Pressestimmen
Brauns Hilsenrath-Biografie Ich bin nicht Ranek beschreibt eindrucksvoll und detailliert die Odyssee des Holocaust-Überlebenden aus Leipzig - über die Bukowina in Rumänien, das Getto in der Ukraine und Palästina bis in die USA (Ein Fremder unter Fremden) und schließlich nach Berlin, wo er seit nunmehr drei Jahrzehnten zu Hause ist. Nicht zuletzt ist es auch die Odyssee eines Autors durch die deutsche Verlagslandschaft - mehr als 60 Verlage lehnen den späteren Bestseller Der Nazi & der Friseur(1977) ab, eine NS-Groteske über einen SS-Mörder, der nach dem Krieg die Identität eines seiner Opfer annimmt. Vergessen kann er nicht, aber er konnte schreiben, schreiben, schreiben, meint Braun über Hilsenrath in seiner lesenswerten, weil auch spannend geschriebenen Biografie über ein abenteuerliches Leben im 20. Jahrhundert. (Volksstimme, Magdeburg)
Ich bin nicht Ranek - so heißt nun auch, solche Identitätsscheu zum Thema machend, ein soeben erschienener biografischer Versuch über Hilsenrath, den sein langjähriger Verleger und Herausgeber, der Publizist Helmut Braun, vorlegt, der hier mit Umsicht und spürbarer Liebe den realen Lebens- und Fluchtweg seines Autors skizziert, die Schwierigkeiten der ersten Rezeption in Deutschland rekonstruiert und auch seine eigenen verlegerischen Bemühungen um das Werk und seine gelegentlichen Enttäuschungen mit dem nicht allzu dankbaren Hilsenrath nicht verschweigt. Das Ich bin nicht Ranek bekommt nun besondere Plausibilität, in dem Braun die Umstände der Ghettojahre aufzuklären versucht. (Dieter Hildebrandt, Die Zeit)
Hilsenrath hat stets aus seiner Erfahrung geschöpft. Doch hat er hier etwas dazu erfunden, dort etwas weggelassen, wie jeder andere Dichter auch. Dass Braun ... bislang unbekannte biographische Fakten offen legt, bleibt sein Verdienst. Zudem argumentiert er gekonnt gegen die notorische Gutwilligkeit, mit der Hilsenraths drastische Schilderungen hierzulande heute rezipiert werden. Gerade das macht diese Annäherung zu einem guten Buch. (Jörg Sundermeier, Berliner Zeitung)
Kurzbeschreibung
Mit diesem Buch legt Helmut Braun eine erste Annäherung an den Autor Edgar Hilsenrath vor. Helmut Braun und Edgar Hilsenrath sind »Weggefährten« seit 28 Jahren. 1977 schaffte der kleine »Literarische Verlag Braun« es, den bereits im Ausland renommierten Schriftsteller Edgar Hilsenrath mit seinem Roman »Der Nazi&der Friseur« auch in Deutschland bekannt zu machen. Seit zwei Jahren ist Braun der Herausgeber der »Edgar Hilsenrath Werkausgabe in 10 Bänden«.Viele Lesungen, Vorträge und Symposien wurden von beiden gemeinsam bestritten. Viele Gespräche wurden geführt, in denen Edgar Hilsenrath Auskunft über sein Leben gab. Der umfangreiche und für Literaturwissenschaftler hochinteressante Vorlass von Edgar Hilsenrath wurde von Helmut Braun gesichtet und 2004 der Akademie der Künste in Berlin übergeben. Helmut Braun erzählt in diesem Buch von Edgar Hilsenraths Leben, schreibt über die Entstehungsgeschichte seiner Romane und Erzählungen, berichtet detailliert über die Vorbehalte und Widerstände, mit denen der Autor zu kämpfen hatte, damit sein Werk auch in Deutschland eine Öffentlichkeit finden konnte. Und Helmut Braun schildert auch, wie seine eigene Geschichte mit der von Hilsenrath verknüpft ist.Dieses Buch und das »Edgar Hilsenrath Archiv« in der Akademie der Künste sind eine Fundgrube für zukünftige Biografen des großen Erzählers Edgar Hilsenrath.