Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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59 von 63 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Quer durch alle Disziplinen, 26. August 2005
Felix R. Paturi ist Physiker, doch die in seinem Buch vorgestellten Rätsel stammen nicht nur aus dem naturwissenschaftlichen Bereich, sondern ebenso aus geisteswissenschaftlichen Disziplinen und der Mathematik. Tasächlich hat man heute oft den Eindruck, die Wissenschaft sei so weit fortgeschritten, dass kaum noch Entdeckungen blieben. Das stimmt aber keineswegs. Viele Entwicklungen der letzten Jahrzehnte haben mehr Fragen aufgeworfen, als sie beantworten konnten. Es gibt einige Erklärungsansätze für Phänomene wie das Verschwinden von Schiffen und Flugzeugen im Bermuda-Dreieck, und diese möglichen Antworten könnten beispielsweise sogar Aspekte des Klimawandels klären. Wie aber Mikroorganismen weit unter der Erdoberfläche im Gestein existieren können, ist unklar - ebenso wie sehr viele Fragen, die Grenzen der Wissenschaft berühren: Dass etwa "seriöse" Geistheiler in der Tat Einfluss auf Patienten und auch unbelebte Materie nehmen können, lässt sich nachweisen. Wie das funktioniert, darüber lässt sich nur spekulieren. Ungeklärt sind auch philosophische und religiöse Fragen wie die nach der Existenz Gottes oder schlicht und einfach dem Sinn des Lebens. Und die mathematischen Rätsel, die am Schluss des Buches stehen, sind zwar vielleicht ohne praktisches Interesse, aber sie machen neugierig und haben so etwas wie eine ästhetische Rechtfertigung. Paturi zeigt sich für einen Naturwissenschaftler bemerkenswert offen, was die Grenzen der Wissenschaft angeht. Objektiv und sehr kontrovers diskutiert er die von ihm aufgeworfenen Fragen. Nur Erklärungen und Phänomene, die sich weder in der Praxis beweisen noch logisch nachvollziehen lassen, tut er mit Fug und Recht als Humbug ab. Sein Stil ist unkompliziert, alle Erklärungen lassen sich auch für Laien bestens nachvollziehen. Sagen wir, man muss dieses Buch gewiss nicht gelesen haben. Aber es lohnt sich, wenn man den Zauber unserer Welt erspüren und an intellektuelle Grenzen vorstoßen möchte. Der Autor vermittelt Respekt vor der Natur und auch vor dem hartnäckigen Versuch des Menschen, sie und sich immer gründlicher zu begreifen.
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Faszinierend für den Laien, 26. Mai 2007
"Die letzten Rätsel der Wissenschaft" - so lautet der Titel des Buches von Felix Paturi, einem Physiker der seine Herkunft nicht verleugnen kann.
Und tatsächlich, der Titel verspricht nicht zu viel. Aufgeteilt ist das Buch in folgende Kapitel:
+++"Was die Welt im Innersten zusammenhält - Energie und Materie im Universum"+++
Hm... für Nicht-Wissenschaftler bzw. Quantenphysik-Fans eher ein abstraktes Thema mit dem ich persönlich nicht viel anfangen konnte. Hier gibt es soviel konträre Theorien über Gravitation, Kugelblitze, Dunkle Materie und die Entstehung des Universums, da man eigentlich am Ende nur weiß, dass man nichts weiß.
+++"Heimatplanet Erde - unerklärte Naturphänomene und frühe Kulturen"+++
Ein wunderbares Kapitel! Hier zeigt der Autor vorurteilsfrei den Technologie- bzw. Kulturgrad vergangener Zivilisationen. Zusätzlich werden explizit die (möglichen) Ursachen von Naturkatastrophen wie Tsunamis oder auch das zurzeit unabwendbare Moralthema "Klimawandlung" erörtert.
+++"Wunderbares Leben - reine Physik oder Werk der Schöpfung?"+++
Vermutlich der essentielle wichtigste Abschnitt in diesem Buch. Die Natur wird endlich einmal in all seinen Facetten als ultra-komplexe, organische Lebensform gewürdigt - die der Mensch nicht mal ansatzweise zu erreichen / verstehen / kopieren im Stande ist. Es beginnt mit Fragen, warum Leben dort existieren kann - wo es eigentlich nicht möglich sein "dürfte", zeigt, dass Homöopathie durchaus funktioniert, erklärt wie Pflanzen untereinander kommunizieren, zeigt beweiskräftig sehr wohl, dass das "Element des Lebens" (Wasser) außerhalb jeder Norm und Kategorie steht und sicht nicht nur auf seine chemischen Eigenschaften reduzieren lässt (Stichwort "Wasser als Informationsspeicher") und erklärt neben bei noch den programmierten Zelltod des Menschen. Natürlich fehlt es auch nicht an Darwin und seinen Gegner sowie der (zumindest in meinen Augen müßigen) ontologischen Frage nach dem "Sinn des Lebens".
+++"Religion und Philosophie - umstrittene Wunder und knifflige Fragen"+++
Ein zwiespältiges Kapitel. Die angesprochenen Gottesbeweise sind für mich nicht schlüssig. Weder in der These noch in der Antithese. Interessanter sind das schon die Untersuchung bestimmter Hirnregionen die bei tiefer religiöser Meditation (übrigens gleich welcher Glaubensrichtung) aktiviert werden. Und zu guter Letzt bekommt auch der so genante "Freie Wille" sein Fett weg.
+++"Die reine Logik - warum Mathematiker herumrätseln"+++
Bis auf den lesenswerten Beitrag über das Demokratie-Paradoxon - ein überflüssiges Kapitel für Nicht-Mathematiker. Ehrlich: Die Themen sind so dermaßen abstrakt, dass ich hierin überhaupt keinen Sinn erkennen konnte. Die verschiedenen mathematischen "Probleme" habe ich nicht einmal ansatzweise rechnerisch verarbeiten. Das Gerede von "perfekten Zahlen" und "Primzahlen" konnte ich ebenso nicht nachvollziehen. Schließlich haben sich nun mal Menschen für das Dezimalsystem erschienen - mit all seinen Eigenarten. Bei der Verwendung von anderen Systemen, z.B. Hexadezimal oder Binär - wären doch die ganzen Algorithmus- und Rechenmodelle quasi bedeutungslos. Das Zahlensystem wurde vom Menschen meiner Meinung nach erfunden. Daraus irgendeine "höhere Ordnung" ableiten zu wollen, halte ich persönlich für etwas abwegig. Gut, Kabbalisten und Zahlenmystiker werdend das vermutlich ein bisschen anders sehen...
+++Fazit+++
Zu Beginn des Werkes dachte ich, Herr Paturi bezieht eindeutig Stellung zu Gunsten der Schulwissenschaft und verspottet im Gegenzug alternative bzw. esoterische Sichtweisen. Im weiteren Verlauf musste ich jedoch zum Glück feststellen, dass dies eine Fehleinschätzung war. Dort, wo gängige Lehren mit ihrer "Logik" versagen, wird dies auch explizit angesprochen. Theorie, Stochastik und Mathematik hin oder her - es zählt schließlich die Wirklichkeit, welche im empirischen Versuch sich nun mal nicht (immer) an sture und dogmatische Denkmodelle hält. Bei dem einen oder anderen Punkt kann man zwar durchaus eine gewisse Sympathie bzw. Antipathie herauslesen - doch bleibt das Niveau stets sachlich und vor allem nachvollziehbar. Da die einzelnen Beiträge sehr kompakt auf nur wenigen Seiten abgehandelt werden, eignet es sich auch vorzüglich zum "Bildungslücken schließen für zwischendurch". Anbetrachts des Preises von nicht mal 10 EUR (ca. 360 Seiten) - ein mehr als faires Angebot...
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
oberflächliche Darstellung der Geisteswissenschaften, 8. Juli 2007
Herr Paturi hat sich mit dem Titel dieses Buches ein ehrgeiziges Ziel gesetzt. Er will dem Leser etwas über die letzten Rätsel 'der' Wissenschaft erzählen - also nicht nur seiner eigenen Wissenschaft (nämlich der Naturwissenschaft), sondern der Wissenschaften überhaupt.
Als 'Rätsel' lässt er nur ungelöste Rätsel gelten. Es geht also weder einfach nur um besonders interessante Problemstellungen der verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen, noch geht es um logische Dilemmata, deren Lösung per definitionem unmöglich ist. Gegenstand seines Interesses sind seinem eigenen Bekunden nach ausschließlich diejenigen Fragen, auf die es prinzipiell eine wissenschaftliche Antwort geben muss, die jedoch bisher noch nicht gefunden wurde.
Ein derartiger Ansatz ist geradezu ideal, wenn man das Interesse des Lesers an den im Buch behandelten Wissenschaften wecken will - sofern dieser Ansatz auf angemessene Weise umgesetz wird. Ob diese Umsetzung in den Kapiteln über Physik, Mathematik und Naturphänomene gelungen ist, mögen andere beurteilen. Als Geisteswissenschaftler möchte ich hier nur auf das Kapitel über Philosophie eingehen. Und hier muss ich dem Autor leider attestieren, dass ihn sein Entschluss, auch in diesem Wissenschaftsbereich ungelöste Rätsel der von ihm beschriebenen Art zu finden, zu einer unnötig oberflächlichen Darstellung bestimmter Themen verführt hat.
So stellt der Autor im Kapitel über 'Ethik und Moral' beispielsweise "die Frage nach einem moralisch vertretbaren Überschreiten gesetzlicher oder ethischer Grenzen". Mit anderen Worten: Er fragt danach, ob es moralisch erlaubt sein kann, als unmoralisch definierte Handlungen auszuführen. Einem Geisteswissenschaftler kommt diese Frage ähnlich sinnvoll vor, wie einen Mathematiker die Frage irritieren würde, ob es beim Multiplizieren von Brüchen in besonderen Notsituationen nicht auch einmal gestattet sein müsste, den Zähler des ersten Bruchs mit dem Nenner (statt mit dem Zähler) des zweiten zu multiplizieren. Natürlich kann man das machen. - Nur ist es dann falsch.
Folgerichtig ist das ganze Moral-Kapitel voll von nur oberflächlich dargestellten Schein-Dilemmata, die sich allenfalls als gedanklicher Einstieg in die Thematik eignen, vom Autor jedoch als ungelöst und unlösbar stehen gelassen werden. Dazu ein Beispiel: Im Abschnitt über 'Kollateralschäden' schreibt der Autor über die Position der Völkerrechtler ('Die Inkaufnahme unschuldiger Toter ist moralisch nicht zu vertreten.') vollkommen trocken: "Hier prallt unversöhnlich Meinung gegen Meinung. Eine philosophisch verbindliche Antwort gibt es nicht." - Lieber Herr Paturi: Wenn das bloße Vorliegen unterschiedlicher Meinungen über eine bestimmte Frage als Beweis dafür gilt, dass das Problem unlösbar ist, dann wird es ihnen nicht einmal gelingen, eine 'verbindliche Antwort' auf die Frage zu erhalten, wo genau sich in Ihrer Heimatstadt der Hauptbahnhof befindet.
Heimlich still und leise wendet der Autor hier Kriterien an, die in krassem Gegensatz zu seiner eigenen Definition eines wissenschaftlichen Rätsels stehen. Diese Definition besagt: "Ein Rätsel hört [...] dann auf, ein Rätsel zu sein, wenn wenigstens ein Mensch die Lösung gefunden hat." Im Kapitel über Moral ist das Kriterium jedoch, dass es auf die hier vom Autor präsentierten Fragen "offenbar keine Antwort gibt, die alle akzeptieren können."
Mit anderen Worten: Innerhalb der Naturwissenschaft wird die Frage, ob ein Rätsel ungelöst ist, davon abhängig gemacht, ob ein einziger Spezialist eine Lösung gefunden hat. Geisteswissenschaftler hingegen müssen die Lösung ihrer Probleme offenbar nicht nur finden, sondern auch dafür sorgen, dass alle Menschen sie verstehen und akzeptieren, bevor das Rätsel als gelöst gelten kann. Überträgt man dieses harte Kriterium z.B. auf die Mathematik, so müsste selbst die Bruchrechnung als ein ungelöstes Rätsel dieser Wissenschaft betrachtet werden, da diese nun mal nicht von allen gegenwärtig lebenden Menschen verstanden und korrekt angewendet wird.
Man könnte dem Autor diese Nachlässigkeit verzeihen, wenn er durch sie nicht genau das zerstören würde, was dieses Buches eigentlich fördern sollte: das Interesse an einer bestimmten wissenschaftlichen Disziplin, in diesem Fall der Philosophie. Durch die grobe und oberflächliche Darstellung der philosophischen Probleme gewinnt der Leser den Eindruck, dass in dieser wissenschaftlichen Disziplin kein Blumentopf zu gewinnen ist, dass hier grundsätzlich keine Fortschritte gemacht werden können und dass jede Antworten auf eine bedeutende philosophische Frage genauso plausibel bzw. unplausibel ist wie jede andere. In den Worten des Autors: "Es ist ein grundlegendes Dilemma der Philosophie, auf solche fundamentalen Fragen des Lebens keine Antworten geben zu können."
Diese Darstellung der Philosophie ist schlicht und ergreifend falsch. Die Philosophie findet nicht KEINE Antworten auf die fundamentalen Fragen des Lebens; sie findet im Gegenteil sogar sehr VIELE. Dass ein oberflächlicher Blick von außen nicht genügt, um unter diesen vielen Antworten die beste herauszufinden, liegt in der Natur jeder Wissenschaft. Welcher Laie kann schon von außen entscheiden, ob die Physik Einsteins wirklich der Physik Newtons überlegen ist? Könnte man die unterschiedlichen Antworten auf philosophische Fragen zuverlässig bewerten, ohne sich tiefgründig in das fragliche Thema einzuarbeiten, dann wäre die Philosophie keine Wissenschaft und würde kein Studium, sondern lediglich 'gesunden Menschenverstand' erfordern.
Die Darstellung der Philosophie (speziell der Moralphilosophie) in diesem Buch kann daher nur als misslungen bezeichnet werden. Dass das Buch unterhaltsam zu lesen ist, viele interessante Stichworte liefert und in manchen Kapiteln durchaus lehrreich sein mag, soll nicht in Abrede gestellt werden. Ein Buch mit einem derart vielversprechenden Titel sollte die wissenschaftliche Aufklärung jedoch voran treiben - nicht behindern. Daher erhält das Werk von mir nur zwei von fünf möglichen Sternen.
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