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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Poetischer Schrecken,
Von
Rezension bezieht sich auf: Und in mir der unbesiegbare Sommer (Gebundene Ausgabe)
Das Schicksal jüdischer Kinder und verfolgter Minderheiten im Zweiten Weltkrieg ist auch in der Kinder- und Jugendliteratur in den letzten Jahren auf unterschiedlichste Weise aufgearbeitet worden. In ihrem Roman "Und in mir der unbesiegbare Sommer" stellt Ruta Sepetys jedoch eine Gruppe von Opfern in den Mittelpunkt, die im kollektiven Gedächtnis weitaus weniger präsent ist: Die Protagonisten gehören zu jenen Tausenden von Balten, die nach der Annektierung ihrer Heimatländer während des Krieges in sowjetische Arbeitslager und Gefängnisse in Sibirien abtransportiert wurden.Lina Vilkas ist fünfzehn, als sie gemeinsam mit ihrer Mutter und dem jüngeren Bruder mitten in der Nacht abgeholt wird; der Vater ist bereits auf der Arbeit verhaftet worden. Gemeinsam mit unzähligen anderen werden sie am Bahnhof der litauischen Hauptstadt Vilnius wie Vieh in Züge gepfercht und sind tagelang unterwegs, bis sie in einem Arbeitslager im russischen Altai in Sibirien eintreffen. Bereits auf der Reise erfährt Lina nie gekannte Not und Schrecken - die Gefangenen werden misshandelt, beschimpft, teilweise willkürlich umgebracht, die leiden Hunger und Kälte. Während Lina anfangs unter Schock steht, beginnt sie bald, jedes Detail ihrer Reise in Zeichnungen festzuhalten - diese will sie ihrem Vater schicken, der in einem anderen Zug abtransportiert wurde und von dem sie hofft, dass er so zur Familie zurückfinden wird. In der Kolchose im Altai ergeht es Lina und ihrer Familie wenig besser. Die Tage sind geprägt von harter Arbeit und menschenunwürdigen Lebensbedingungen, doch obwohl sich unter den Deportierten schleichend die Verzweiflung ausbreitet, findet Lina immer wieder Lichtblicke und Hoffnungsschimmer, nicht zuletzt durch ihre Freundschaft zu ihrem Mitgefangenen Andrius. Fast ein gesamtes Jahr verbringt sie in Sibirien, dann wird ein Teil der Lagerinsassen erneut deportiert: Lina muss sich von Andrius trennen, sie wird mit ihrer Familie abermals in einen Zug gepfercht und weiter nach Norden gebracht. Im Nichts der eisigen Polarnacht sollen dort die Deportierten ein neues Lager errichten. Das Überleben ist für die Gefangenen nahezu unmöglich, auch Linas Mutter überlebt die eisige Hölle nicht. Für ihren Bruder aber und mit der festen Hoffnung, Andrius und den Vater wiederzusehen, will Lina stark bleiben ... Ruta Sepetys, selbst Nachfahrin litauischer Flüchtlinge, hat sich in ihrem Roman einem Thema angenommen, dessen Bearbeitung gerade für eine jugendliche Zielgruppe viel Fingerspitzengefühl erfordert. Sie selbst schreibt in einem Nachwort, dass es ihr darum geht, den Opfern eine literarische und zugleich authentische Stimme zu geben. Und wirklich gelingt es ihr durch gefühlvolle, poetische Sprache und eine sehr menschlich und nahbar angelegte Hauptfigur, die als Ich-Erzählerin zur Identifikationsfigur wird, ihren Roman bei all den geschilderten Grausamkeiten nicht im Elend zu ertränken; vielmehr wird Linas Hoffnungsschimmer zum tragenden Moment der Handlung, deren Kernbotschaft wohl auch im Titel steckt - nur der Sommer im eigenen Inneren ist unbesiegbar. Ein sehr gutes Buch, ein sehr wichtiges Buch, aber auch ein emotional aufwühlendes Buch, das seine Leser zum Nachdenken anregen möchte. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
LIEBE IST DIE STÄRKSTE ARMEE,
Von
Rezension bezieht sich auf: Und in mir der unbesiegbare Sommer (Gebundene Ausgabe)
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Bereits die erste Begegnung mit Lina, einem fünfzehnjährigen Mädchen aus Litauen, verläuft hektisch. Lina muss packen, jetzt sofort. Es stehen Männer vor der Tür, böse uniformierte Männer, sie reden mit ihrer Mutter in einem unfreundlichen Tonfall. Lina soll sich beeilen, es bleiben 20 Minuten in denen sie schnell ein paar Sachen einpacken soll, viele warme Sachen und auch wertvolle Gegenstände, nur nützliches darf mit. Lina versteht die Welt nicht mehr, sie steht unter Schock, ihr Vater ist nicht da, ihr 10jähriger Bruder Jonas ist völlig durcheinander und ihre Mutter ist voller Panik und die Männer der sowjetischen Geheimpolizei schauen auf die Uhr und warten ungeduldig. Sie müssen los, ein Lastwagen steht vor der Tür, in dem bereits einige andere Menschen mit ihrem Gepäck sitzen. Menschen die auch auf der Liste stehen. Angstvolle Gesichter blicken Lina an, Lina die noch immer ihr geblümtes Nachthemd anhat, wie sie erst jetzt merkt. Eine lange Reise ins Ungewisse beginnt, eine Reise die leider kein fürchterlicher Alptraum ist.Die Fahrt im Lastwagen gleicht einem beginnenden Höllentrip. Angst, Verzweiflung und Panik liegen in der Luft und ständig kommen mehr Menschen dazu. Vor allem Frauen und Kinder, einige sind verletzt und eine Mutter die soeben ihr Kind entbunden hat, liegt blutend auf dem Boden. Ein glatzköpfiger Mann murmelt, dass alle sterben werden. Lina versucht nach draußen zu schauen, sie sucht ihren Vater, Kostas Vilkas, der Rektor der Universität ist. Sie sieht ihn nicht, dafür aber Mutters Cousine, die nach ihnen ruft, doch Mutter schaut sie nicht an. Die Fahrt endet an einem Bahnhof. Dawai!, Dawai!, rufen die sowjetischen Offiziere. Dawai!, dawai!, alle Gefangene sollen in die Waggons einsteigen, Beeilung, alles muss schnell gehen. Hunderte, tausende von Menschen hetzen, werden getrieben, alle als kriminell eingestuft. Fast wurde Jonas von ihnen getrennt, Linas Mutter konnte mit einer Taschenuhr, die sie zum Glück bei sich trug, schlimmeres verhindern. "Habt ihr euch je gefragt, wie viel ein Menschenleben wert ist? An diesem Morgen hatte das Leben meines Bruders den Wert einer Taschenuhr." Der Waggon ist überfüllt, es stinkt und niemand kennt den Grund warum er gefangen ist. In einem Waggon mit der Aufschrift "Diebe und Huren", ein Waggon der anfängt zu rollen, in eine Zukunft die keiner kennt. Noch nicht. Lina und Jonas vermissen ihren Vater, er muss doch auch irgendwo sein, in einem Männerwaggon vielleicht. Auch Andrius der mit seiner Mutter im Waggon sitzt, hält nach seinem Vater ausschau und springt aus dem Wagen als dieser hält. Lina und Jonas folgen, sie kriechen zwischen den Rädern von Wagen zu Wagen, neben diesen stehen die Offiziere mit geladenen Gewehren, bereit auf jeden zu schießen, der sich außerhalb des Zuges befindet, der flüchten will. Lina kann ihr Glück nicht fassen, für einen kurzen Moment ihren Vater zu sehen um anschließend wieder lebend zurück zu ihrer Mutter in den Waggon zu rennen. Die Fahrt geht weiter, es wird kälter, die Zeit scheint kaum zu vergehen. Es ist eng, es stinkt, es ist dunkel, niemand weiß wo der Zug lang fährt, ob er je wieder halten wird und vor allem was dann passiert. Ungewissheit und Hunger machen sich breit, fressen sich in die Seelen der Gefangenen. Ein anderes Leben beginnt für Lina, Jonas und deren Mutter. Kein weiß was er tun soll, es heißt abwarten und hoffen. Alle noch lebenden im Waggon wachsen immer mehr zusammen, sind füreinander da und schwören sich, immer beeinander zu bleiben. Lina versucht ihren Schockzustand abzuschütteln, ihr Gedankenkarussell für einige Momente anzuhalten und beginnt in den Staub auf dem Boden zu zeichnen. Sie wollte Kunst studieren und nutzt jede Möglichkeit sich kreativ auszuleben. Nun sucht sie Zettelfetzten und irgendwelche Gegenstände mit denen sie zeichnen oder schreiben kann. Sie ritzt ins Holz, sie möchte festhalten, was ihr und den anderen passiert. Sie verarbeitet Momente in Zeichnungen mit der Hoffnung, dass diese gefunden werden. Zettel voller Botschaften fertigt sie an, vor allem für ihren Vater, damit sie ihn irgendwo wiederfindet. Wo auch immer es möglich ist, versucht sie Spuren zu hinterlassen, Hilfeschreie, damit irgendwann bekannt wird, was ihnen passiert ist. Nach tagelanger Reise hält der Zug mit den abgemagerten, frierenden und kranken Menschen endlich an. Dawai!, dawai!, ertönt es unermüdlich aus den Mündern der sowjetischen Offiziere. Dawai!, dawai!, willkommen im neuen Leben, willkommen im Arbeitslager. Der Alptraum geht weiter und steigert sich ins unermessliche. Tod, Krankheit, Gewalt, Angst, Schmerz, Kälte, Hunger, und Arbeit kennzeichnen die Tage. "Ich pflanzte einen Samen des Hasses in mein Herz und schwor, dass er zu einem großen Baum heranwachsen würde, dessen Wurzeln alle Feinde erwürgen. "Ich zeichnete ein Hakenkreuz auf Jonanas Handfläche, Hammer und Sichel auf meine Handrücken und dazwischen eine zerfetzte, fallende litauische Flagge." Mit ist kalt, ich bin emotional, ich bin ergriffen und kann kaum schlucken während ich lese. Die Autorin Ruta Sepetys lässt mich zu Lina ihrem Schatten werden. Ich musste genauso hektisch meinen Koffer packen, saß mit im Lastwagen, saß mit im Waggon nach Sibiren, war mit im Arbeitslager. Meine Hände konnten vor zittern kaum das Buch halten, ich fühlte mich kraftlos und fröstelte. Und doch lebte die Hoffnung in mir, wie ein unbesiegbarer Sommer. Lina kämpfte innerlich, zeichnete und musste stark sein. Ihr Schicksal akzeptieren, ihr Schicksal leben, ihr Schicksal in Leben umwandeln. Sie klammerte sich an jeden noch so kleinen Lichtblick, umgeben allerdings von dunkelster Dunkelheit. Fühlte täglich die Pistole im Nacken, den Tod im Blick, doch kleine Atemzüge voller Glück erwärmten ihren innerlichen Kämpfermotor. Jonas und ihre Mutter konnte sie nicht im Stich lassen und der Stein, welchen ihr Andrius schenkte, hielt ihr dieses Ziel unermüdlich vor Augen. Bestimmte Worte und Handlungen erzeugten in Lina Gedanken an ihr bisheriges Leben, an das sie fortwährend denkt. Ein Leben voller Wärme, Liebe und Wohlbefinden. Ein Leben was es nur noch in ihren Erinnerungen gibt. Ruta Sepetys widmet dieses Buch ihrem Großvater Jonas Sepetys, er war hoher Offizier als der Hitler-Stalin-Pakt geschlossen und Litauen sowjetisch besetzte wurde. Menschen wurden in Gruppen eingeteilt, deren Namen auf Listen notiert, Männer und Frauen getrennt und schließlich deportiert. Er wurde exekutiert. Die Autorin hat mit ihrer Hauptprotagonistin und Ich-Erzählerin Lina einen Charakter geschaffen, der stark und verletztlich zugleich ist. Lina erzählt eine Geschichte, die leider nicht nur eine Geschichte ist und zwar so authentisch, direkt und unverschönt, dass man als Leser einen Gefühlsstrudel erlebt, schwitzt und friert zugleich. Gezielte Wortestiche lösen im Leser das Nachdenken über die Kriegszeit aus, machen noch bewusster, was damals passierte. Die Meisten kennen nur die deutsche Geschichte über den Nazionalsozialismus, die mindestens genauso grauenvolle Zeit in den baltischen Ländern jedoch wird selten erwähnt, bleibt oft unerwähnt. Hätten wir das überlebt? Was Lina in all den Jahren passierte, unter welchem Druck und unter welchen Ängsten und Qualen sie litt, was sie mit erleben und ansehen musste. Die Autorin hat aus meiner Sicht ihr Ziel erreicht. Sie wollte ein Stück der Geschichte Litauens unvergessen machen. Das ist ihr mit diesem Buch mehr als gelungen, mehr als das. Im Video auf ihrer Homepage erzählt die Autorin selbst, warum sie dieses Buch schrieb und warum es für sie eine Liebesgeschichte ist. Ich bin ergriffen, vor allem nach dem Epilog und meiner persönlichen Erkenntnis, das nach allem was passierte, nach allen Qualen, nach allem Leid, eine Person, die ich während des Lesens abgrundtief hasste, doch etwas liebenswertes an sich hatte. Die damaligen Menschen waren auch nur Menschen und taten das, was sie tun mussten, ob sie es wollten oder nicht. Emotional lausche ich immer wieder den Worten der Autorin und den Menschen, die sie in Litauen getroffen hat, um mehr über die Vergangenheit zu erfahren. LIEBE IST DIE STÄRKSTE ARMEE - ein Satz von ihr, der wunderschön ist, absolut hervoragend zum Buch passt und vor allem so wahr ist. Tief, tiefer, grenzenloser Tiefgang. Danke Ruta Sepetys für diesen Roman, ich bin immer noch bei Lina. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Hoffnung, wo es kaum Hoffnung gibt,
Von
Rezension bezieht sich auf: Und in mir der unbesiegbare Sommer (Gebundene Ausgabe)
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Es geschieht ohne Vorwarnung: plötzlich stehen Soldaten der NKWD bei der Familie Vilkas in der Wohnung und holen Elena und ihre beiden Kinder Lina und Jonas ab. Wo der Vater ist, wissen sie zu dem Zeitpunkt noch nicht, aber bald schon werden sie erfahren, dass man ihn direkt an der Universität, in der Kostas gearbeitet hat, verhaftet hat. Zwanzig Minuten Zeit haben sie, um ihre Sachen zu packen, und vollkommen unter Schock und nicht in der Lage zu erkennen, wa gerade geschieht, packt Lina neben der von der Mutter angeordneten Kleidung auch ihren Zeichenblock ein - denn ohne Zeichnen kann die Sechzehnjährige sich ihr Leben nicht vorstellen.Nur wenige Stunden später ist klar, dass das Leben, wie Lina und ihre Familie es bisher gelebt haben, vorbei ist. Unter unmenschlichen Bedingungen werden sie deportiert - und lange Zeit ist ihnen weder klar, ob man sie wegbringt, um sie zu töten, oder ob sie in ein Lager gebracht werden, um dort zu arbeiten. Um sie herum herrschen Elend und Verzweiflung, Angst um Angehörige, Angst vor der Zukunft und vor dem Tod. Die russischen Soldaten behandeln die Litauer nicht wie Menschen, töten und misshandeln willkürlich und haben Spaß daran, grausam zu den Deportierten zu sein. Elena tut in dieser Situation alles, um die Hoffnung nicht zu verlieren und diese auch in ihren Kindern wachzuhalten. Und Lina versucht, es ihrer Mutter gleichzutun. In jeder Situation, und sei sie noch so schrecklich, zeichnet sie, was um sie herum geschieht, und sie schreibt Briefe - auch an ihren Vater, der irgendwo in einem russischen Gefängnis sitzen soll. Lina kann nicht schweigen und sich alles gefallen lassen - und diese Sturheit ist gefährlich. Aber sie hift Lina auch, durchzuhalten und sich nicht kleinkriegen zu lassen. Selbst im sibirischen Arbeitslager beißt sie sich durch und wird, wie viele andere um sie herum auch, immer mutiger, wenn es darum geht, Lebensmittel oder Feuerholz zu stehlen. Lina gehört zu den Litauern, deren Stolz kaum zu brechen ist und die nicht klein beigeben wollen, nur um von den Russen in Ruhe gelassen zu werden. Dabei ist die Kunst ihr eine große Hilfe, denn wie ihr großes Vorbild Edvard Munch will sie all ihre Gefühle aufs Papier übertragen und nicht das malen, was sie nur mit den Augen sieht, sondern so, wie es sich anfühlt. Und irgendwann, denkt sie, irgendwann wird sie wieder nach Hause kommen, und dann wird alles wieder so sein, wie es vor der Zeit mit Stalin war... Im Nachwort erklärt die Autorin, es sei ihr ein Anliegen gewesen, diesen Roman zu schreiben, weil das Schicksal des litauischen Volkes unter Stalin in Vergessenheit zu geraten droht. Zahllose Menschen überlebten die Deportationen nicht, und die, die nach Hause zurückkehrten, waren froh, wenn die Russen nicht einfach ihren Besitz übernommen und sich in ihren Häusern eingenistet hatten - oft, so Sepetys, hatten die russischen Besetzer sogar die Namen der Vertriebenen angenommen, sodass den Heimkehrern nichts mehr blieb. Wer über das sprach, was er im Arbeitslager erlebt hatte, wurde zum Schweigen gebracht - und so konnte man nur mit engen Freunden und Familienmitgliedern hinter vorgehaltener Hand über diese Erfahrungen sprechen. und in mir der unbesiegbare Sommer" soll dem entgegenwirken und erzählen, wie es war. Dazu hat die Autorin mit vielen Zeitzeugen gesprochen und sich von den Arbeitslagern berichten lassen. Für mich ist dieser Roman eines jener Bücher, die man nach dem Lesen nicht einfach wieder ins Regal stellt und zum nächsten übergeht. Es ist so eindringlich erzählt, dass man nicht umhin kommt, immer weiterlesen zu wollen, und gleichzeitig hatte ich beim Lesen oft einen Kloß im Hals, weil das, was den Figuren in dieser Geschichte passiert, wirklich schrecklich ist. Mit Lina hat Sepetys eine Ich-Erzählerin geschaffen, die mir sehr schnell ans Herz gewachsen ist. Lina ist mutig, stur und oftmals leichtsinnig - das Zeichnen der Situationen, in denen sie sich befindet, ist gefährlich und kann sie das Leben kosten, aber sie gibt nicht auf und sie zeichnet weiter - auch für ihren Vater, dem sie immer wieder versucht Nachrichten zukommen zu lassen, damit er weiß, wo er sie finden kann. Die Erzählung der Situation, in der Lina und ihre Familie sich befinden, wird oftmals durch Erinnerungen an das Leben früher unterbrochen. Diese sind dann kursiv gedruckt und stehen in völligem Kontrast zum jetzt Erlebten. Ein provisorisches Weihnachtsfest in der Kolchose, bei dem die Menschen versuchen, sich ein Stück heile Welt zu bewahren, steht dann plötzlich einer Erinnerung an ein Weihnachten im Kreis der Familie gegenüber, als noch alles in Ordnung war. Diese Erinnerungen zeigen nicht nur, wie sich die Menschen durch ebendiese aufrecht zu halten versuchten, sie machen auch noch einmal klar, wie schrecklich die Situation ist, in der sie sich gerade befinden. und in mir der unbesiegbare Sommer" ist ein ganz besonders, ganz großartiges Buch, das ich unbedingt weiterempfehlen möchte. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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