Historiker beobachten das Leben in einer quasi-feudalistischen Gesellschaft. Sie leben eingefügt in die Adelsschicht und versuchen die Geschehnisse nicht zu beeinflussen, während ein Teil ihres Schmucks Bilder und Ton in die Heimat schickt zur Auswertung durch Studenten und Kollegen. Es ist ihnen strikt untersagt, in die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen einzugreifen - aber hin und wieder in den mehrere Jahre dauernden Exkursionen fällt mal einer der hochentwickelten Forscher in atavistische Verhaltensweisen zurück und richtet dabei durchaus großen Schaden an.
Don Rumata heißt ein solcher Adliger für seine Umgebung, der in Wirklichkeit aus der Kommunarde kommt, die scheinbar das Ideal der vollendeten gesellschaftlichen Entwicklung im Sinne der histori-schen Dialektik verwirklicht hat. Immer mehr sieht er sich genötigt, in den Gang der Ereignisse einzugreifen in einer Gesellschaft, in der er und seine Kollegen durch ihre technologische Ausstattung und ihr fortschrittliches Kampftraining eigentlich wie Götter auftreten könnten. Aber es ist nicht wirklich leicht ein Gott zu sein, wenn man keinen Schaden anrichten möchte - und gleichzeitig zu sehen, wie sich die anderen selbst schädigen.
Voller Überlegungen und Gespräche zur zivilisatorischen Entwicklung und die Mechanismen der Dialektik, zieht auch dieses Buch - ähnlich wie "Die häßlichen Schwäne" die grundlegende Verbesserbarkeit der menschlichen Natur in Zweifel. Und dies aus der gegenüberliegenden Perspektive zum anderen Titel. Dabei ist die Prämisse der Nichteinmischung in diesem Roman, der erstmals 1964 erschien möglicherweise ein Vorläufer zur Idee der "Ersten Direktive" der Föderation in StarTrek, wo diese Regel ja dann auch regelmäßig verletzt wird. Lesenswert, wenn auch die politisch-gesellschaftlichen Exkurse der Charaktere gelegentlich ein wenig ausufern.