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"Es soll keiner sagen, er habe nicht gewusst, was in Israel geschieht. Wer es wissen will, hat genügend Möglichkeiten, sich zu informieren, wer es nicht tut, will es nicht wissen."
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Für einen Neuanfang in Palästina,
Von
Rezension bezieht sich auf: Ich will nicht mehr schweigen. Über Recht und Gerechtigkeit in Palästina (Gebundene Ausgabe)
Rupert Neudeck ist einer der Journalisten, die unerschrocken, engagiert und zugleich einfühlsam und mahnend dem interessierten Publikum die Recherchen ihrer Arbeit vermitteln. Dieses Buch faßt die Impressionen anläßlich einer Reise in die von Israel besetzten palästinensischen Gebiete zusammen, die er im August 2005 u.a. zusammen mit Norbert Blüm unternommen hat. Ungewöhnlich ist das Buch insofern, da Neudeck die gewonnenen Eindrücke in einen fiktiven Dialog mit dem jüdischen Religionsphilosophen Martin Buber der sich zeitlebens für die Verständigung zwischen Juden und Arabern einsetzt - widerspiegelt. Durch diese vielfältigen Diskurse gelingt es dem Verfasser deutlich zu machen, daß viele Köpfe der zionistischen Bewegung von einer bipolaren Gesellschaft im neuen israelischen Staat ausgegangen sind, die Juden und Palästinenser gleichsam einbezieht.Wie sehr Israel und Palästina von diesem Ideal entfernt sind, wird bei der Lektüre des Buches deutlich. In bedrückender Weise legt Rupert Neudeck dar, wie stark die Kluft zwischen den beiden Bevölkerungsgruppen gewachsen ist und durch die Aggression auf beiden Seiten noch weiter wächst. Es ist ein zutiefst emotional geschriebenes Buch, mit dem Neudeck weder für die eine, noch für die andere Seite Partei ergreift. Unter anderem am Beispiel der Selbstmordterroristen, der haarsträubenden Konsequenzen aus der israelischen Siedlungspolitik, der Errichtung des neuen Grenzzaunes und der mentalen Haltung eines Großteils der israelischen Gesellschaft gegenüber den Palästinensern zeigt Rupert Neudeck anschaulich die Widersprüchlichkeiten auf, die sowohl auf israelischer als auch auf palästinensischer Seite vorherrschen. Das Buch ist facettenreich geschrieben und enthält einen Bildteil, mit dem die trostlose Perspektive der palästinensischen Gesellschaft verdeutlicht wird. Bei der Ursachenforschung für die von beiden Seiten tolerierte rapide Beschleunigung der Gewaltspirale fühlt man sich an Peter Scholl-Latours Buch Lügen im heiligen Land erinnert, in dem Scholl-Latour anhand von Gesprächen mit Israelis als auch Palästinensern aufzeigt, daß der arabische Fundamentalismus eine nicht unerhebliche Wurzel in der israelischen Gesellschaft hat. Neudeck macht an vielen Beispielen deutlich, in welcher Hinsicht sich die palästinensische Gesellschaft durch den Kontakt mit den israelischen Besatzern verändert hat und welche Rolle sie in einem Nachkriegs-Orient gegenüber den anderen arabischen Gesellschaften spielt. Besteht eine Chance für ein Ende der Gewalt? In dieser Frage stimmt das Buch eher skeptisch. Wie Bassam Tibi in seinen Büchern über den Nahen Osten plausibel darlegt, scheitert gegenwärtig die Übernahme der westlichen Werte im arabischen Raum daran, daß es keine funktionierenden Staaten und Gesellschaften gibt, die dem Einzelnen ausreichende Unterstützung - sowohl materiell als auch moralisch - auf dem mühsamen Weg der Individualisierung, der Entwicklung von eigenem Bewußtsein, von Autonomie und individuellen Menschenrechten gewähren würden. Kritik an der israelischen Politik darf nicht mit Antisemitismus gleichgesetzt werden. Wer Israel bereist, verinnerlicht den multikulturellen und multireligiösen Charakter dieses einzigartigen Landes. Lösung des Konfliktes, das wird zum Ende der Lektüre deutlich, liegt keinesfalls in der Trennung der Gesellschaften, sondern im Aufeinanderzugehen. Es bleibt zu hoffen, daß sich Prsönlichkeiten finden, die sich einer solchen Herausforderung widmen. Das Buch stellt eine Bereicherung der Sachbuchthemen über den Nahostkonflikt dar, hebt sich wohltuend ab von den vielen Büchern, die das gesellschaftliche Spannungsfeld aus einer intellektuell abgehobenen Position beschreiben, beklagt die Irrungen in beiden Volksgruppen, mahnt und motiviert zugleich zu unorthodoxen politischen Ansätzen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
31 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Aus Liebe zu Israel,
Rezension bezieht sich auf: Ich will nicht mehr schweigen. Über Recht und Gerechtigkeit in Palästina (Gebundene Ausgabe)
Neudeck wehrt sich mit Recht gegen den Vorwurf, dass jede Kritik an der israelischen Besatzungspolitik Antisemitismus sei. Im Gegenteil: Sein Schrei nach Gerechtigkeit für Palästina speist sich aus einer tiefen Liebe zu Israel und seinen weltweiten Erfahrungen im Kampf gegen Ungerechtigkeiten. In einem Zwiegespräch mit dem jüdischen Denker Martin Buber, der schon früh zur jüdisch-arabischen Frage sich äußerte in seinem Buch "Ein Land und zwei Völker",attackiert Neudeck die verfehlte israelische Besatzungspolitik und die europäische Heuchelei, die ihr nichts entgegensetzt. Ein sehr persönliches und darum überzeugendes Buch!
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Von einem, der nicht mehr schweigen will,
Von Dr. Hartmut Heuermann "Dr. Hartmut Heuermann" (Braunschweig, Niedersachsen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Ich will nicht mehr schweigen. Über Recht und Gerechtigkeit in Palästina (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch zeichnet sich durch schriftstellerische Tugenden aus, die idealiter jeder Autor politischer Sachbücher besitzen sollte, aber realiter nur wenige für sich reklamieren können - einen unbestechlichen Mut zur Wahrheit, einen unerschütterlichen Sinn für Gerechtigkeit, eine erfreulich unideologische Sicht der Probleme und eine profunde Kenntnis der realen Zustände vor Ort. Neudeck darf alle diese Tugenden für sich beanspruchen, und deshalb verdient er die Anerkennung von Lesern, die solche Qualitäten zu schätzen wissen - zumal, wenn es um die Behandlung eines hochbrisanten Themas wie den Palästina-Konflikt geht. Neudeck will aus seinem Herzen keine Mördergrube machen und sich keiner political correctness beugen, hinter der sich in Wahrheit Heuchelei und Feigheit verbergen. Und so benennt und kritisiert er unerschrocken die perfiden Repressalien, mutwilligen Schikanen und skandalösen Rechtsbrüche, welche die israelischen Streitkräfte auf Geheiß ihrer Regierungen den Palästinensern im Gaza-Streifen und der Westbank "angedeihen" lassen. Aber er verurteilt auch die blutigen Racheakte, welche die Palästinenser ständig als "Retourkutschen" fahren, um ihren ohnmächtigen Zorn gegen eine Militärmacht zu artikulieren, die sie nun schon über ein halbes Jahrhundert unter der Knute hält. Neudeck heißt diese Retourkutschen nicht gut, aber er kann ihre Motive verstehen.Der Autor weiß: Vieles könnte sich der Judenstaat nicht erlauben, hätte er nicht die Rückendeckung der ideologisch einflussreichen Israel-Lobby in den USA und Europa. Es empört und stimmt traurig, wie es den deutschen "Handlangern" der israelischen Palästina-Politk, Leuten wie Charlotte Knobloch, Ralph Giardano, Michel Friedman und Henryk M. Broder immer wieder gelingt, mit dem Totschlag-Argument des Antisemitismus jede Kritik an Israels Vorgehenweise zum Schweigen zu bringen. Es ist beschämend, dass der wegen der Nazi-Verbrechen auf den Deutschen lastende Schuldkomplex immer noch zur Folge hat, dass engagierte Kritiker wie Neudeck oder Freimut Duve, Norbert Blüm, Felicia Langer u. a. von der Lobby diskreditiert werden. Und es ist deprimierend zu sehen, wie die Medien in Deutschland (mit wenigen Ausnahmen) einen großen Bogen um die Themen Kolonialismus, Apartheid und Menschenrechtsverletzung in Palästina machen, um sich ja nicht die Finger zu verbrennen und in Ungnade bei den pro-israelischen Meinungsmachern zu fallen.Neudeck nimmt das Sich-die-Finger-verbrennen in Kauf. In einem fiktiven Dialog mit dem 1965 verstorbenen jüdischen Philosophen Martin Buber, einem der großen Humanisten des 20. Jahrhunderts, deckt er den Verrat Israels an den ursprünglichen Zielen und hohen Idealen der Zionisten auf und plädiert für einen Neuanfang aus Rückbesinnung: für einen offenen Dialog der verfeindeten Parteien - ohne Wut, ohne Ressentiments, ohne Drohgebärden, ohne Rassismus. Nur so ließe sich ein Weg aus dem Labyrinth der gegenseitigen Hassgefühle und Vorurteile finden, meint Neudeck. Er weiß wohl, dass es ein schwerer Weg ist, aber der auf Dauer einzig gangbare. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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