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"Davon haben wir nichts gewusst!" Die Deutschen und die Judenverfolgung 1933-1945
 
 
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"Davon haben wir nichts gewusst!" Die Deutschen und die Judenverfolgung 1933-1945 [Gebundene Ausgabe]

Peter Longerich
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
  • Verlag: Siedler Verlag; Auflage: 2 (7. April 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3886808432
  • ISBN-13: 978-3886808434
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 14,6 x 4,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Peter Longerich
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Davon haben wir nichts gewusst -- So lautete nach dem Ende der Naziherrschaft in Deutschland die Standardantwort auf die Frage, wie man die millionenfache Vernichtung von Juden hatte zulassen können. Die historische Forschung hatte daran, dass die übergroße Mehrheit der Deutschen tatsächlich nicht gewusst haben sollte, wie das Regime mit den ja nicht etwa im Verborgenen, sondern unter großem propagandistischen Tamtam Deportierten verfuhr, zwar immer wieder wohl begründete Zweifel geäußert. Eine derart faktenreiche und auf nur annähernd so breitem Quellenstudium basierende Arbeit, wie die nun von Peter Longerich vorgelegte, stand aber bis jetzt aus.

Der Autor belegt mit seiner ebenso fundierten wie sorgfältigen Analyse, dass die Zahl derer, die sehr wohl um die Judenvernichtung wussten, um ein Vielfaches höher gewesen sein muss, als bisher angenommen. Auch wenn die Mehrheit trotz allem tatsächlich wohl nicht so genau wusste oder wissen wollte, was mit den Juden tatsächlich geschah: Je länger der Krieg dauerte, desto geringer wurde das Interesse der Naziführung zu verhindern, dass die in Umlauf befindlichen Gerüchte zur allgemeinen Gewissheit würden: "Seit Mitte 1942 propagierte das Regime zunehmend – ein ungefähres Wissen um die "Endlösung" voraussetzend – und ganz offen, dass im Falle einer Niederlage in diesem Krieg die Juden den Deutschen das Gleiche zufügen würden, was diese ihnen angetan hatten."

Das Gefühl, so Longerich, dass die "Judenfrage" unmittelbar eine Frage des eigenen Überlebens sei, "war offenbar weit verbreitet". 1943 ging die NS-Propaganda diesbezüglich endgültig in die Offensive und bekannte sich ganz und gar unmissverständlich zu ihrer Vernichtungspolitik. Im Werben für den "Totalen Krieg" wurde dessen Notwendigkeit für jeden deutlich hörbar damit begründet, "der jüdische Erzfeind" müsse ausgerottet werden, bevor dieser seiner Absicht in die Tat umsetzen könne, seinerseits das deutsche Volk zu vernichten. "Die 'dem Volk' abverlangten zusätzlichen Kriegsanstrengungen versuchte das Regime in ein Plebiszit für die radikalste denkbare 'Lösung der Judenfrage' umzumünzen." Zugleich ließ man keinen Zweifel daran, dass das Volk insgesamt im Falle einer Niederlage von den Siegern wegen seiner Komplizenschaft zur Rechenschaft gezogen würde.

Als die unvermeidbare Niederlage näher rückte, vollzog das NS-Regime noch einmal einen Schwenk und belegte die "Endlösung" parteiintern mit einem Erörterungsverbot. Doch da hatte die Bevölkerung in ihrer übergroßen Mehrheit ohnehin bereits ihre "Flucht in die Unwissenheit" angetreten und sich so gegen die bevorstehende Generalanklage gewappnet. –- Andreas Vierecke

Pressestimmen

"Es handelt sich bei dieser Studie um den bislang besten und aktuellsten Forschungsbeitrag zu diesem Thema, der die Auszeichnung als eines der wichtigsten historischen Sachbücher des Jahres 2006 wie kaum ein anderes verdient hat. Unbedingt lesen! 10 von 10 Sternen." (buchtipps.net )

"So methodisch reflektiert, so akribisch genau ist das schwierige Thema noch nie behandelt worden. Kurzum: ein exzellentes Buch, das für eine längst fällige Korrektur unseres Geschichtsbildes sorgt." (Die Zeit )

"Longerich ist es mit seiner quellengesättigten Untersuchung gelungen, wesentliche neue Erkenntnisse zu gewinnen, die breites Aufsehen hervorrufen werden innerhalb wie außerhalb der historischen Zunft." (Frankfurter Allgemeinen Zeitung )

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32 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Mit seinem Buch "Davon haben wir nichts gewusst!" (Die Deutschen und die Judenverfolgung 1933-1945) nimmt sich Peter Longerich eines nach wie vor umstrittenen wie bereits vielfach diskutierten Themas an. Seine Vorgehensweise, die ich für sehr lobenswert und übersichtlich halte, besteht darin, nicht nur bereits bekannte Quellen aufzugreifen, sondern diese auch mit neuen beziehungsweise bisher nicht beachteten Quellen zu kombinieren sowie auch von anderen Autoren verfasste Analysen zum Thema in Augenschein zu nehmen und auszuwerten, um ein möglichst differenziertes Ergebnis abzuliefern. Er pauschalisiert dabei weder in die eine noch in die andere Richtung, behauptet also weder, niemand habe etwas gewusst, noch, alle hätten etwas gewusst beziehungsweise ein detailliertes Wissen besessen.

Auch Gewichtigkeit, Glaubwürdigkeit sowie subjektive Einschlägigkeit der Quellen werden systematisch untersucht, erklärt und in die Gesamtauswertung einbezogen.

Im Vordergrund von Longerichs Untersuchungen stehen dabei vor allem die zeitgenössische deutsche Presse, sowohl der Partei als auch der nicht (direkt) der Partei unterstellten (zumindest bis zur Gleichschaltung der Presse), Berichte über die "Stimmung" in der Bevölkerung verschiedener Instanzen und die Tagebücher Goebbels. Des Weiteren werden, soweit vorhanden respektive von ergiebigem Wert, erhaltene Radiosendungen und private Schriften wie Briefe, Tagebucheinträge u.dgl. einbegriffen.

Alles in allem ein lesenswertes Buch, das ich nicht nur Historikern und allgemein Geschichtsinterssierten empfehlen kann!
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33 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Hervorragende Publikation 21. November 2006
Von Bernhard Nowak TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Nachdem nun auch die Zeitschrift "Damals" das vorliegende Buch auf Platz 2 ihrer wichtigsten historischen Neuerscheinungen für das Jahr 2006 im Bereich "Einzelstudie" gesetzt hat und ich in zahlreiche positive Rezensionen zu dem vorliegenden Werk gelesen hatte, wurde ich neugierig und habe mir das Buch besorgt. Um es kurz und knapp zu sagen: Mit Volker Ullrich von der "Zeit" ist festzustellen, dass Longerichs Studie das beste Buch zum Thema ist. Auf allerneuestem Forschungsstand - unter anderem den aktualisierten Goebbels-Tagebüchern, der Auswertung von Beständen des Moskauer Sonderarchivs und zahreicher Zeitungen und Zeitschriften entwirft der Autor eine faszinierend zu lesende Darstellung der "Öffentlichkeitsarbeit" des "Dritten Reiches" zum Thema Judenverfolgung und -vernichtung. Der Autor, Experte auf diesem Gebiet, Direktor des Research Centre for the Holocaust und Twentieth-Century History am Royal Holloway College der Universität London, bilanziert anhand früherer Veröffentlichungen zum Thema - von Marliese Steinert bis zu Schriften von Kershaw und Kulka/Jäckl - den Forschungsstand zum Thema. Bereits hier stellt er fest, dass es zum Thema "weit auseinader klaffende Befunde und relativ große Forschungslücken" (S. 19) gäbe. Dies liegt an unterschiedlichen methodischen Vorgehensweisen. Zum einen hat sich das zur Verfügung stehende empirische Material mit der Zeit erweitert. Außerdem muss ganz klar festgestellt werden, dass die Meinungsäußerung in einer totalitären Diktatur eben nicht mit demoskopischen Befunden einer freiheitlichen Demokratie verwechselt werden darf. Es muss unterschieden werden zwischen dem, was die Leute dachten und was sie sagten. Außerdem muss beachtet werden, dass es das Propagandaministerium von Goebbels war, dass die Befragungen durchführte. Dessen Interessen - seine Arbeit sollte nicht als "nutzlos" dargestellt werden - müssen ebenso beachtet werden wie die Interessen des Regimes als Ganzem. "Mir scheint, dass man in dieser kritischen Sichtweise des Materials noch einen Schritt weitergehen sollte als Kershaw und andere Forrscher. Alle der hier vorgestellten autoren gehen nämlich von der Annahme aus, dass es auch unter dem NS-Regime so etwas wie eine "öffentliche Meinung", eine "Volksmeinung"...gegeben habe, dass also auch unter den Bedingungen der Diktatur umfassende kollektive Meinungsbildungsprozesse vonstatten gingen. Tatsächlich wisen wir aber viel zu wenig darüber, wie sich überhaupt kollektive Stimmungen, Meinungen und Einstellungen unter der Diktatur bildeten." (S. 20/21). Diese methodischen Schwierigkeiten beleuchtet Longerich daher zunächst in einem eigenständigen Einleitungskapitel, welches sich mit diesen Fragen beschäftigt. Der Autor kommt zu dem Ergebnis, dass es unter den Bedingungen der NS-Diktatur eben keine "diskursiven Mechanismen für eine unabhängige Meinungsbildung und für die Konstituierung einer "öffentlichen Meinung" gegeben habe. Angesichts der primären Aufgabenstellung der "Stimmungsberichterstattung" verdienten jedoch solche Berichte besondere Aufmerksamkeit, in denen die Auswirkungen staatlicheer Maßnahmen und Propaganda übereinstimmend als negativ beschrieben worden seien. Ganz offensichtlich sei die Ausrichtung der Öffentlichkeit durch das Regime an nicht überwindbare Grenzen gestoßen. So sei die Einführung des "Judensterns" 1941 überwiegend von der Bevölkerung abgelehnt worden. Generell sei zu konstatieren, dass - wenn man den gesamten Zeitraum der NS-Diktatur überblicke, ein deutlicher Trend erkennbar werde: "Der Unwille der Bevölkerung, ihr Verhalten zur "Judenfrage" entsprechend den vom Regime verordneten Normen auszurichten, wuchsw, je radikaler die Verfolgung wurde" (S. 321). Das Regime habe im übrigen niemals die Judenverfolgung und -vernichtung geleugnet, sondern sie insbesondere zwischen 1941 - dem Angriff auf die Sowjetunion und dem Kriegseintritt der USA - und 1943 offen zugegeben habe. "Seit Mitte 1942 propagierte das Regime zunehmend - ein ungefähres Wissen um die "Endlösung" voraussetzend - und ganz offen, dass im Falle einer Niederlage in diesem Krieg die Juden den Deutschen das Gleiche zufügen würden, was diese ihnen angetan hatten. Ein unbestimmtes Gefühl, dass die "Judenfrage" mit dem Fortgang des Krieges und mmit der Frage des eigenen Überlebens verbunden sei, war offenbar weit verbreitet." (S. 325) Diese Botschaft des Regimes...sei von der Bevölkerung durchaus verstanden worden. Gleichzeitig habe sich die Bevölkerung mehrheitlich offenkundig gegen die Vorstellung einer kollektiven Haftung für die verübten Verbrechen gesperrt. "Je wahrscheinlicher diese Niederlage wurde, desto größer war das Bedürfnis, sich dem Wissen über das offensichtlich vor sich gehende Verbrechen zu entziehen und sich in ostentative Ahnungslosigkeit zu flüchten" (ebd.) Diese Tendenz habe sich 1943 noch verstärkt, als das Regime seine bisherige Propaganda abänderte. "Denn nachdem das Deutsche Reich in die Defensive geraten war, musste die Beschwörung der "jüdischen Weltverschwörung" als "Kitt" der heterogenen Feindkoalition vorhandene Ängste noch verschärfen....Hatte das Regime zwischen spätsommer 1941 und Frühjahr 1943 auf den deutlichen Unwillen der Bevölkerung in der "Judenfrage" mit verstärkter antisemitischer Propaganda reagiert und sich immer offener zur Vernichtung und Ausrottung der Juden bekannt, so wurde die "Dndlösung" ab Mitte 1943 mehr und mehr zum Un-Thema." In dieser von Angst - sowohl vor der "jüdischen Rache" als auch vor Erörterung der zum Tabu gewordenen "Endlösung" - erfüllten Atmosphäre der zweiten Kriegshälfte sei die Bevölkerung offenbar mehr oder weniger unwillig gewesen, sich weiterhin mit Details der "Judenfrage" zu befassen. "Damit hätte man sich eingestehen müssen, dass der Massenmord an den Juden ein Jahrhundertverbechen darstellte, dass sich wesentlich von den an anderen verfolgten Gruppen und unterjochten Völkern verübten Verbrechen unterschied. Zwischen Wissen und Unwissen gab es also eine breite Grauzone, gekennzeichnet durch Gerüchte und Halbwahrheiten..., Nicht-Wissen-WOllen und Nicht-Begreifen-Können. Die Tatsache, dass das Thema in den letzten beiden Kriegsjahren eine wesentliche geringere Rolle in der Propaganda des Regimes wie in der Deuschlandpropaganda der Alliierten spielte als im Zeitraum 1942 bis Mitte 1943, beförderte die Tendenz zur Verdrängung noch. Die einfachste und vorherrschende Haltung war daher sichtbar zur Schau getragene Indifferenz und Passivität gegenüber der "Judenfrage" - eine Einstellung, die nicht bis bloßem Desinteresse an der Verfolgung der Juden verwechselt werden darf [wie es etwa Kershaw bilanziert hatte, B.N.], sondern als Versuch gesehen werden muss, sich jeder Verantwortung für das Geschehen durch ostentaive Ahnungslosigkeit zu entziehen. Es scheint, als habe die nach Kriegsende zur stereotypen Floskel gewurdene Redewendung, man habe "davon" nichts gewußt, ihre Wurzeln in eben dieser Verweigerungshaltung der zweiten Kriegshälfte: in der Flucht in die Unwissenheit" (S. 324/25)

Dies sind die zentralen Thesen des Buches. Im Gegensatz zu Kershaw und Kulka wird die weitgehende Indifferenz der Bevölkerung gegenüber der Judenverfolgung und -vernichtung hier also nicht mit Gleichgültigkeit oder gar schweigender Zustimmung zu den Maßnahmen erklärt, sondern - in Anlehnung an eine Studie von David Bankier aus dem Jahre 1995 mit dem "Unwillen der Menschen, "ihre Beteiligung am Behen vno Unrecht zuzugeben... um als ageblich Unwissende gegen Vergeltung und Rache gefeit zu sein." (S. 16)

Insbesondere in der systematische Auswertung der in NS-Deutschland erschienenen Zeitungen, die erstaunliche Diskrepanzen aufzeigen, und der - oben erwähnten - umfangreichen Hinzuziehung neuer, bislang unbekannter Quellen aus dem Propagandaministerium von Goebbels, liegt der Wert der vorliegenden Studie.

Volker Ullrichs Fazit kann m.E. daher uneingeschränkt zugestimmt werden. Es handelt sich bei dieser Studie um den bislang besten und aktuellsten Forschungsbeitrag zu diesem Thema, der die Auszeichnung als eines der wichtigsten historischen Sachbücher des Jahres 2006 wie kaum ein anderes m.E. verdient hat. Unbedingt lesen!
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11 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
Mit großer Detailgenauigkeit, profunder Quellenkenntnis und gutem Schreibstil untersucht der Londoner Historiker Peter Longerich die Frage, wie die Deutsche Bevölkerung zur Judenverfolgungs stand und was sie tatsächlich gewusst hat. Longerich nutzt den aktuellsten Forschungsstand, vergleicht verschiedenste zeitgenössische Informationsquellen hinsichtlich ihrer Aussagequalität und bietet interessante Einblicke in die erstaunlich heterogene Berichtslage der eigentlich gleichgeschalteten Zeitungen des Dritten Reiches. Seine Erkenntnisse vergleicht Longerich schließlich mit denen früherer Veröffentlichungen zur gleichen Thematik und stößt auf einige deutliche Diskrepanzen.

Er kommt zu dem Schluss, dass es so etwas wie Volksmeinung im damaligen Deutschland nicht gab bzw. in einer brutalen Diktatur auch nicht geben konnte, von Meinungsforschung oder Demoskopie ganz zu schweigen.

Insgesamt lässt sich nach Longerich konstatieren, dass die antijüdische Propaganda nur in kleinen Bevölkerungsschichten tatsächlich Wirkung zeigte und dass der Unwille der Bevölkerung, ihr Verhalten in der sogenannten Judenfrage so radikal auszurichten wie vom Regime gewünscht nicht überwunden werden konnte. Erst als Goebbels jeden Kontakt der Deutschen mit den - schon länger durch den Judenstern stigmatisierten - Juden unter KZ-Strafe stellte gelang es den Machthabern, die Juden vollständig zu isolieren.
Umgekehrt ging die NS-Propaganda mit sich zunehmend verdüsternder Kriegslage phasenweise immer offener mit dem vorher verheimlichten Massenmord um mit dem Ziel, die Bevölkerung zu Mitwissern und damit zu kollektiv in Haftung zu nehmenden Mittätern zu machen. Hierauf reagierten die Menschen mit ihrer ostentativen Ahnungslosigkeit" eines Nicht-Wissen-Wollens, schließlich mit einer quasi aktiven Tabuisierung jeglicher Kenntnis. Diese Flucht in die Unwissenheit" manifestierte sich in der immerwiederkehrenden Aussage von Zeitzeugen Davon haben wir nichts gewusst".

Dass Longerich diese Analyse in Form einer stringenten und hervorragend lesbaren Ausarbeitung gelingt, begründet den großen Wert dieses Buches.

Zudem ein hervorragendes Preis-/Leistungsverhältnis dank Neuauflage als Taschenbuch.
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