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Wir müssen leider draußen bleiben: Die neue Armut in der Konsumgesellschaft [Broschiert]

Kathrin Hartmann
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (13 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

12. März 2012
Solidarität war gestern – Leben in einem gespaltenen Land

Immer mehr Bürger in Deutschland sind vom wirtschaftlichen Reichtum des Landes ausgeschlossen. Nicht nur Arbeitslose oder Rentner, auch viele Menschen, die sich in einer Endlosspirale von Billigjobs und Zeitarbeit befinden. Früher konnten sie sich nicht nur der sozialstaatlichen Unterstützung, sondern auch einer gewissen Solidarität sicher sein. Doch damit ist es nun vorbei. Wer nicht mehr mitkommt in unserer Wirtschaft, ist selber schuld. Reflexhaft werden ihm Bildung, soziale Kompetenz oder gar der Arbeitswille abgesprochen. Die Intellektuellen gewöhnen sich an, die Verlierer der entfesselten Konkurrenz nach ästhetischen Kriterien („Billigkonsum“ und „Unterschichten-TV“) abzuurteilen. Die abstiegsbedrohte Mittelschicht übernimmt diese Sicht. Dabei ist die Armut – die heute natürlich ein anderes Gesicht hat als früher – längst in dieser Mitte unserer Gesellschaft angekommen.

Kathrin Hartmann erkundet in Reportagen und in bestechend genauen Analysen unsere sich zunehmend spaltende Konsumgesellschaft: hier die Elite, die sich in gentrifizierten Stadtvierteln, neuerdings auch in Gated Communities und speziellen Clubs abschottet, dort die pauschal als „Unterschicht“ für nutzlos erklärten Menschen, die sich oft nur noch über die sogenannten Tafeln ernähren können. Kommt es wenigstens dort noch zu einer wirklichen Begegnung von Arm und Reich?


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Wir müssen leider draußen bleiben: Die neue Armut in der Konsumgesellschaft + Ende der Märchenstunde: Wie die Industrie die Lohas und Lifestyle-Ökos vereinnahmt
Preis für beide: EUR 35,90

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Produktinformation

  • Broschiert: 416 Seiten
  • Verlag: Karl Blessing Verlag (12. März 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3896674579
  • ISBN-13: 978-3896674579
  • Größe und/oder Gewicht: 20,6 x 13,6 x 4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (13 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 159.172 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"... Kathrin Hartmann [hat] einen der ehrlichsten und bedeutendsten Beiträge zur Gesellschaftsdebatte geliefert, die wir in den vergangenen zehn Jahren lesen durften." (Ulrich Brömmling, Süddeutsche Zeitung)

"Auf 500 Seiten sprengt Kathrin Hartmann die Realität unter unseren Mythen frei, mit kühler Wut und investigativem Feinbesteck, schonungslos auch gegenüber der eigenen journalistischen Branche. Aber keine Angst - das Ganze ist luftig gesetzt und rasant geschrieben. In den USA gäbe es für so etwas einen Pulitzer-Preis." (Pieke Biermann, Deutschlandradio Kultur)

"Mit Furor und Witz, gestützt auf empirische Daten und wissenschaftliche Befunde, setzt sich Hartmann mit grassierenden Vorurteilen über die Armen und liebgewordene Vorstellungen über deren Rettung auseinander. ... Was als Armutsbekämpfung firmiert, scheint einzig der Profitmaximierung zu dienen. So gesehen, stimmt der Buchtitel nur halb: Draußenbleiben müssen die Armen und Ärmsten nur insofern, als ihnen die Teilnahme an der Gesellschaft verunmöglicht wird. Diesem Ausschluss gegenüber steht die neoliberale Forderung: Ihr müsst unbedingt rein - und mitmachen in den Finanzlogiken dieser Welt! Hartmanns von Wut auf die globalen Missstände getragenes Buch macht deutlich, dass diese allerdings eher Teile des Problems als der Lösung sind. ... Diese Generalabrechnung schärft ... den Blick auf den paradoxen Zusammenhang von Ausschluss- und Einschlussmechanismen, der das Buch zu einer sehr empfehlenswerten Lektüre macht." (Elke Brüns, Frankfurter Rundschau)

Über den Autor

Kathrin Hartmann, geboren 1972 in Ulm, studierte in Frankfurt/Main Kunstgeschichte, Philosophie und Skandinavistik. Während des Studiums arbeitete sie als freie Autorin für die »Frankfurter Rundschau«, »taz« und »Titanic«. Nach einem Volontariat bei der »Frankfurter Rundschau« war sie dort Redakteurin für Nachrichten und Politik. Von 2006 bis 2009 arbeitete sie als Redakteurin bei »Neon«, dem jungen Magazin vom »Stern«. 2009 erschien bei Blessing "Ende der Märchenstunde. Wie die Industrie die Lohas und Lifestyle-Ökos vereinnahmt." Kathrin Hartmann lebt und arbeitet in München.

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Kundenrezensionen

4.6 von 5 Sternen
4.6 von 5 Sternen
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
49 von 54 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Kindle Edition
Warum ist es in Deutschland inzwischen üblich geworden, Hartz-IV-Empfänger nicht zu bedauern, sondern als faul, ungebildet und verroht zu beschimpfen? Die Autorin führt u.a. zwei Gründe an, über die man nachdenken sollte. Erstens: die meinungsbildenden Journalisten rekrutieren sich zunehmend aus dem großbürgerlichen Milieu, Arbeiter- oder Handwerkerkinder schaffen es immer seltener in die teuren Journalistenschulen. Zweitens: Auch die Politiker, die in den 70er Jahren noch eine sehr heterogene Schicht bildeten, stammen inzwischen fast ausnahmslos aus höheren Kreisen (die Adelstitel häufen sich nicht zufällig auf der Regierungsbank). Man bleibt neuerdings gern unter sich in Deutschland.
Dieser rasanten sozialen Spaltung spürt die Autorin auf zahlreichen Feldern nach, so etwa in der Stadtplanung und Gestaltung (Frankfurt, Berlin), in der Schulpolitik (der Protest gegen die Schulreform in Hamburg), in der Behandlung von jugendlichen Gewalttätern, in der Arbeitswelt (Zeitarbeit, Aufstocker) und im Konsum. Ein Ort, wo die zunehmende soziale Spaltung vielleicht gemildert wird, könnten die Tafeln sein, also jene Freiwilligen-Organisation, die Spenden der Supermärkte an Bedürftige verteilt. Aber die aufwühlende Reportage im ersten Kapitel dieses Buches zeichnet ein anderes Bild: Auch an den Tafeln stehen Arm und Reich sich stumm und gereizt gegenüber, und die Geber lassen die Nehmer ihre soziale Überlegenheit ziemlich ungeniert spüren.
Der Höhepunkt des Buches war für mich aber der letzte Teil, die Reportage über die Mikrokredite und das sogenannte soziale Unternehmertum. Wer hat nicht große Hoffnungen gehabt, als Muhammad Yunus für seine Idee der Mikrokredits für Mittellose den Nobelpreis erhielt? Kathrin Hartmann hat in Bangla Desch vor Ort mit den Beziehern solcher Kredite gesprochen, schildert deren Lebensumstände. Das Ergebnis ist eindeutig - und ziemlich überraschend. Auch über die beträchtliche Differenz zwischen der Selbstdarstellung des Danone-Konzernes hinsichtlich seiner Aktivitäten in diesem Land und den wirklichen Folgen erfährt man hier Einiges.
Im Epilog des Buches - das einfach ungewöhnlich gut, mit Herzblut, oft regelrecht suggestiv geschrieben ist - bricht die Autorin eine Lanze für die Occupy-Bewegung und freut sich über das europaweit starke Echo auf Stéphane Hessels Empört-Euch" -Aufruf. Hier wird einem wirklich klar, wie billig es ist, jedem Protest immer gleich das Wie-naiv" - und Bringt-doch-nichts" -Etikett anzukleben, statt einmal darauf zu vertrauen, dass in einem undogmatischen, aber beherzten Aufbruch die Chance liegt, gemeinsam Alternativen zur unerträglichen und krank machenden Konkurrenzgesellschaft zu entwerfen. Oder um es mit Dietmar Dath (Der Implex") zu sagen: Die bürgerliche Gesellschaft wurde ja auch nicht gleich im ersten Versuch serienreif hingestellt. Ein wenig Geduld und Phantasie müssen wir schon aufbringen, wenn wir etwas anderes als eine zweigeteilte Gesellschaft - hier die sogenannten Leistungsträger, dort die sogenannten bildungsfernen Schichten - schaffen wollen.
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64 von 72 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mit und über 12. März 2012
Format:Broschiert
Dieses Buch entwirft ein Bild von Armut, von dem man sich irgendwann fragt, warum man es nicht viel früher gesehen hat: Momentaufnahmen zunächst, sei es bei der Essensausgabe der "Tafeln" bei uns um die Ecke, sei es im bitterärmsten Bangladesh, verdichten sich in "Wir müssen leider draußen bleiben" zu einem Mosaik, das ziemlich schlüssig beschreibt, wie Armut funktioniert, welche Formen es gibt und warum es den einen nutzt, wenn die anderen nichts haben.

Dieses Buch erklärt, warum Menschen hier unter ihrer Armut leiden, auch wenn sie Handys haben und in tadelloser Kleidung um Essensreste anstehen, und warum die Wahrnehmung dieser alltäglichen Armut in Deutschland so verzerrt ist (weil sich nämlich nicht nur im Journalismus, sondern auch in der Politik längst kein repräsentativer Querschnitt der Bevölkerung mehr findet, sondern nur ganz bestimmte Teile der Gesellschaft). Es erklärt, warum wir so gerne an die Heilkraft von Mikrokrediten glauben möchten, diese aber trotzdem nicht funktionieren. Und es belegt mit einer erschlagenden Menge an Zahlen und Fakten seine Argumentation - gibt aber dennoch einen Ausblick und ein Quantum Mut: Weil es genauso mit Wut und Leidenschaft geschrieben ist wie mit funkelndem Witz und dem Glauben daran, dass Veränderung möglich ist.

Der große Unterschied zu vielen anderen Büchern über Armut und Ausschluss ist: Kathrin Hartmann redet nicht (nur) über die Armen, sondern mit ihnen. Mit der Ärztin, die trotz ihrer guten Ausbildung in Hartz-IV-Verhältnissen feststeckt. Mit den "Konsumenten" im Sozialkaufhaus. Mit den Mikrokreditnehmerinnen in Bangladesh. Und mit den Vertretern der Wirtschaft, die über "die da unten" gut bescheid zu wissen glauben, und der Elterninitiative, die nicht möchte, dass ihre Elitekinder und das sozial schwache Gesindel auf die gleiche Schule gehen.

Ein gutes und ein wichtiges Buch.
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45 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Reich durch Armut. 23. April 2012
Von Happyx TOP 50 REZENSENT
Format:Kindle Edition|Von Amazon bestätigter Kauf
Man muss nur aufmerksam in der Nachbarschaft beobachten: der Unternehmensberater fährt einen 15 Jahre altes Auto ebenso wie der Metzger und Druckereibesitzer, neue Luxuskarossen sind unterwegs, aber wer außer Schweizern, Konzernmitarbeitern, Zuhältern oder Politikern sitzt da noch drin? Häuser werden seltener gestrichen, weniger renoviert - dem Mittelstand geht das Geld aus, ausgeblutet als Sklaven der Konzerne und verraten durch Politiker, die ihr Können nur noch den großen Investmentbankern willig zur Verfügung stellen.

Das Allerschlimmste daran: der Mittelstand merkt überhaupt nicht, dass ihm der Boden unter den Füßen weggezogen wird, er fordert nicht jene dringend notwendigen Maßnahmen, die den fatalen Zustand einer wachsenden Sklavenschicht verhindern könnte. Die Frau des ehemaligen AWD Chefs klingelt mit ihrem gepuderten Beutel für Kinder in Afrika und Jugendliche, die nichts zu Essen bekommen in Deutschland, bevor sie morgens zur Schule gehen. Wie nett, wie sozial, wie medientauglich rührend, aufgeschrieben von PR-Beratern, die den Mob in Ruhe nicht leiden lassen wollen, stattdessen Ablenkung, Rührung und Nichtsmerken organisieren. Die Religion der Massen ist heute Fußball, ein Gelsenkirchener Fan, das las ich neulich, spendet mehr als 60% seines Lohnes für diesen Wahnsinn inkl. Reisen, Currywurst und Alkohol.

Mehr als 60% der Deutschen finden es schlecht, dass sich Langzeitarbeitlose auf Kosten der anderen durchfüttern lassen, der Außenminister schimpft über die Dekadenz von Hartz 4 Empfängern - wieviele Hinweise brauchen wir alle noch, um zu merken dass die Reichen reich sind, weil andere immer ärmer werden?

Dieses Buch ist keine statistische Analyse, sondern zeigt an konkreten Stimmungsbildern und Fällen, wo das Siechtum bereits erschreckende Ausmaße angenommen hat, während wir alle nichts mehr begreifen oder einfach wegsehen. Hartz 4 Empfänger sollen Disziplinierungsmaßnahmen zugeführt werden, sie sollen soziale Arbeit verrichten, sie werden in ihrer Würde noch weiter nach unten gedrückt - ab ins pure Sklavendasein. Nicht mal ordentlich gekleidet dürfen sie zur Tafel kommen, und ein Handy ist per se schon verdächtig. Die Autorin entkleidet uns unserer Vorurteile und nimmt mutig Stellung zu Ungerechtigkeiten, die täglich vorkommen. "Hartz IV macht nicht nur arm, sondern auch sprachlos."

Ich empfinde es ebenso. Dies geschieht vor allem auch deshalb, weil Meinungsführer wie Journalisten, Lehrer oder Pressesprecherinnen ihre Vorurteile immer lauter aussprechen. Es ist einfach, die Armut als selbstverschuldet zu brandmarken, diesen Feind aufzubauen, um auf dessen Kosten Überlegenheit zu demonstrieren. Tatsächlich wird die Mittelschicht aktuell besonders entkleidet, ohne dass diese es merkt. Noch glauben alle, sie gehören dazu. Weit gefehlt. Immer größerer Reichtum geht nur auf Kosten auch der Mittelschicht. Von daher ist dieses Buch vor allem eine Publikation für die Mittelschicht, um Vorurteile endlich abzulegen.

Die Strategie der Bedürftigen, Würde zu bewahren, indem sie wenigstens anständige Kleider tragen, wenn sie für weggeworfenes Essen anstehen - selbst die wird ihnen noch zum Vorwurf gemacht. Nur 20 % gönnen ihnen noch ein Handy. Unser Gesellschaft verhärtet von oben her, fernab von jeglicher Gerechtigkeit und Chancengleicheit. Weltweit wird brutalster Raubtierkapitalismus exerziert, dessen Reichtum durch bittere Sklavenarmut erkauft wird.
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Vor 2 Monaten von Tommy veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen wir müssen leider draußen bleiben
endlich mal ein buch, dass einem die augen so richtig öffnet.es beschreibt sehr gut welchen stellenwert ein mensch wenn er in die armut gerät auch in deutschland hat. Lesen Sie weiter...
Vor 2 Monaten von volker schulte im walde veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Tolles Buch...
... kann ich allen Hartz IV-Empfängern und allen, die ein Herz für Sozialschwache haben, empfehlen. Einfach ein tolles, gut geschriebenes Buch.
Vor 2 Monaten von Brigitte Moghaddam veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen interresant, erschütternd, traurig und...
in jedem Fall lesenswert für Menschen, deren Blick jenseits des Tellerrandes reicht. einen Stern abgezogen, da Fußnoten nicht Kindle interaktiv
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Vor 8 Monaten von Wirtshausberater veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen leider spannend
das buch ist gut geschrieben, vieles davon scheint schlüssig - wenn auch schokierend - hinterher kanns schon sein, dass man einiges überdenken muss. Lesen Sie weiter...
Vor 9 Monaten von H. Angelika veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Kathrin Hartmann
... ist eine sehr kluge Autorin. Meine Hochachtung !
Ich kannte sie leider noch nicht, bis ich sie beim Zappen in Wieland Backes SWR-"NachtCafe" drei sehr kluge Sätze... Lesen Sie weiter...
Vor 10 Monaten von Georg Frhr von Wintzingerode veröffentlicht
3.0 von 5 Sternen Wichtige Kritik in polemischer Ausführung
Die Themen, die Hartmann in diesem Buch behandelt bedürfen der Öffentlichkeit unbedingt. Vor allem über Green- bzw. Lesen Sie weiter...
Vor 11 Monaten von ReggaeGandalf veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Eine soziologische Reportage des menschlichen Draussen
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