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Das musikalische Opfer. Johann Sebastian Bach trifft Friedrich den Großen am Abend der Aufklärung Gebundene Ausgabe – 19. August 2008


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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
  • Verlag: Eichborn Verlag; Auflage: Originalausgabe; Gebunden in Schuber (19. August 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3821862084
  • ISBN-13: 978-3821862088
  • Originaltitel: Evening in the Palace of Reason
  • Größe und/oder Gewicht: 13,1 x 3,2 x 22,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 755.692 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Reinhard Kaiser, geboren 1950 in Viersen am Niederrhein, lebt als Übersetzer und Schriftsteller in Frankfurt am Main. Der Anderen Bibliothek ist er seit ihren Anfängen durch zahlreiche Übersetzungen und Editionen eng verbunden. Seine Übertragung von Grimmelshausens Roman Der abenteuerliche Simplicissimus Deutsch wurde 2009 ein Bestseller, 2010 folgte seine Übersetzung von Grimmelshausens Lebensbeschreibung der Erzbetrügerin und Landstörzerin Courage/Der seltsame Springinsfeld. Bekannt sind seine Bücher Dieses Kind soll leben (1993) und Königskinder. Geschichte einer wahren Liebe (1996). -- James R. Gaines, geboren 1947 in Dayton/Ohio, hat eine vielversprechende Karriere als Pianist zugunsten einer journalistischen Laufbahn aufgegeben: zunächst bei Saturday Review, Newsweek und People, später als Herausgeber und Chefredakteur von Life Magazine und Time. Sein Interesse für Politik, Musik und Kulturgeschichte hat er auch als Autorverschiedener Sachbücher genutzt: Wits End: Days and Nights of the Algonquin Round Table (1977), The Lives of the Piano (1981) und Das musikalische Opfer (Originaltitel: Evening in the Palace of Reason). Im September 2007 veröffentlichte er For Liberty and Glory: Washington, Lafayette, and Their Revolutions. James R. Gaines lebt mit seiner Familie in Paris.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

ERSTES KAPITEL
"Thema für einen Pas de Deux Friedrich der Grosse hatte das Flötenspiel immer geliebt, während sein Vater gerade dieses Talent des Sohnes besonders verachtete. In seiner Jugend hatte Friedrich heimlich spielen müssen, und so zählten zu seinen liebsten Erinnerungen die Abende im Schloß seiner Mutter, wo er sich französisch kleiden, sein Haar im französischen Stil locken und pudern und mit einer verwandten Seele, seiner Schwester Wilhelmine, Duette spielen konnte - er auf der Flöte, die er Principe nannte, sie auf ihrer Laute Principessa. Friedrichs Vater bekam einen Wutanfall, als er ein mal unerwartet auf der Bildfläche erschien. Noch mehr als das Flötenspiel seines Sohnes haßte Friedrich Wilhelm alles Französische - französische Kleider, französisches Essen, französisches Gehabe, französische Kultur, lauter Dinge, die er als"effeminiert"abtat. Er selbst war natürlich, wie die meisten deutschen Fürsten, in französischer Sprache erzogen worden (konnte nicht einmal das Wort Deutschland richtig schreiben, sondern schrieb meistens Deusland) und mußte des halb Französisch sprechen, aber er haßte sich dafür. Sträflinge ließ er zu ihrer Hinrichtung in französische Kleider stecken - das war seine Art, modische Akzente zu setzen. In dieser und mancher anderen Hinsicht war Friedrichs Vater zumindest halb verrückt. Er war schwer manisch depressiv, wurde gegen andere oft ausfallend und gewalttätig und litt außerdem an Porphyrie, einer Krankheit, die bei den Nach fahren der schottischen Königin Maria (zu denen er durch seine Mutter gehörte) häufig vorkam. Zu den Beschwerden, die sie verursacht, gehören Migräne, Abszesse, Hautblasen, Paranoia und rasende Magenschmerzen. Friedrich Wilhelms häufige Wutanfälle waren berüchtigt und machten vor niemandem halt: er verdrosch Dienstboten, Angehörige seiner Familie (niemanden mehr als Friedrich), aber auch Diplomaten, die bei ihm zu Besuch weilten. Von Gicht geplagt, schlug er mit seinen Krücken um sich, und wenn die Schmerzen so schlimm waren, daß man ihn in seinen Rollstuhl setzte, verfolgte er die Leute stockschwingend in diesem Gefährt. Er war berüchtigt für die Prügel, die er verabreichte, hatte in vielen Räumen seines Schlosses Stöcke deponiert, damit sie immer zur Hand waren, warf aber auch mit Tellern, zerrte die Leute an den Haaren, ohrfeigte sie, schlug sie zu Boden und versetzte ihnen Fußtritte. Bekannt ist die Geschichte, wie er eines Tages durch Potsdam ging und bemerkte, daß einer seiner Untertanen Reißaus zu nehmen versuchte. Er befahl dem Mann, stehenzubleiben und ihm zu erklären, warum er davonlaufen wollte. Weil er sich fürchte, lautete die Antwort."Ihr sollt mich nicht fürchten, ihr sollt mich lieben!"Prompt erschien der Stock, und der Untertan ging zu Boden, während der König schrie:"Lieben sollst du mich, Schurke!"

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von cl.borries am 1. September 2008
James R. Gaines Das musikalische Opfer
Eichborn ISBN 3821862084

Bach und Friedrich der Große, die beiden in diesem Buch als Gegenspieler dargestellten Genies des 18. Jahrhunderts, begegneten sich 1747 zum ersten Mal.
Bach war damals 62 Jahre alt, Friedrich der Große stand in seinem 35. Lebensjahr und war seit 1740 König in Preußen.
Beide sind Vertreter unterschiedlicher Geistesrichtungen: Geist und Mythos stehen gegen Aufklärung und Vernunft. Bach verkörperte die überzeugte Religiosität in der Tradition Luthers, die Friedrich der Große überwunden hatte zugunsten einer aufgeklärten und von der Vernunft bestimmten Geisteshaltung. Der Kampf der beiden Prototypen dieser unterschiedlichen Gesinnungen kulminierte in der Aufgabe, die Friedrich der Große Bach übertrug: zu einem vorgegebenen kontrapunktischen Thema eine dreistimmige, später sogar eine sechsstimmige Fuge zu komponieren. Man konnte darin eine fast unerfüllbare Aufgabe sehen, mit der Friedrich der Große den Meister der Komposition in die Knie zwingen wollte. Bach gelang es jedoch mit seiner Komposition, die später als < Musikalisches Opfer > in die Musikgeschichte eingegangen ist, Friedrich den Großen noch zu übertrumpfen.

Mit dieser Eingangsthese beginnt Gaines seine Doppelbiographie über Bach und Friedrich den Großen. Letzterer war Zeit seines jungen Lebens Zielscheibe eines zornigen, aufbrausenden und grausamen Vaters, der als launischer und wütender Monarch seine gesamte Umwelt tyrannisierte und schikanierte. Friedrich war als leidenschaftlicher Musikliebhaber und Komponist nicht unbeschadet aus dem demütigenden Verhältnis zu seinem Vater herausgekommen.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von anonym am 19. Februar 2009
Ein hervorragendes Buch,dass einen geradezu in die Zeit und das Leben beider Protagonisten hineinzieht. Es greift aus auf das Leben der Eltern beider und zeichnet dann das Leben von Bach und Friedrich mit Höhepunkten, Niederlagen, Einflüssen, Freundschaften, Zielen etc. in leichtfüßiger Form, aber fundiert nach. Ein Kapitel behandelt jeweils einen Lebensausschnitt des Einen, gefolgt von einem Kapitel über den Lebensausschnitt des Anderen. Viel wird berichtet über die Auffassung der Musik in der damaligen Zeit, auch über die musikalische Rhethorik.
Es liest sich spannend wie ein Krimi, obwohl es eine solche Fülle von Informationen bereithält, dass ich es mit Sicherheit ein zweites Mal lesen muss. Das Buch ist absolut empfehlenswert. Da es sich um eine sehr bibliophile Ausgabe handelt (besondere Ausstattung des Covers, spezielles Papier), ist auch der Preis völlig in Ordnung.
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