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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
19 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die linke Hand Gottes (DVD)
© Tonio, filmkritik99.jimdo.com1947, in einer entlegenen chinesischen Provinz. Der Himmel über dem unwegsamen Gebirge ist oft wolkenverhangen; Kamera-As Franz Planer fängt zudem die Morgen- oder Abenddämmerung als traurig-schöne Dunkelheit ein, die weder den kontrastreichen Glanz der "amerikanischen Nacht" noch das strahlende Blau eines wonniges Tages hat. Ins Dämmerlicht zwischen Tag und Nacht tritt ein Mann, der auch irgendwie in einem Zwischenreich ist, zwischen Himmel und Hölle, zwischen persönlicher Erlösung und Verdammnis vielleicht. Gegensätze kennzeichnen ihn von Anfang an: Priestergewand und Pistole. Im strömenden Regen geht seine priesterliche Ausrüstung sogleich den Bach herunter. Der Film vertraut auf die Intelligenz des Publikums und braucht gar nicht zu zeigen, wie das Zeugs den Fluss hinuntertreibt, wir ahnen auch so: Dieser Mann ist in Schwierigkeiten und nunmehr nur noch auf sich selbst gestellt. Als er in einer Mission ankommt, scheint er sein Priesteramt zunächst mehr als Bürde denn als Berufung zu empfinden. Zu seinen Amtspflichten muss er erst überredet werden, eine schöne Krankenschwester scheint er höchst weltlich zu begehren, die Pistole hat er unter dem Kopfkissen (über dem das Kruzifix hängt), die Predigt liest er ab, und mehrfach erahnen wir durch ein nur kleines Zögern und nur winziges Herumirren der Augen, wenn dem Mann ein Glaubenszeugnis abverlangt wird: Dieser Priester ist ein Zweifelnder. Gegensätze finden sich allenthalben, Pistole und Priestergewand, Pistole und Kruzifix - desweiteren werden ausgerechnet bei einem Gottesmann Würfelspiele mit hohem Einsatz im späteren Verlauf der Handlung eine wichtige Rolle spielen. Andererseits versteht dieser Mann es, die Hochnäsigkeit gewisser Missionare abzulegen, kann sich mit den Chinesen in deren Sprache verständigen, mit Kindern nicht nur sakrale Lieder einüben und einem Söldner auch mal beherzt die Faust Gottes ins Gesicht schlagen. Am Schluss wird sich erweisen: Trotz eines hier nicht zu verratenden "Skandals" (bei dem nach meiner Ansicht bestimmte Elemente in der Kirchenhierarchie, nach Ansicht einer Freundin die Kirchen als solche nicht gut wegkommen) hat dieser Mann für den christlichen Glauben und für die sehr weltlichen Probleme einer von brutalen Revoluzzern bedrohten Dorfgemeinschaft in wenigen Tagen mehr getan als andere Priester in Jahren. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Regisseur Edward Dmytryk hat einen klugen, ambitionierten und gleichzeitig emotionalen Film geschaffen, der neben der grandiosen Fotografie (auch wenn es nicht wirklich China ist) vor allem von minutiöser Schauspielführung lebt, so dass die Darsteller zu Höchstleistungen gelangen. Dies gilt vor allem für die Hauptdarsteller Humphrey Bogart als "die linke Hand Gottes" und Gene Tierney als die erwähnte Krankenschwester. Das neue CinemaScope-Format und die seinerzeit schwere Kameraausrüstung führten dazu, dass es statt Großaufnahmen höchstens halbnahe Einstellungen gab, damit mehrere Personen ohne aufwändige Kamerabewegungen ins Bild gebracht werden konnten. Dennoch sind kleinste, feinste Regungen deutlich zu sehen und immer kongenial zum Drama in Beziehung gesetzt. Bogart betreffend, war davon bereits die Rede. Dies gilt jedoch genauso für Gene Tierney, von der irgendwann klar ist, dass sie sich in den Priester verliebt hat. Wie sie erst bei des Paters Predigt teilnahmslos guckt, aber sich ihre Aufmerksamkeit erhöht, weil sie von seinem Chinesisch gleichermaßen überrascht wie beeindruckt ist. Wie sie erst bei kleinen Annäherungsversuchen kaum merklich nach unten blickt, verlegen wird und ihr Lächeln verliert (z.B. beim nur ein kleines bißchen zu langen Festhalten, als er ihr über einen Bach hilft oder beim gemeinsamen Singen eines Liedes, das von einer Frau auf der Suche nach einem Mann handelt). Wie die beiden in den letzten zehn Minuten des Filmes über eine unmögliche Liebe sprechen und deutlich in den Gesichtern erkennbar ist, dass sie voller Liebe und Sehnsucht sind, obwohl sie die Contenance wahren und sich während des ganzen Filmes kaum einmal berühren - das ist feinstes Schauspielerkino. Gerade in der unterdrückten Leidenschaft erreicht der Film eine emotional sehr berührende Kraft, und es ist eben dem Spiel der beiden zu verdanken, dass wir die Aufgewühltheit hinter der Contenace mit fast schon schmerzlicher Kraft spüren. Und der Kamera/dem Schnitt, die sich übermäßig zeigefingeriger Forcierung enthalten und den Schauspielern das Feld überlassen, diese unterdrückten Leidenschaften nur durch Andeutung voll auszuspielen, sowie den Zuschauern den Raum lassen, dies selbst zu erkunden, ohne durch eine aufdringliche Kamera und Montage bevormundend gelenkt zu werden. Ich gestehe, bei diesem Film zu weinen. Schließlich gibt es einige Farbakzente in der verwaschenen lehmbraun-grünen Berglandschaft zu bemerken; Prostituierte (!) in gelb, grün, rot; die sich dem Pater öffnende Krankenschwester in einem roten Kleid (mein Blut, mein Innerstes für Dich); die roten statt schwarzen Schachfiguren eines Arztes. Wir können dessen teils doppelmoralische, aber vorgeblich rationalistische Ansichten nicht gerade höllisch nennen, aber vielleicht sündig. Dass der Pater den Arzt mit Figuren der Unschuldsfarbe Weiß besiegt, ist jedoch nur die halbe Interpretation. Der Pater ist wie gesagt widersprüchlich, teils sehr weltlich und in dem Schachspiel (wie auch sonst gelegentlich) ein verschlagener, schlauer, trickreicher Fuchs. Die Farben der Figuren enthalten gleichzeitig den Hinweis auf eine bestimmte religiöse Konnotation und den Hinweis, dass wir dieser Konnotation nicht so ganz trauen dürfen. So ist es immer mit diesem Film: Einfache Wahrheiten bietet er nicht an. Dies zeichnet ihn neben vielem anderen als Meisterwerk aus. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
8 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die DVD enthält den englischen Ton,
Rezension bezieht sich auf: Die linke Hand Gottes (DVD)
Hallo,auf der DVD ist der englische Ton enthalten. Bildqualität ist auch super. Jeder Bogey- und Gene-Tierney-Fan kann beruhigt zugreifen:) Viele Grüße, Oliver Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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