Munkmarsch auf Sylt, Mai 1897. Der Deichbauinspektor Sönke Hansen ist nach Sylt gereist, um dort die Hafenanlage zu kontrollieren. Kaum dabei wird er zu einen Notfall gerufen, ein toter Seemann hängt kopfüber in der Takelage. Hansen sieht sich umgehend die Koje des toten Seemanns an und findet dort einen Kalender aus wertvollem Material, ist es Wal - oder gar Elfenbein? Wie kommt ein einfacher Seemann an etwas so etwas Wertvolles? Im Kalender findet sich ein Eintrag, Montag um 15 Uhr - mit wem wollte sich der Mann in Friedrichstadt treffen? Hansen jedoch hakt den Fall schnell als Unfall ab und fährt zurück nach Husum. Er muss sich schließlich genug Gedanken um die bevorstehendene Hochzeit mit Jorke machen, wird das Zusammenleben in Husum gutgehen?
Einige Tage später klingelt das Telefon im Husumer Deichbauamt, Martin Wolf aus Berlin will Hansen sprechen. Er berichtet vom rätselhaften Verschwinden eines Schiffes, das sehr wertvolle Ladung an Bord hatte, so wertvoll, dass die politischen Beziehungen zwischen Deutschland und Russland gefährdet sind. Hansen sagt natürlich seine Hilfe in der Ermittlung zu.
In Wyk auf Föhr muss er jedoch einsehen, dass der Tod des Seemanns kein Unfall war, die Mannschaft der Flora hat ihn belogen. Und dann gibt es auch schon einen weiteren Toten auf der Flora, ausgerechnet Hansens Informant - wusste dieser etwa zuviel? Sönke recherchiert weiter und erfährt viel Wissenswertes zum Elfenbein. Auf Amrum hört er vom Investor Aksel Andresen von der Azoreninsel Pico, die weltberühmt sei für Beinschnitzereien. Schnell steht für Hansen fest, dass er dorthin muss. Da läuft die Flora ein, gemeinsam mit Polizist Schliemann betritt Hansen die Schmack, nichtsahnend, in welche Gefahr sie sich begeben...
Ein Wiedersehen mit Sönke Hansen, Jorke, Wirk und Co. lässt das Fanherz höherschlagen und hoffen, dass es bald weitergehen wird. Mit viel trockenem Humor beschreibt Kari Köster-Lösche ihr über alles geliebte Nordfriesland in der damaligen Zeit, das Lebensgefühl und die gesellschaftspolitischen Gegebenheiten. So macht die Autorin aus ihrer Kriminalgeschichte ganz nebenbei eine friesisch-flotte Geschichtsstunde mit kurzem Abstecher in den hessischen Odenwald und auf die Azoren. Hansen ermittelt diesmal in einem äußerst vielschichtigen und spannenden Fall rund um Elfenbein und muss nebenbei noch seine Hochzeit mit der Halligbewohnerin Jorke vorbereiten. Dann taucht auch noch seine Großtante Auguste Victoria auf, eine Frau, die ihren ganz eigenen Weg geht.
Man merkt mit jeder Zeile, jeder Seite, wie sehr Kari Köster-Lösche Nordfriesland liebt und jeder Leser, der nicht das Glück hat, dort zu leben, bekommt sofort Lust auf einen Besuch in der wunderschönen norddeutschen Region.
Besonders gelungen ist wieder einmal das ausführliche Kartenmaterial, der Glossar mit unbekannten nordfriesischen Begriffen und natürlich dem Rezept am Ende des Buches.
Lassen Sie sich von Kari Köster-Lösche mitnehmen auf eine Reise ins Nordfriesland des ausgehenden 19. Jahrhunderts, Sie werden die Nordsee förmlich riechen, den Wind auf Ihrer Haut spüren und den Matjes schmecken - moin, moin!