Warum Binnie Kirshenbaum in Deutschland so wenig bekannt geworden ist, ist und bleibt mir ein Rätsel, zumal ihre Romane und Kurzgeschichten durchaus lesenswert sind (und allemal besser als das meiste, was deutsche Autorinnen und Autoren in Sachen "Frauenliteratur" so fabrizieren). In diesem Band, dem ersten, der auf deutsch veröffentlicht wurde, sind zehn Kurzgeschichten versammelt, in denen es jeweils einer Frau um die Liebe geht, sei sie nun die romantische oder die mehr körperliche (etwa in der letzten Erzählung "Ein erfülltes Leben gänzlich anderer Natur"), oder auch um die "liebe" Familie. Mal ist es der Liebeskummer, mal (noch) die Unfähigkeit, sich von einem Mann zu lösen; Binnie Kirshenbaum erzählt immer locker-flockig-gekonnt und bleibt dabei stets ironisch und selbstironisch - und webt elegant in den Erzählfluß ein, daß es hier um mehr geht, als nur Zustandsbeschreibungen von mehr oder minder emanzipierten Frauen. Und ebenso elegant und ganz nebenbei findet man so Perlen wie den Vergleich von Liebe mit Hundekot: "Du wetzt und wetzt die Sohle von deinem Schuh, aber du kriegst es nie ganz weg? Das ist Liebe..." Das ist schön. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)