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Der neue Kalte Krieg: Kampf um die Rohstoffe - Ein SPIEGEL-Buch
 
 
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Der neue Kalte Krieg: Kampf um die Rohstoffe - Ein SPIEGEL-Buch [Gebundene Ausgabe]

Erich Follath , Alexander Jung
3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Zu den Pluspunkten des Sammelbandes gehören neben den hervorragenden Recherchen vor allem die Gespräche mit Experten." (Das Parlament )

Kurzbeschreibung

Steigender Rohstoffbedarf trifft auf Rohstoffverknappung. Die Folge: heftige Verteilungskämpfe. Dennis Meadows hat in "Die Grenzen des Wachstums" bereits vor über 30 Jahren vorausgesagt, daß die wichtigsten Ressourcen, auf denen die hochentwickelte Weltwirtschaft basiert, in absehbarer Zeit erschöpft sein werden. Nun ist es für jedermann spürbar: Öl- und Gaspreise steigen vor allem deshalb, weil der Hunger der Industrieländer und der Aufsteiger wie China und Indien unersättlich ist, die Vorräte jedoch rapide schwinden. Ähnliches gilt für andere lebensnotwendige Rohstoffe. Mit aggressiven Strategien versuchen sich die Wettbewerber um kostbare Ressourcen Vorteile zu verschaffen. Welche weltpolitischen Konflikte sich daraus entwickeln, welche Länder in Zukunft zu den Gewinnern, welche zu den Verlierern gehören und welche Chancen alternative Energien bieten, zeigen SPIEGEL-Journalisten in dieser aktuellen Bestandsaufnahme, die den Blick in die Zukunft wagt: in ein Zeitalter der Energiekonflikte, eines neuen kalten Krieges.

Klappentext

"Zu den Pluspunkten des Sammelbandes gehören neben den hervorragenden Recherchen vor allem die Gespräche mit Experten."
Das Parlament

Über den Autor

Erich Follath, geboren 1949 in Esslingen, ist promovierter Politikwissenschaftler und bekannter Sachbuchautor. Der Diplomatische Korrespondent des SPIEGEL bereist jedes Jahr mehrmals Israel und hat zahlreiche Titelgeschichten und Reportagen über den Nahen und Mittleren Osten geschrieben. Sein Buch »Das Vermächtnis des Dalai Lama« wurde zum Bestseller, bei DVA erschien von ihm zuletzt das SPIEGEL-Buch »Die Kinder der Killing Fields« (2009).

Alexander Jung, geboren 1966, studierte Geschichte, Journalismus, Öffentliches Recht und Politik in Gießen und Boston und absolvierte die Henri-Nannen-Journalistenschule. Seit 1993 arbeitet er als Wirtschaftsredakteur, erst bei der WOCHE, seit 1997 beim SPIEGEL mit den Schwerpunkten Weltwirtschaft, Globalisierung und Rohstoffe.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

INHALT

ROHSTOFF-KONFLIKTE

DER NEUE KALTE KRIEG
Wie der Wettlauf um die Ressourcen das Machtverhältnis zwischen den Staaten grundlegend verändert | Von Erich Follath

DER TREIBSTOFF DES KRIEGES
Im Kampf um Öl und Gas steuern die Großmächte USA und China auf eine gefährliche Konfrontation zu | Von Erich Follath

DAS PERFEKTE ROHR
Eine neue Pipeline vom Kaspischen Meer bis zur Türkei soll die Abhängigkeit des Westens vom arabischen Erdöl mindern | Von Uwe Buse

„ÖLSCHOCK IN ZEITLUPE“
Gespräch mit dem US-Energieexperten Daniel Yergin über das wachsende Selbstbewusstsein der Förderländer | Von Alexander Jung, Georg Mascolo

DER FLUCH DER RESSOURCEN
Ausgerechnet in rohstoffreichen Staaten wie Nigeria oder Russland herrschen Korruption und Misswirtschaft | Von Jens Glüsing, Alexander Jung, Uwe Klußmann, Thilo Thielke

VORRÄTE & VERBRAUCH

WIE LANGE NOCH?
Die Zukunft der Weltwirtschaft hängt von Ressourcen ab, die schrumpfen – und womöglich bald zur Neige gehen | Von Alexander Jung

COMEBACK EINES LADENHÜTERS
Der jahrhundertealte Energieträger Kohle erfährt eine überraschende Renaissance | Von Sebastian Ramspeck

GROßER SPRUNG INS UNGEWISSE
China kann den wachsenden Rohstoffbedarf kaum mehr stillen und setzt neben Atomstrom auch auf erneuerbare Energien | Von Wieland Wagner

BRENNSTOFF FÜR DIE EWIGKEIT?
Uran weckt Hoffnungen auf eine Alternative zu Öl und Gas – und Ängste vor den Gefahren der Atomkraft | Von Jochen Bölsche

DIE SEE DER MÖGLICHKEITEN
Nahe Spitzbergen liegen riesige Öl- und Gasvorkommen. Mit Förderanlagen unter Wasser soll der Schatz geborgen werden | Von Gerald Traufetter

ROHSTOFF-PRODUZENTEN

WOHLSTAND AUS DEM BERG
Die Geschichte Europas und seiner Kultur ist eng verwoben mit der Gewinnung von Silber, Kupfer und Eisen | Von Johann Grolle

AUSTRALIEN I – DIE SCHÄTZE DES ROTEN KONTINENTS
Nie haben die Bergbauunternehmen so viel Eisenerz, Kupfer und Gold gefördert und in alle Welt verschifft – vor allem nach China | Von Alexander Jung

AUSTRALIEN II – SCHATZ IM NIEMANDSLAND
Mitten im Outback liegt das größte Uranvorkommen der Welt | Von Alexander Jung

RUSSLAND – PUTIN UND DER PIPELINE-POKER
Wie der Kreml das lukrative Geschäft mit dem Export von Öl und Gas bestimmt und nicht der Markt | Von Uwe Klußmann

VENEZUELA – CHÉ MIT ERDÖL
Präsident Hugo Chávez setzt den Ölreichtum des Landes gegen die USA ein – und für eine linke Bewegung in Lateinamerika | Von Erich Follath

BOLIVIEN – DIE LETZTE CHANCE
Tausende Arbeiter suchen im Cerro Rico nach Silber, Zinn und Blei und riskieren dabei ihr Leben | Von Jens Glüsing

KATAR – DIE WELTMEISTER
Riesige Erdgas-Vorkommen machen das Königreich zu einem der reichsten Staaten der Erde | Von Erich Follath

„EIN TEIL DES GEWINNS IST UNVERDIENT“
Gespräch mit dem BP-Chef Lord Browne über die Rolle der Konzerne im Kampf um Ressourcen | Von Erich Follath, Alexander Jung

METALLE & GESTEINE

DIE NEUE MACHT DER MINENRIESEN
Nur eine Handvoll Konzerne bestimmen weltweit das Geschäft mit Eisenerz, Kohle oder Kupfer | Von Alexander Jung

DER NEUE GOLDRAUSCH
Kleine, börsennotierte Minenfirmen verheißen Anlegern Traumrenditen – und haben meist noch keine Unze gefördert | Von Alexander Jung

WIE IM TOLLHAUS
Der Rohstoffhunger treibt Investoren auf den internationalen Finanzmärkten in hochriskante Anlagen | Von Beat Balzli

„DIE BLASE KOMMT“
Der New Yorker Investor Jim Rodgers über den Einfluss der Spekulanten auf die Preisexplosion | Von Frank Hornig

BIS ZUM HALS VOLL GOLD
Das begehrteste aller Metalle steht für Glanz und Glück, für Gier und Grauen | Von Rainer Traub

BOTSCHAFT VON JAMES BOND
Die Vormachtstellung des Diamantensyndikats De Beers beginnt zu bröckeln | Von Erich Wiedemann

NATUR-RESSOURCEN

ZUCKER – Europa und tropische Länder wie Brasilien
streiten um Marktanteile und Milliarden – und um die Existenz der Bauern in der Alten Welt | Von Ralf Hoppe

KAFFEE – Beste Bohne, schwierige Geschäfte:
Der Kampf um ein Luxusgut im globalen Agrarhandel | Von Sonny Krauspe und Thilo Thielke

WASSER – Können Speicher unter dem Meeresboden eine weltweite Versorgungskrise entschärfen? | Von Manfred Ertel

ZUKUNFTSENERGIEN

BOHRTÜRME ZU PFLUGSCHAREN
Die erste greifbare Alternative zu den fossilen Brennstoffen bietet der Ackerbau | Von Christian Wüst

WOHLSTAND DURCH KLEBRIGEN BREI
Energiekonzerne investieren Milliarden in den Abbau von Ölsanden in Kanada | Von Georg Mascolo

SCHNEEWITTCHENS HEIßES HERZ
In Norwegen entsteht mit deutscher Ingenieurshilfe eine gewaltige Anlage zur Verflüssigung von Erdgas | Von Alexander Jung

„JEDE ENERGIE BIRGT EIN RISIKO“
Gespräch mit Windkraft-Unternehmer Fritz Vahrenholt über die Endlichkeit von Öl und Gas und deren Ersatz durch Kohle, Wind und Sonne | Von Stephan Burgdorff, Gerald Traufetter

ROHSTOFF-LEXIKON
Entstehung, Vorkommen, Merkmale und Preise der Bodenschätze

Autorenverzeichnis
Sachregister

ROHSTOFF-KONFLIKTE

DER NEUE KALTE KRIEG
Wie der Wettlauf um Ressourcen das Machtverhältnis zwischen den Staaten grundlegend verändert | Von Erich Follath

Die Koordinaten der Weltpolitik verschieben sich nicht immer durch Bomben und Bajonette, durch Kriegstriumphe oder Kapitulationen. Manchmal kündigen sich tektonische Veränderungen auch eher unspektakulär an.
So war es etwa vor gut einem halben Jahrhundert, als die Amerikaner den Japanern für ein paar Dollar Patente zur Computertechnik überließen. Was sollten die vom Krieg geschwächten, rückständigen Menschen in Fernost schon damit anfangen, dachten die USA. Die Japaner, fleißig und hochmotiviert, entwickelten die Technologie weiter und bauten Weltkonzerne auf, die westliche Firmen in der Unterhaltungsindustrie oder beim Autobau aus dem Markt drängten.
So war es auch, als sich Deng Xiaoping im Dezember 1978 gegenüber seinen chinesischen ZK-Kollegen durchsetzte und – in einem eher beiläufigen Beschluss – erste Experimente mit der freien Marktwirtschaft erlaubte. Voller Begeisterung pflanzten Bauern auf kleinen Privat-Parzellen Erdbeeren an, gründeten unternehmungslustig Fahrradreparaturwerkstätten, nähten in Hinterzimmern bunte Kinderjacken. Inzwischen ist die Volksrepublik dabei, als Wirtschaftsmacht sogar die Vereinigten Staaten und Europa anzugreifen.
Der Aufstieg und Niedergang von Nationen: ein Spiel mit manchmal verdeckten Karten – und unter überraschenden, ungewohnten Vorzeichen.
So ist es auch jetzt, da das Zeitalter des neuen Kalten Kriegs begonnen hat. Das Zeitalter dramatischer Verteilungskämpfe um die immer knapper werdenden, aber gleichzeitig in immer größeren Mengen benötigten Ressourcen. Das Zeitalter, in dem die internationale Politik zunehmend von Fragen der Energiesicherheit bestimmt ist, in dem die Karten für potentielle Gewinner und Verlierer gerade neu gemischt werden. Die USA entdecken in diesen Tagen Indien als neuen strategischen Partner, die besonders energiehungrige Volksrepublik China macht dem alten Gegner Russland Avancen, Europa beginnt, bei aller Skepsis gegenüber einem EU-Beitritt der Türkei, seine Fühler in Richtung des Kaspischen Meeres auszustrecken – verblüffende Allianzen.
Woran Historiker kommender Generationen eines Tages den Anfang dieser Ära festmachen werden, ist noch nicht ausgemacht. Vielleicht an jenen Stunden im Juli 2006, in denen in Baku mit einer feierlichen Zeremonie die teuerste Erdöl- und Erdgas-Pipeline der Welt eingeweiht wurde, von...

Auszug aus Der neue Kalte Krieg. Kampf um die Rohstoffe von Erich Follath, Alexander Jung. Copyright © 2006. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

INHALT

ROHSTOFF-KONFLIKTE

DER NEUE KALTE KRIEG
Wie der Wettlauf um die Ressourcen das Machtverhältnis zwischen den Staaten grundlegend verändert | Von Erich Follath

DER TREIBSTOFF DES KRIEGES
Im Kampf um Öl und Gas steuern die Großmächte USA und China auf eine gefährliche Konfrontation zu | Von Erich Follath

DAS PERFEKTE ROHR
Eine neue Pipeline vom Kaspischen Meer bis zur Türkei soll die Abhängigkeit des Westens vom arabischen Erdöl mindern | Von Uwe Buse

"ÖLSCHOCK IN ZEITLUPE"
Gespräch mit dem US-Energieexperten Daniel Yergin über das wachsende Selbstbewusstsein der Förderländer | Von Alexander Jung, Georg Mascolo

DER FLUCH DER RESSOURCEN
Ausgerechnet in rohstoffreichen Staaten wie Nigeria oder Russland herrschen Korruption und Misswirtschaft | Von Jens Glüsing, Alexander Jung, Uwe Klußmann, Thilo Thielke

VORRÄTE & VERBRAUCH

WIE LANGE NOCH?
Die Zukunft der Weltwirtschaft hängt von Ressourcen ab, die schrumpfen - und womöglich bald zur Neige gehen | Von Alexander Jung

COMEBACK EINES LADENHÜTERS
Der jahrhundertealte Energieträger Kohle erfährt eine überraschende Renaissance | Von Sebastian Ramspeck

GROßER SPRUNG INS UNGEWISSE
China kann den wachsenden Rohstoffbedarf kaum mehr stillen und setzt neben Atomstrom auch auf erneuerbare Energien | Von Wieland Wagner

BRENNSTOFF FÜR DIE EWIGKEIT?
Uran weckt Hoffnungen auf eine Alternative zu Öl und Gas - und Ängste vor den Gefahren der Atomkraft | Von Jochen Bölsche

DIE SEE DER MÖGLICHKEITEN
Nahe Spitzbergen liegen riesige Öl- und Gasvorkommen. Mit Förderanlagen unter Wasser soll der Schatz geborgen werden | Von Gerald Traufetter

ROHSTOFF-PRODUZENTEN

WOHLSTAND AUS DEM BERG
Die Geschichte Europas und seiner Kultur ist eng verwoben mit der Gewinnung von Silber, Kupfer und Eisen | Von Johann Grolle

AUSTRALIEN I - DIE SCHÄTZE DES ROTEN KONTINENTS
Nie haben die Bergbauunternehmen so viel Eisenerz, Kupfer und Gold gefördert und in alle Welt verschifft - vor allem nach China | Von Alexander Jung

AUSTRALIEN II - SCHATZ IM NIEMANDSLAND
Mitten im Outback liegt das größte Uranvorkommen der Welt | Von Alexander Jung

RUSSLAND - PUTIN UND DER PIPELINE-POKER
Wie der Kreml das lukrative Geschäft mit dem Export von Öl und Gas bestimmt und nicht der Markt | Von Uwe Klußmann

VENEZUELA - CHÉ MIT ERDÖL
Präsident Hugo Chávez setzt den Ölreichtum des Landes gegen die USA ein - und für eine linke Bewegung in Lateinamerika | Von Erich Follath

BOLIVIEN - DIE LETZTE CHANCE
Tausende Arbeiter suchen im Cerro Rico nach Silber, Zinn und Blei und riskieren dabei ihr Leben | Von Jens Glüsing

KATAR - DIE WELTMEISTER
Riesige Erdgas-Vorkommen machen das Königreich zu einem der reichsten Staaten der Erde | Von Erich Follath

"EIN TEIL DES GEWINNS IST UNVERDIENT"
Gespräch mit dem BP-Chef Lord Browne über die Rolle der Konzerne im Kampf um Ressourcen | Von Erich Follath, Alexander Jung

METALLE & GESTEINE

DIE NEUE MACHT DER MINENRIESEN
Nur eine Handvoll Konzerne bestimmen weltweit das Geschäft mit Eisenerz, Kohle oder Kupfer | Von Alexander Jung

DER NEUE GOLDRAUSCH
Kleine, börsennotierte Minenfirmen verheißen Anlegern Traumrenditen - und haben meist noch keine Unze gefördert | Von Alexander Jung

WIE IM TOLLHAUS
Der Rohstoffhunger treibt Investoren auf den internationalen Finanzmärkten in hochriskante Anlagen | Von Beat Balzli

"DIE BLASE KOMMT"
Der New Yorker Investor Jim Rodgers über den Einfluss der Spekulanten auf die Preisexplosion | Von Frank Hornig

BIS ZUM HALS VOLL GOLD
Das begehrteste aller Metalle steht für Glanz und Glück, für Gier und Grauen | Von Rainer Traub

BOTSCHAFT VON JAMES BOND
Die Vormachtstellung des Diamantensyndikats De Beers beginnt zu bröckeln | Von Erich Wiedemann

NATUR-RESSOURCEN
ZUCKER - Europa und tropische Länder wie Brasilien
streiten um Marktanteile und Milliarden - und um die Existenz der Bauern in der Alten Welt | Von Ralf Hoppe

KAFFEE - Beste Bohne, schwierige Geschäfte:
Der Kampf um ein Luxusgut im globalen Agrarhandel | Von Sonny Krauspe und Thilo Thielke

WASSER - Können Speicher unter dem Meeresboden eine weltweite Versorgungskrise entschärfen? | Von Manfred Ertel
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BOHRTÜRME ZU PFLUGSCHAREN
Die erste greifbare Alternative zu den fossilen Brennstoffen bietet der Ackerbau | Von Christian Wüst

WOHLSTAND DURCH KLEBRIGEN BREI
Energiekonzerne investieren Milliarden in den Abbau von Ölsanden in Kanada | Von Georg Mascolo

SCHNEEWITTCHENS HEIßES HERZ
In Norwegen entsteht mit deutscher Ingenieurshilfe eine gewaltige Anlage zur Verflüssigung von Erdgas | Von Alexander Jung

"JEDE ENERGIE BIRGT EIN RISIKO"
Gespräch mit Windkraft-Unternehmer Fritz Vahrenholt über die Endlichkeit von Öl und Gas und deren Ersatz durch Kohle, Wind und Sonne | Von Stephan Burgdorff, Gerald Traufetter

ROHSTOFF-LEXIKON
Entstehung, Vorkommen, Merkmale und Preise der Bodenschätze

Autorenverzeichnis
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ROHSTOFF-KONFLIKTE

DER NEUE KALTE KRIEG
Wie der Wettlauf um Ressourcen das Machtverhältnis zwischen den Staaten grundlegend verändert | Von Erich Follath

Die Koordinaten der Weltpolitik verschieben sich nicht immer durch Bomben und Bajonette, durch Kriegstriumphe oder Kapitulationen. Manchmal kündigen sich tektonische Veränderungen auch eher unspektakulär an.
So war es etwa vor gut einem halben Jahrhundert, als die Amerikaner den Japanern für ein paar Dollar Patente zur Computertechnik überließen. Was sollten die vom Krieg geschwächten, rückständigen Menschen in Fernost schon damit anfangen, dachten die USA. Die Japaner, fleißig und hochmotiviert, entwickelten die Technologie weiter und bauten Weltkonzerne auf, die westliche Firmen in der Unterhaltungsindustrie oder beim Autobau aus dem Markt drängten.
So war es auch, als sich Deng Xiaoping im Dezember 1978 gegenüber seinen chinesischen ZK-Kollegen durchsetzte und - in einem eher beiläufigen Beschluss - erste Experimente mit der freien Marktwirtschaft erlaubte. Voller Begeisterung pflanzten Bauern auf kleinen Privat-Parzellen Erdbeeren an, gründeten unternehmungslustig Fahrradreparaturwerkstätten, nähten in Hinterzimmern bunte Kinderjacken. Inzwischen ist die Volksrepublik dabei, als Wirtschaftsmacht sogar die Vereinigten Staaten und Europa anzugreifen.
Der Aufstieg und Niedergang von Nationen: ein Spiel mit manchmal verdeckten Karten - und unter überraschenden, ungewohnten Vorzeichen.
So ist es auch jetzt, da das Zeitalter des neuen Kalten Kriegs begonnen hat. Das Zeitalter dramatischer Verteilungskämpfe um die immer knapper werdenden, aber gleichzeitig in immer größeren Mengen benötigten Ressourcen. Das Zeitalter, in dem die internationale Politik zunehmend von Fragen der Energiesicherheit bestimmt ist, in dem die Karten für potentielle Gewinner und Verlierer gerade neu gemischt werden. Die USA entdecken in diesen Tagen Indien als neuen strategischen Partner, die besonders energiehungrige Volksrepublik China macht dem alten Gegner Russland Avancen, Europa beginnt, bei aller Skepsis gegenüber einem EU-Beitritt der Türkei, seine Fühler in Richtung des Kaspischen Meeres auszustrecken - verblüffende Allianzen.
Woran Historiker kommender Generationen eines Tages den Anfang dieser Ära festmachen werden, ist noch nicht ausgemacht. Vielleicht an jenen Stunden im Juli 2006, in denen in Baku mit einer feierlichen Zeremonie die teuerste Erdöl- und Erdgas-Pipeline der Welt eingeweiht wurde, von Aserbaidschan über Georgien zum türkischen Hafen Ceyhan - ein vor allem von Washington gefördertes, politisch höchst umstrittenes und geografisch abseitiges Projekt, das den Einfluss der Russen und Iraner in der Region zurückdrängen soll. Womöglich an dem Tag, an dem sich die Chinesen mit einem 70-Milliarden-Dollar-Deal in Teheran wertvolle Ressourcen für die nächsten Jahrzehnte sicherten.
Teheran droht jetzt mit der Erdölwaffe, erwägt sogar im Fall einer "unvernünftigen" Attacke auf sein Staatsgebiet, das Nadelöhr der Schiffstanker, die Straße von Hormus, zu bombardieren oder mit seiner Marine zu sperren. Moskau setzt sein Erdgas gegenüber Nachbarn wie der Ukraine politisch ein und könnte im Extremfall auch Westeuropa den Hahn abdrehen. Venezuela spielt mit dem Gedanken, die Vereinigten Staaten ganz von seinen Vorräten abzuschneiden. Und die Terror-Organisation al-Qaida hat jüngst zum ersten Mal versucht, saudi-arabische Ölanlagen in die Luft zu sprengen - gelänge dies beispielsweise am Terminal Ras Tanura, fehlte der Weltwirtschaft von einem Tag auf den anderen fast ein Viertel ihres Schmierstoffs.
Experten der Investmentbank Goldman Sachs und internationale Politikberater aus Washington, London und Singapur stellen in einer im Frühjahr 2006 erschienenen Studie den internationalen Terror als Hauptbedrohung Nummer zwei für die Weltwirtschaft heraus - nur eines sei noch gefährlicher für die Ökonomie: der generelle Rohstoffmangel und der damit verbundene hohe Erdölpreis.
In diesen frostigen Zeiten wird selbst die Supermacht USA allmählich nervös. Präsident George W. Bush, der Mann der heimischen Erdöl-Lobby und lange Zeit Propagandist eines ungehemmten Verbrauchs fossiler Brennstoffe, hat in den vergangenen Monaten eine überraschende Kehrtwende vollzogen. In seiner Ansprache an die Nation Ende Januar 2006 nannte er Amerika "süchtig nach Öl", beklagte die instabile Situation im besonders energiereichen Nahen Osten und verschrieb seinen Landsleuten eine Entziehungskur, um der Abgängigkeit von der schwarzen Droge zu entkommen.
Er pries Hybridautos, Biodiesel, Wind- und Solarstrom, erkannte erstmals die globale Erderwärmung, wesentlich durch Kohlendioxid verursacht, als zentrales Menschheitsproblem an - ohne freilich den amerikanischen Konzernen schärfere Auflagen für ihren Schadstoffausstoß zu machen. Vor allem aber will der US-Präsident die Atomkraft ausbauen, der Dritten Welt eine "globale Partnerschaft für Nuklearenergie" anbieten sowie Kleinstreaktoren mit US-Liefergarantie für Brennstäbe - nichts anderes als eine neue Art des Imperialismus, des Abhängigmachens, sagen seine Kritiker.
Am Vorabend des G-8-Gipfels in St. Petersburg im Juli 2006 schlug das Weiße Haus dann den Russen ein umfassendes Abkommen vor; in Sibirien könnten die weltweit größten Endlagerstätten für Atommüll entstehen, 20 Milliarden Dollar wollen die USA dafür bezahlen. Im Gegenzug dazu soll Präsident Wladimir Putin die iranischen Atommacht-Pläne entschiedener bekämpfen und auch einem Veto im Uno-Sicherheitsrat nicht mehr im Wege stehen. So sehr die US-Regierung den Kurs des Kremlherrn in Sachen Wirtschaftspolitik und Bürgerrechte kritisiert, so deutlich akzeptiert sie doch die Rückkehr Russlands in den Club der Großen und Mächtigen - eine Rückkehr, die sich vor allem durch die riesigen Energieressourcen Moskaus erklärt.
Der Besuch George W. Bushs in Indien Anfang März 2006 war eine weitere historische Weichenstellung: Washington bietet Neu-Delhi eine privilegierte Energiepartnerschaft an, will Nukleartreibstoff und modernste Reaktortechnologie liefern - obwohl Indien dem Atomwaffensperrvertrag nicht beigetreten ist und deshalb eigentlich als "nuklearer Paria" behandelt werden sollte. Delhi muss, wenn das Abkommen ratifiziert ist, gerade einmal 14 seiner zivilen Atomkraftwerke von der Internationalen Atomenergiebehörde kontrollieren lassen; seine militärischen Anlagen darf es beliebig ausbauen, und auch auf nukleare Tests muss Indien nicht verzichten.
Bei so viel amerikanischer Initiative möchten nun auch die Europäer nicht hintanstehen: Die EU rücke "das Thema Energiesicherheit ins Zentrum ihrer Außenpolitik", hat Kommissarin Benita Ferrero-Waldner verkündet. Es habe in letzter Zeit "Weckrufe" gegeben, die das nötig machten. Fast verzweifelt sucht der Alte Kontinent derzeit nach einer gemeinsamen Ressourcen-Politik. "Wenn wir mit einer Stimme sprechen, können wir auf jeden Lieferanten Druck ausüben", sagt beschwörend der französische Konzernmanager Gérard Mestrallet - aber es ist ein steiniger Weg vom Energiemündel zum Energiebündel, wie im April 2006 wieder bei einem EU-Spitzentreffen in Brüssel demonstriert wurde: Die "Harmonisierung" erschöpfte sich größtenteils in Absichtsbekundungen. Und ein Neuanfang beginnt für jede Nation erst mal in der Innenpolitik. Im April 2006 fand ein deutscher "Energiegipfel" unter Leitung der Bundeskanzlerin statt, viel herausgesprungen ist dabei noch nicht.
Warum erinnert der neue Kalte Krieg in mancher Beziehung so an den alten "Cold War" nach dem Zweiten Weltkrieg? Was verbindet die beiden Zeitalter? Was unterscheidet sie? Wo und wie haben sich die Gewichte verschoben?

Am Anfang des früheren Kalten Kriegs war die Bombe - und ein Zerwürfnis. Die Alliierten des Zweiten Weltkriegs hatten sich nach dem Sieg über Hitler-Deutschland entzweit, Truman und Stalin misstrauten einander zutiefst. Es war unübersehbar, dass Moskau seine Kriegsbeute skrupellos sichern und seine Einflusssphären aggressiv ausweiten wollte - mit Mitteln gerade noch unterhalb der Kriegsschwelle.
Nachdem amerikanischen Wissenschaftlern am 16. Juli 1945 in der Wüste von New Mexico ein Atomwaffentest gelungen war und dann über Hiroshima und Nagasaki wenige Tage später die schrecklichsten aller Bomben abgeworfen wurden, hatte sich das machtpolitische Gefüge zunächst einseitig zu Gunsten der USA verändert. Die militärischen Chefs des Projekts rechneten in einem Geheimpapier schon den "Atombombenbedarf für die Zerstörung strategischer Gebiete in Russland" hoch, gefolgt von einer Liste mit Städten - unter Einbeziehung der sowjetischen Hauptstadt Moskau.
Erst als im August 1949 auch die UdSSR eine Nuklearwaffe gezündet hatte, wurde Stalins rückständiges Reich wieder zur gleichrangigen Weltmacht (obwohl es mit seiner rigiden Ideologie, bürokratischen Verkrustung und beginnenden Überrüstung schon den Keim des Zerfalls in sich trug). Es entstand ein Gleichgewicht des Schreckens, das - von der gegenseitigen glaubhaften Vernichtungsdrohung geprägt - zumindest einen "heißen" Waffengang zwischen den Großmächten ausschloss. "The Cold War": Die Epoche bekam ihren Namen nach der Begriffsschöpfung des US-Autors Herbert Swope.
Der Kalte Krieg fror in einigen Regionen der Welt die Geschichte ein. Westeuropa, einschließlich der Bundesrepublik Deutschland, garantierte er eine lange Zeit des Friedens. Für viele andere freilich war es, in den Worten von George Orwell, "eine scheußlich stabile Welt". Denn die ideologische Rivalität der Supermächte führte zur Blockbildung, zu klarumrissenen Interessensphären. Gut dran waren nur diejenigen, die auf der richtigen Seite des Eisernen Vorhangs lebten und die es sich in prosperierenden, demokratisch und marktwirtschaftlich orientierten Gesellschaften einrichten konnten. Schlecht war es für die anderen, die - wie etwa die Ungarn 1956 oder die Tschechen und Slowaken 1968 - aus der Zwangsjacke des Großen Bruders ausbrechen wollten und nach der blutigen Niederschlagung des Widerstands ihre Ketten noch schmerzhafter zu spüren bekamen.
Manche Staaten der Dritten Welt aber hatten ihren Bürgern noch nicht einmal diesen schrecklichen Status quo zu bieten. Washington und Moskau waren bei der Auswahl ihrer Verbündeten nicht wählerisch und kümmerten sich zuallerletzt um Menschenrechte: Sie unterstützten bedingungslos ihre "Verbündeten", brutale Diktatoren von "rechts" beziehungsweise "links".
Die USA und die UdSSR ließen sich nie in eine größere direkte Konfrontation zwingen. Doch für weite Teile von Afrika, Asien und Lateinamerika gab es keinen eingefrorenen Frieden, sondern hitzige Auseinandersetzungen. Die Weltmächte fochten auf deren Territorien ihre "konventionellen" Stellvertreterkriege aus. Die Verlierer dieser Ära waren die Menschen in den unterentwickelten Regionen. Die Großen nutzten sie selbstsüchtig als Exerzierfeld - und als billige Lieferanten von Energie. Beispielhaft das Verhältnis der USA zu Saudi-Arabien: Jahrzehntelang versorgte Washington die korrupten Prinzen mit modernsten Waffen wie Kampfflugzeugen. Die USA ließen Milliarden regnen - im Tauschgeschäft gegen billigen Treibstoff. Ob der Dollar-Segen auch breite Bevölkerungsschichten erreichte, oder ob er gar von den Herrschenden dazu genutzt wurde, demokratische Bewegungen niederzuschlagen und weltweit wahhabitisch-islamistische Eiferer zu fördern, interessierte kaum jemanden.
Die Welt lernte zwar nicht, die Kernwaffe zu lieben. Aber immerhin: In den Zeiten des Kalten Kriegs begriff sie, die Kernwaffe zu fürchten. Hiroshima und Nagasaki hatten gezeigt, welch Sündenfall sie war: eine schreckliche Option für die Menschheit, sich selbst zu vernichten. Selbst bei der hochbrisanten Kuba-Krise 1962 blieb man ziemlich weit weg vom Nuklearknopf.
Die Bombe taugte zu vielem - nur eben nicht zum Bomben. Sie half allerdings, sich von den Habenichtsen abzugrenzen. So ist es kein Wunder, dass, nach den Briten und Franzosen, die Chinesen 1964 und - uneingestanden - auch die Israelis 1967 die Tür zum Club der Atommächte aufstießen.
Im Kern blieb der Kalte Krieg eine Auseinandersetzung zwischen zwei konkurrierenden Weltanschauungen. Die USA und ihre Verbündeten legten sich auf eine aktiv betriebene Eindämmung des Kommunismus fest, die radikalere Kreise um das Ziel einer weltweiten "Befreiungspolitik" ergänzten. Die Sowjetunion klammerte sich an ihre eigene Variante der Zwei-Lager-Theorie, deren Hauptaufgabe es war, die westlichen "Imperialisten" zu bekämpfen und den eigenen Machtbereich zu vergrößern.
Beide Seiten beharrten auf der Gültigkeit ihrer jeweiligen Gesellschaftsentwürfe - und auf ihrer universalen Anwendung.
Trotz des in Entspannungsphasen immer wieder verkündeten Endes der Auseinandersetzung markierte erst die Auflösung der UdSSR 1991 den Wandel. Die Sowjetunion - überdehnt, totgerüstet und von neuen Technologien abgeschnitten - musste vor ihren eigenen Bürgern und der Welt einen Offenbarungseid leisten. Sie verabschiedete sich, auch dank der Einsicht eines zu Reformen gezwungenen Michail Gorbatschow, nicht mit einem furchtbaren Knall, sondern mit einem Seufzer aus der Weltgeschichte. Nun gab es keine monolithischen Blöcke mehr. Aber auch die westlichen Sieger mussten nach einer ersten Phase der Euphorie schnell feststellen, dass nicht das von ihren Triumphalisten propagierte "Ende der Geschichte" angebrochen war.
Aus dem Kalten Krieg, der Epoche des permanenten, aber doch weitgehend überschaubaren Gegeneinanders, wurde zunächst eine Phase des "wilden" Friedens. In dieser Übergangszeit zeigte sich schnell, dass die Übertragung des US-Demokratiemodells kein Selbstgänger war. Dass die Gefahren für den Weltfrieden sich nicht verflüchtigt, sondern nur verlagert hatten. Und dass die führenden Länder der Dritten Welt nun von keinem mehr gezwungen werden konnten, fremdbestimmte Mitspieler zu sein.

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