Der Autor vollbringt das Meisterstück eine hoch abstrakte Materie derart kurzweilig und unterhaltsam zu präsentieren, dass eine eine Lust ist, das Buch zu lesen. Da Es sich um eine Sammlung von Aufsätzen handlet, wird die Wahrheit in gut verdaulichen Häppchen serviert. Das würde alleine schon fünf Sterne rechtfertigen.
Beim Inhalt geht es dann wirklich zu Sache. Simon klopft verschieden Kommunikationssituationen darauf hin ab, warum sie so funktionieren, wie sie funktionieren und warum sie nicht so funktionieren, wie sie eigentlich funktionieren sollten. Das sind die Paradoxien in Psychotherapie, Management und Politik. Paradox sind sie nur, weil die tatsächlichen Abläufe häufig geleugnet werden um nicht akzeptieren zu müssen, das Menschen, einen freien Willen haben, mit dem sie allerlei Unvorhersehbares produzieren können. Hier legt Simon den Finger in die Wunde und zeigt, dass Manches nur deshalb halbwegs so funktioniert, wie man es erwartet, weil Menschen eben auch nett sind und häufig so tun als seien sie berechenbar. Wirklich unbequem (und unterhaltsam) wird es, weil Simon auch dazu aufruft, zu akzeptieren, dass Menschen nun mal eigene Ideen produzieren und leben.
Wer soziale System gerne so organisiert wie gut geölte Maschinen wird bei der Lektüre viele Schmerzen haben. Das Buch ist ein Muss für jeden, der durch Kommunikation nachhaltig Veränderungen bewirken möchte. Mit "nachhaltig" meine ich Veränderungen die nicht darauf basieren, dass das Objekt der Veränderungsbemühungen einfach nur nett ist und dem Subjekt der Veränderung den Anschein von Gefälligkeit zurück spiegelt. Also liebe Kindergärtner, Lehrer, Pastoren, Psychotherapeuten, Ärzte, Manager, Politiker, Familienväter und Ehefrauen es sind nur 170 Seiten.