Nachdem ich mir - gerade nach den Rezessionen hier - einiges von dem Buch versprochen hatte, wurden meine Erwartungen leider ganz erfüllt. Bei der Lektüre kam mir immer wieder der Gedanke: wann geht es nun richtig los? Und dann kam das nächste Kapitel mit den nächsten angeschnittenen Thema. Vielleicht waren es einfach ein bisschen zu viele für ein Buch...
Was soll z.B. ein Exkurs über das Familienauto in einem Buch über Mütter im Job? Vor allem, wenn die Autorin den Text mit der Bemerkung beginnt, von Autos sowieso keine Ahnung zu haben. Dann folgen witzige aber wenig hilfreichen Anmerkungen wie z.B., dass ein Hund zum Kekskrümel-beseitigen praktisch ist und Allgemeinplätze wie, dass die Kindersitze ins Auto passen müssen. Aber eins kommt genau nicht: konkrete Typempfehlungen.
Die Tipps zur Berufstätigkeit stellen in erster Linie die Arbeit als Freiberuflerin im Homeoffice als Allround-Lösung für arbeitende Mütter heraus, ohne die Nachteile und Risiken meines Erachtens ehrlich genug zu beleuchten. Nachdem ich gerade für mich festgestellt habe, dass genau dieser Weg eine Sackgasse ist, fand ich diese Gewichtung sehr unpassend. Leider habe ich aber nun schon öfter festgestellt, dass Texte oder Bücher dieser Art eben oft von freiberuflich-im-Home-Office-arbeitenden Autorinnen geschrieben werden, und dann (zu) sehr auf deren Sichtweise und Erfahrungen beruhen.
Relativ ausführlich ist das Kapitel Kinderbetreuung und nützlich sind auch die vielen Linktipps und andere Adressen. Für die Beseitigung des schlechten "Mama-Gewissens" würde ich aber eher "Wieviel Mutter braucht der Mensch" und für die Regelung des Alltags "Mehr Zeit für die Familie" empfehlen.