Egal was manche Menschen über Zeugen Jehovas denken mögen, man sollte sich einfach mal wirklich mit ihrer Geschichte beschäftigen. Und einen ganz beachtenswerten Eindruck, und auch ein Beispiel für viele sogenannte Christen liefert dieses Buch. Im Gegensatz zu den großen Kirchen, die den Krieg unterstützen und Waffen segneten, gab es da diese kleine oft nicht beachtete Gruppe von Bibelforschern, die sich tatsächlich an die Bibel halten wo es heißt sie lernen den Krieg nicht mehr und schmieden ihre Messer zu Winzermesser. Sie traten wirklich für ihren Glauben ein und lehnten es ab andere zu töten. Selbst an irgendeiner Produktion von Waffen verweigerten sie sich. Es ist schon bewundernswert was diese Menschen trotz Androhung der Todesstrafe ausgehalten haben. Auch die Tatsache dass sie nur einen Zettel hatten unterschreiben müssen, worin sie erklären nicht mehr ihrem Gott zu dienen, um freizukommen, ist beachtenswert. Trotzdem taten dies ganz wenige. Und welchen anderen unmenschlichen grausamen Schikanen sie doch alles ausgesetzt waren. Aber nicht nur in der Nazizeit, sondern auch in der DDR und auch danach, bis einschließlich heute noch werden sie oft zu Unrecht verfolgt, beleidigt, eingesperrt und es gibt viele unberechtigte Vorurteile. Es werden einige früheren Falschaussagen, wie z.B. dass sich die Bibelforscher den Nazis angebiedert hätten korrigiert und dargelegt wie hier bestimmte Textpassagen aus dem Zusammenhang gerissen wurden. Dieses Buch ist wirklich sehr sachlich und nüchtern geschrieben und gibt einfach die Fakten wieder. Was mich auch beeindruckt hat sind die ganzen Quellenverweise, die teilweise mehrere Seiten einnehmen. Von einem ehemaliger KZ Insassen, Johannes Steyer, sind mehrere Seiten von selbstgemalten Aquarellen abgebildet, welche verschiedene Situationen im Lagerleben darstellen. Es sind auch viele Seiten mit Original Briefkopien dabei. Auch der Bericht über die Ausstellung und Videodokumentation Standhaft trotz Verfolgung ist sehr beeindruckend. Ebenfalls beeindruckend ist die weltweite brüderliche Gemeinschaft dieser Religionsgemeinschaft.
Hier ein paar nachdenkliche Auszüge:
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Sybil Milton kommt als Historikerin bei ihrem Bezug zur Gegenwart zu folgendem Schluß: Die christliche Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas, unbeugsam in ihrem Widerstand gegen das NS-regime, wurde marginalisiert und ausgegrenzt und wird bis heute mit dem negativen Begriff Sekte" bezeichnet und angegriffen. Obwohl diese Definierung von den NS-Beamten stammte, wirkt sich die unkritische Wiederholung heute noch immer negativ aus, dann diese Kategorisierung verstärkt noch heute existierende Vorurteile.
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Pastor Martin Niemöller schrieb über Jehovas Zeugen: Wir Christen von heute stehen beschämt da vor einer sogenannten Sekte wie den Ernsten Bibelforschern, die zu Hunderten und Tausenden ins Konzentrationslager und in den Tod gegangen sind, weil sie den Kriegsdienst ablehnten und sich weigerten, auf Menschen zu schießen.
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Der polnische Schriftsteller Hulka-Laskowski schrieb: Wenn es in Deutschland eine halbe Million solcher Protestanten und Katholiken gäbe, dann würde dieses unglückliche Land anders aussehen.
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Auch brauchten die Zeugen Jehovas nicht wie andere Religionsgemeinschaften erst durch einen sogenannten Rehabilitierungsprozess zu gehen, da sie sich nicht durch Kompromisse gegenüber dem nationalsozialistischen System schuldig gemacht haben.
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Keine Kirche oder Religionsgemeinschaft hat, gemessen an der Zahl ihrer Mitglieder, so viele Opfer des Widerstandes zu beklagen wie die Zeugen Jehovas.
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Ein südafrikanischer Universitätsprofessor sagt über sie: Es sind Menschen, die nicht nur die Hautfarbe anders sehen, sondern das, was in ihnen steckt. Jehovas Zeugen stellen heute die einzige echte Bruderschaft der Menschheit dar.
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Es muss schon etwas dran sein, dass sie, die jeden Tag ein Formular mit ihrer Austrittserklärung aus der Sekte" der Bibelforscher nur unterzeichnen brauchen, um dieser Hölle zu entgehen, so stark an ihrer Auffassung festhielten. Diese vorgedruckten Scheine lagen zu hunderten im Büro der Oberaufseherin und wurden und wurden nicht weniger.
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Als wir Juden von Dachau in den Block kamen, versteckten die anderen Juden, was sie hatten, um nicht teilen zu müssen. Du schüttelst den Kopf, aber es ist doch so. ... Aber denke dir, was taten die Bibelforscher? Sie müssen schwer arbeiten, irgendeine Reparatur an einer Wasserleitung machen. In diesem kalten Wetter stehen sie den ganzen Tag im Eiswasser. Kein Mensch begreift, wie sie das aushalten. Sie sagen, Jehova gibt ihnen die Kraft dazu. Sie brauchen ihr Brot sehr nötig, denn sie haben Hunger wie wir auch. Aber was taten sie? Sie trugen alles Brot zusammen, das sie hatten, nahmen sich die Hälfte davon und legten die andere Hälfte ihren Brüdern hin, ihren Glaubensbrüdern, die jetzt von Dachau kamen. Und sie bewillkommneten sie und küssten sie. Bevor sie aßen, beteten sie, und nachher hatten sie alle verklärte und glückliche Gesichter. Sie sagten, dass keiner mehr Hunger hätte. Siehst du, da habe ich mir gedacht: Das sind die wahren Christen, so habe ich sie mir immer vorgestellt. Warum können wir nicht auch so sein? Wie schön wäre es gewesen, unsere Brüder hätten uns einen solchen Empfang bereitet.
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Kommunisten trugen ihre Konflikte mit Sozialdemokraten, katholische Geistliche mir ihren protestantischen Kollegen, die Häftlinge unter sich aus; radikal brachte es Hans Frese auf den Nenner: Kameraden sind wir überhaupt nicht, einer ist des anderen Teufel. haben wir unter den Wachtmeistern schon genug zu leiden, die Erziehung unter uns selbst ist weit schlimmer und unerträglicher und macht einem das Leben auf die Dauer zur Qual. Ein Wort unter uns heißt: Die Uneinigkeit unter den Gefangenen ist die Stärke der Justiz. Im unruhigen Häftlingskosmos bildeten jedoch die Bibelforscher eine Insel der Ruhe und der Hoffnung, von allen Häftlingen, die Kontakt mit ihnen pflegten, gleichermaßen geschätzt.
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Ein katholischer Geistlicher sagte über sie: Für mich war diese sonderbare Bekanntschaft jedenfalls Mahnung für die Zukunft: Solltest du das Glück haben, noch frei zu werden, dann lies eifrig das Buch der Bücher (die Bibel).
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Wer sich ein vorurteilsfreies sachliches Bild über diese Religionsgemeinschaft verschaffen möchte, dem kann ich dieses Buch nur empfehlen.