China Keitetsis Buch ist ein erschütternder Bericht darüber, wie ein junger Mensch durch die fehlende Liebe durch ihre Familie sowie die Verkettung unglücklicher Umstände immer tiefer in einen Sumpf von Gewalt und innerer Zerrissenheit gerät. Und wie sie die schrecklichen Erlebnisse, die sie in ihrer Heimat erfahren musste, bis heute nicht losgelassen haben. Sie erspart dem Leser die einzelnen Details des Krieges, in dem sie als eine Kampfmaschine ohne eigenen Willen in voller Loyalität für ein brutales Regime mißbraucht wurde. Es wird durch ihre stellenweise Distanz jedoch klar, welch tiefe Wunden der Krieg bei ihr hinterlassen hat. Es bleiben allerdings einige Fragen offen. Die Frage nach ihren Kindern. Was geschah mit ihnen seit ihrer Flucht aus Uganda? War es China möglich, trotz ihrer Misshandlungen durch den Vater in ihrer eigenen Kindheit eine normale Mutter-Kind-Beziehung aufzubauen? Wie konnte sie sich damals in ihrer Zeit beim Militär um ihren Sohn kümmern? Es wäre auch interessant zu wissen, wie ihr Alltag heute in Dänemark aussieht. Konnte es ihr gelingen, das Trauma ihrer Kindheit, das sich heute tausendfach an anderen Orten wiederholt, hinter sich zu lassen? Auch die unausgesprochenen Dinge dieser Lebensgeschichte lassen ahnen, welchen Kampf China bis heute ausficht, damit sie diesen bewundernswerten Lebensmut nicht verliert.