Brandstiftung und Mord auf historischem Hintergrund - aber die Brisanz der Geschichte ist aktuell. Der Roman geht mir unter die Haut, weil Elsebeth Egholm auch diesmal ihren Personen unter die Haut geht.
Das Rätsel, vor dem wir stehen, ist mehr als eine intellektuelle Spielerei für Dicte Svendsen. Die Aufklärung wirft alte Traumen auf: Familienbande, Familienzwang, Rache. Wieviel Zuneigung schulden wir einem gewalttätigen Vater, wenn er zum Greis degradiert? Welche Rolle spielt Dictes Sohn, den sie früh hatte adoptieren lassen, als ein Unbekannter ihr eigenes Leben bedroht?
Ganz nebenbei bekommen wir persönlichen Einblick in ein modernes Dänemark, das so viel mehr ist als Urlaub an der Nordsee. Eine Rezensentin bemängelt auf diesen Seiten die leider etwas mangelhafte Übersetzung. Auch meine Kritik richtet sich an die deutsche Aufbereitung dieser hervorragenden Story: auf der Titelseite eines dänischen Romans eine schwedische(?) Berghütte abzubilden ist so mangelhaft, als illustrierte man den Hamburger Hafen durch eine Alpenlandschaft. Der Verlag könnte sich da schon etwas mehr Mühe geben.