Aus der Amazon.de Redaktion
Schon mit seinem Spielfilmdebüt Bang Boom Bang Ein todsicheres Ding hat sich der junge Regisseur Peter Thorwarth als Ruhrgebietsfilmemacher etabliert. Mit Was nicht passt, wird passend gemacht, einer klassischen Typenkomödie, geht er weiter auf diesem Weg. Das Ruhrgebiet und Städte wie Unna oder Dortmund sind für Peter Thorwarth nicht einfach nur ein Schauplatz für skurrile Geschichten, sie sind vielmehr das Herz dieser Filme. Ihre Sprache, ihre Figuren und ihr Humor gehören in diese Region und wären so woanders kaum vorstellbar. Das macht sie und ihren Regisseur unverwechselbar in unserer deutschen Filmlandschaft, die in den letzten Jahren nahezu alle regionalen Konturen verloren hat. Thorwarth bedient dabei zwar auf der Oberfläche die klassischen Klischeevorstellungen vom Ruhrgebiet, aber er verwandelt sie in eine Art von lokaler Mythologie.
Was nicht passt, wird passend gemacht basiert auf Thorwarths gleichnamigem Kurzfilm, der ihm 1996 eine Nominierung für den Studenten-Oscar eingebracht hat. Wie schon damals versuchen der konservative Polier Horst (Willi Thomczyk), der aufbrausende Prolet Kalle (Ralf Richter) und der türkische Arbeiter Kümmel (Hilmi Sözer) auch hier, ihren Chef, den windigen Bauunternehmer Werner Wiesenkamp (Dietmar Bär), durch einen fingierten Unfall am Bau abzuzocken. Doch diese groteske Story um einen polnischen Schwarzarbeiter, eine zersägte Leiche und den Architekturstudenten Philipp (Peter Thorwarth), der als Praktikant auf der Baustelle Zeuge und Mitwisser wird, ist auch hier letztlich nicht mehr als eine Kurzfilmepisode, um die herum die beiden Autoren Mathias Dinter und Martin Ritzenhoff zusammen mit Peter Thorwarth noch weitere Geschichten gestrickt haben.
Man kann den Titel Was nicht passt, wird passend gemacht hier ruhig wörtlich nehmen. So wie Horst und seine Männer eher nachträglich die Baupläne ihrer Arbeit anpassen als umgekehrt, so geht Peter Thorwarth mit Genrekonventionen und den Traditionen filmischen Erzählens um. Wie schon bei seinem Debüt schert er sich auch hier wenig um klassische dramaturgische Erwägungen. Der einzelne Moment ist ihm immer wichtiger als das Ganze. Liebevolle romantische Momente wechseln sich mit ziemlich platten satirischen Überzeichnungen ab, und man weiß nie so recht, ob alles nur ein riesiger Spaß ist oder ob man seine Figuren mit all ihren Problemen vielleicht doch ernst nehmen sollte. Dieses Wechselbad der Stimmungen hat zwar eine ganz eigene Komik, erzeugt aber auf Dauer einen Eindruck von Beliebigkeit. --Sascha Westphal
Produktbeschreibungen
Universal Was nicht passt, wird passend gemacht, USK/FSK: 12+ VÃ-Datum: 19.11.02