Das Buch ist bezüglich Namensdeutung sehr gut recherchiert. Es gibt eine Fülle an Informationen zu den verschiedenen Bedeutungen unterschiedlichster Namen. Recherchiert man im Internet zu den verschiedenen Bedeutungen, so stößt man meist auf christlich geprägte Interpretationen. Der Autor dringt hier viel weiter zu den Wurzeln vor, indem er Namen, die nicht christlichen Ursprungs sind, als solche benennt und dann die vorchristliche Bedeutung aufzeigt.
Über die Art seiner Interpretationen kann man geteilter Meinung sein, mir persönlich gefiel das meiste aber ganz gut. So führt der Autor bei jedem ausführlich beschriebenem Namen einen Stärken-Schwächen-Spiegel an. Auch astrologische Bezüge kommen vor, wenn Hr. Schaffer-Suchomel diese für sinnvoll hält. Letztlich wird außerdem der Bedeutung von Anagrammen (zu?) viel Gewicht gegeben. Natürlich basiert so manche Information (besonders der Anagramme)auf Interpretationen, man darf sich also keine rein wissenschaftliche Lektüre erwarten, bei der es lediglich um etymologische Rekonstruktionsversuche unterschiedlicher Namen geht. Das Buch richtet sich an eine spirituell orientierte Leserschaft, wer mit spirituellen Bezügen nichts anzufangen weiß, der lasse besser die Finger von diesem Buch.
Schon in der Einleitung wird auf die symbolische Bedeutung der Runen hingewiesen. Leider offenbart sich deren Bedeutung innerhalb der Namensdeutung aber nur zum Teil. Der Autor nimmt auf sie Bezug, wenn es ihm gerade als passend erscheint, bei anderen Namen erwähnt er diese nicht einmal. Das finde ich ungemein schade. Auch sind die Erklärungen zu den Runen eher oberflächlich gehalten, hier wäre wesentlich mehr ausführliche Tiefe möglich gewesen. Besonders gepasst hätte diese Ausführlichkeit bei Namen, welche germanischen Ursprungs sind. Da sie aber nur ab und an Erwähnung finden, hat man das Gefühl, als wären die Runenentsprechungen lediglich der Lückenfüller, immer dann, wenn Hr. Schaffer-Suchomel keine weiteren Ideen zu einer Interpretation hat oder die Recherche zu einem Namen nicht mehr ergeben hat.
Viele Namen werden nicht direkt besprochen, sondern oft nur indirekt angeführt und mit ähnlich klingenden Namen in Verbindung gebracht. Das macht oft auch Sinn, da es sich ja bei vielen Namen lediglich um Abwandlung einer älteren Bezeichnung handelt. Außerdem wäre es natürlich gänzlich unmöglich alle existierenden Namen in einem Buch ausführlich zu bearbeiten. Das würde den Rahmen wohl gewaltig sprengen! Aus diesem Grund ist der Kauf dieses Buches für Menschen, die über keinen gängigen Namen verfügen, ein kleines Risiko, da dieser dann vielleicht gar nicht vorkommt oder aber nur kurz angerissen wird.
Es muss auch klar sein, dass dies kein Buch ist, welches man von Anfag bis zum Ende liest. Es eignet sich eher als Nachschlagewerk. Wer einen Bericht über Namensdeutung im Erzählstil oder Romanform erwartet, wird also sicher enttäuscht sein. So muss jeder selbst entscheiden, ob er bereit ist Geld für ein Werk aus zu geben, von welchem man dann vielleicht nur ab und an zwei oder drei Seiten liest.
Fazit: Informatives Buch mit einigen Schwächen, die sich durch eine Neubearbeitung beheben lassen könnten.