die San-Tarah knapp, ihren Sieg in drei Kontesten zu behaupten. Als Konsequenz sieht sich Klag gezwungen, sein Versprechen einzulösen (denn schließlich ist er ein Klingone, der die Ehre als höchstes Gut ansieht) und sich auf und davon zu machen. Doch schon naht Übel : General Talak, der Oberkommandant der Explorationsmissionen der zwölf "Chancellor"-Klasse-Kreuzer in den Kavrot-Sektor, und seine Streitkräfte - darunter auch Klag's unliebsamer Bruder Dorrek als Captain der I.K.S. K'mpec - sind bereits auf dem Weg, um die San-Tarah zu unterjochen und ihre Welt zu plündern. Und das, obwohl Talak und Dorrek in diesem Falle eigentlich das mit den San-Tarah durch Klag geschlossene Abkommen anerkennen müssten. Damit verstoßen sie in direkter Weise gegen das Ehrprinzip. Nun sieht sich Klag genötigt, zu handeln und den Ehrenkodex zu wahren, im Notfall sogar gegen Talak anzukämpfen, um San-Tarah zu schützen. Hier setzt das zweite Buch ein. Klag ist natürlich nicht ganz auf sich allein gestellt. Als jüngstes Mitglied im Orden des Bat'leth unter der Federführung von General Martok kann er sich der Unterstützung einiger dieser Elite-Truppen sicher sein. Der Orden des Bat'leth hat nämlich die Aufgabe, die klingonische Kultur auf dem richtigen Weg - sprich auf dem Weg des Ehrprinzips - zu halten. Und das gibt Klag ja eindeutig Recht. Der Titel "Honor Bound" kommt nicht von irgendwo her : die Ehre - und damit auch die San-Tarah - werden hier verteidigt von Klag, einem nicht unbekannten, zum Botschafter avacierten Worf, der Martok persönlich davon überzeugt, gegen General Talak vorzugehen. Um die Spannung nicht zu nehmen : bleibt nur zu sagen, dass die Konfrontation, die sich bereits im ersten Buch anbahnt, hier gänzlich entfaltet und der Leser voll auf seine Kosten kommt. Das zweite Buch ist nicht mehr ganz so gut wie sein Vorgänger; nicht etwa, weil es an Spannung, Querverbindungen oder Qualität mangelt, sondern schlichtweg an Überraschung - die Geschichte erfährt keine Wendungen mehr. Nichtsdestotrotz ist das Debüt der "Gorkon"-Reihe ausgesprochen positiv zu beurteilen. Der Autor legte ganz besonderen Wert darauf, die Klingonen mit ihren Vorstellungen von Gut und Böse eindeutig von den ansonsten gewohnten Sternenflotten-Helden abzusetzen - ein entscheidender Pluspunkt! 4 Sterne!
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