Neue Zürcher Zeitung
Wienerinnen aus drei Jahrhunderten
haj. In ihrer Porträtgalerie «Hab meine Rolle nie gelernt», der schon drei ähnliche Bände über Berlinerinnen, Münchnerinnen und Zürcherinnen vorangegangen sind, zeichnet Irma Hildebrandt fünfzehn Wiener Frauenporträts aus drei Jahrhunderten. Der Bogen ist weit gespannt: er führt von Kaiserin Maria Theresia und ihrer Lieblingstochter Erzherzogin Marie Christine bis in unsere Zeit, die durch die Dichterin Friederike Mayröcker, die Umweltschützerin Freda Meissner-Blau und die Schauspielerin Erika Pluhar präsentiert wird. Dazwischen begegnen wir Frauen von verschiedenartiger Bekanntheit und Bedeutung, in deren Leben sich in mannigfachster Variation die österreichische condition féminine spiegelt. Da sind aus dem 18. Jahrhundert die blinde Musikerin Maria Theresia Paradis und die Weltreisende Ida Pfeiffer. In dem schon von revolutionären Umbrüchen gekennzeichneten 19. Jahrhundert spielte sich das Leben der für die Belange und Rechte der Frauen kämpfenden Bertha von Suttner, Adelheid Popp und Rosa Mayreder ab, während die Spät- und Übergangszeit des Fin de siècle vertreten ist durch die Modeschöpferin Emilie Flöge, die Komponistin Alma Mahler-Werfel, die Journalistin Lina Loos und die Kinderanalytikerin Anna Freud. Die Gegenwart wird durch die femme de lettres Hilde Spiel lebendig. Irma Hildebrandt legt in bester Feuilletontraditon eine Folge historischer Miniaturen vor, die vom anekdotischen Detail leben und gleichzeitig ein historisch informatives Gesamtbild der vergegenwärtigten Persönlichkeit vermitteln.
Kurzbeschreibung
Wienerinnen aus drei Jahrhunderten im Rampenlicht:
Kaiserin Maria Theresia
Erzherzogin Marie Christine
Maria Theresia Paradis
Ida Pfeiffer
Bertha von Suttner
Adelheid Popp
Rosa Mayreder
Emilie Flöge
Alma Mahler-Werfel
Lina Loos
Anna Freud
Hilde Spiel
Friederike Mayröcker
Freda Meissner-Blau
Erika Pluhar