Dieser historische Krimi spielt in der Leinenstadt Osnabrück, in der Zeit Mitte des 15. Jahrhunderts, als Osnabrück in der Hanse war. Alles beginnt - natürlich - mit einem Mord: Die Leiche des Osnabrücker Leinenprüfers fällt, in einen Stoffballen gewickelt, von einer Kutsche. Der Ratsherr Simon Leent wird beauftragt, den Mörder zu finden. Dabei hilft ihm der junge Student Ertwin Ertmann, der eine historische Figur ist, in Osnabrück lebte und dort später Bürgermeister wurde.
Sehr schön verbindet Carlo Feber die Auseinandersetzungen zwischen Stadt, Hanse und Kirche mit der Liebesgeschichte zwischen dem mordverdächtigen Leinenprüfer Knuf und der Kaufmannstocher Margit. Wirklich beeindruckend sind die vielen historischen Details aus dem mittelalterlichen Alltag, die liebevoll in die Handlung eingebaut werden - so erfährt man bei der Lektüre dieses Krimis, was so ein Leinenprüfer eigentlich zu tun hatte. Und wie es mit dem Geld funktioniert hat! In einer Szene leert der Ratsherrn Simon Leent den Geldsack eines Verdächtigen, und alle möglichen Münzen kullern auf den Boden: Osnabrücker Weißpfennige, gegengestempelte Silbergroschen und böhmische Goldgulden ... Für uns in Euro-Zeiten ein Albtraum, doch das Mittelalter kannte nun mal keine grenzüberschreitenden Währungen.
Carlo Feber hat ein historischen Krimi geschrieben, der Spaß macht und lohnenswert zu lesen ist: für Krimifreunde und für Menschen, die mehr über die Geschichte erfahren wollen.