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Andrej Kurkow hat in hin- und herhüpfenden Kapiteln, die den Zeitraum von 1975 bis 2016 abdecken, das ukrainische Tagebuch eines Aufsteigers geschaffen. Sergej Stepanowitsch, aus schlichten Verhältnissen stammend, hatte schon früh ein Händchen für hilfreiche Steigbügelhalter. Heute bekleidet der 50-Jährige das höchste Amt. Ein brisanter Posten. Etliche seiner Vorgänger saßen längst im Knast, im Parlament hauste die Intrige. Privat war Sergej das Glück weniger hold. Die erste Ehe hatte nur bis zur Totgeburt eines Kindes gehalten, bei der Krankheit von Swetlana, seiner zweiten Frau, hatten selbst die besten Schweizer Ärzte nicht helfen können. Der ukrainische Präsident war, bis auf sporadische Liebschaften, ein einsamer Mann.
Den Alltag im Post-Sowjetreich schildert Kurkow als einzige Politgroteske. Gnadenlos komisch, die Riege internationaler Staatsmänner, darunter der US-Präsident, die anlässlich der 400-Jahrfeier der Romanow-Dynastie den grausigen Brauch des Eisschwimmens über sich ergehen lassen muss (an einem Januartag des Jahres 2013, wohlgemerkt!) Die künstlichen Kaviar- und Wodkaverpflegungs-inselchen konnten allein Präsident Putins(!) kaltes Herz erwärmen. Wir gewahren tiefe Einblicke in die russische Seele, diese Melange aus bärenfreundlicher Wodkaseligkeit und dem tief verwurzelten Hang zur Konspiration, die für Sergej eine ständige Bedrohung darstellt.
Mal schwermütiges, mal brüllend bizarres Bild der neuen Ukraine, in der eine freie Marktwirtschaft tobt, die nur neue Oligarchen geschaffen hat. Heute halten Ölmilliardäre die Politik am Gängelband (aktuelle Beispiele von milliardenschweren Fussballclubbesitzern und steinreichen Strafgefangenen kommen in den Sinn). Unübersehbar auch, die Anspielungen auf den derzeitigen ukrainischen Präsidenten und seine politischen Verfolger. Auch Kurkows Held mit dem zweiten Herzen hat noch einen steinigen politischen Weg vor sich. Schließlich winkt auch unerwartetes privates Glück. --Ravi Unger
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Tagebuch des Präsidenten,
Rezension bezieht sich auf: Die letzte Liebe des Präsidenten (Gebundene Ausgabe)
In seinem neuen Roman beschreibt Andrej Kurkow das Leben des ukrainischen Präsidenten. Nicht seine Amtsführung stehen im Zentrum der liebevollen, detailgetreuen Erzählung. Vielmehr dreht sich die Geschichte um private, skurille und humorvolle Kuriosa und Anekdoten aus drei Lebensabschnitten des Politikers.Sergej Stepanowitsch ist Präsident der Ukraine und Protagonist des neuen Romans von Andrej Kurkow. In Häppchen von 2 bis 3 Seiten springt Kurkow zwischen drei Lebensabschnitten des mächtigsten Mannes des grössten Rivalen von Russland. In seiner Jugendzeit in den frühen Neunzigern machte er wertvolle Erfahrungen, die ihn später näher bringen. Seine Härte demonstriert er beim Eisschwimmen (was er später auch bei Präsident Putin unter Beweis stellen kann), das ihn bei den Mädchen beliebt macht. Er heiratet früh und lässt sich kurz darauf wieder scheiden. Sender im Herz Tagebuchstil Kurkow in der Schweiz Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Wunderbar, tragisch,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die letzte Liebe des Präsidenten (Broschiert)
Das ist die Ukraine wie sie heute ist und wohl noch in 50 Jahren sein wird. Keine gute Voraussetzung fuer die meisten Menschen dort. Das Buch ist witzig und die beste Studie ueber das Land, die ich bisher gelesen habe.
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Nicht so magisch wie gewohnt, aber sehr interessant,
Von K. Beck-Ewerhardy "kgbeast" (Moers) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 500 REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Die letzte Liebe des Präsidenten (Broschiert)
Andrej Kurkows Romane erzählen in zauberischer und manchmal geradezu kafkaesker Art und Weise vom Leben der Menschen in der Ukraine vor und nach dem Ende des Kalten Krieges.Das vorliegende Buch ist auch von seltsamen Zufällen durchsetzt, die geradezu magischen Charakter haben, aber eigentlich stehen die Erlebnisse und Erfahrungen des Ich-Erzählers im Vordergrund, die in der Vergangenheit , der schreiberischen Gegenwart und in der Zukunft spielen. Dieser Ich-Erzähler heißt Sergej Pawlowitsch, geboren in Kiew und Zwillingsbruder eines geistig Behinderten, der den größten Teil der Energie der allein erziehenden Mutter aufzehrt. Und Sergej selbst dümpelt eigentlich zunächst in seinem Leben so vor sich hin. Durch meist zufällige Kontakte in seinen frühen Jahren in einen Ministerialposten gerutscht, scheint Sergejs Karriere sich ganz selbstständig zu entwickeln, während sein Leben mit den Frauen immer komplizierter wird. Ständig heiratet er aus unterschiedlichen Gründen um sich dann bald wieder scheiden zu lassen, bis er mit Swetlana eine Frau gefunden zu haben scheint, die zu ihm passt. Sie hat eine Verwandte mit den gleichen Problemen wie sein Bruder und als die beiden heiraten, legen auch Sergej und Swetlana ihre Fundamente für eine gemeinsame Familie, die sich aber ganz anders entwickelt, als zunächst erwartet. Und Sergejs emotionaler Flexibilität allerlei abverlangt. In der Zukunft hat es Sergej zum Präsidenten der Ukraine gebracht und das bringt allerlei po-litische und persönliche Schwierigkeiten mit sich. Auf die Spitze wird dies getrieben, als er nach einem Herzinfarkt ein Spenderherz bekommt und die Ehefrau des Herzspenders sich vertraglich ein Nähe- und Besuchsrecht zubilligen lässt, während Putin außen- und innenpolitischen Druck erzeugt, die Opposition mit stählerner Faust agiert und die katholische und die orthodoxe Kirche versuchen den Ukrainern einen neuen Heiligen durch ein Kartoffelwunder unterzuschieben. Im stetigen Wechsel entwickeln sich diese Zeiten vor den staunenden Augen der Leserinnen und Lesern, was nicht unbedingt leicht zu lesen ist, aber nach eine kurzen Eingewöhnungszeit ziemlich viel Vergnügen bereitet. Besondere Tiere spielen in diesem Buch zur Abwechslung mal keine größere Rolle, aber trotzdem werden auch schon etabliertere Fans Wiedererkennungsmomente bei der Lektüre haben. Ein Buch, für das man sich Zeit nehmen sollte. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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