Man nimmt gern an, dass das Lesen-Lernen mit Buchstaben-Lernen anfängt. Das stimmt aber nur bedingt. Bevor ein Kind Buchstaben richtig nutzen kann, muss es das Gefühl für Zusammensetzung der Wörter entwickeln. Wenn Erwachsene das Wort Schule hören, so hören sie einzelne Lauten und Silben heraus. Wenn ein Vorschulkind dasselbe Wort hört, so ist es ein undifferenziertes Geräusch, das mit dem Inhalt, dem Bild einer Schule verbunden ist. Es ist sinnvoll, das Gehör für einzelne Laute und Wortteile mit Kindern zu trainieren, noch ehe man sie mit der Aufgabe des Lesens konfrontiert. Passiert das nicht, so sind viele Erstklässler gezwungen, zwei Aufgaben gleichzeitig zu bewältigen: Buchstaben und deren Kombinationen zu lernen und gleichzeitig die Struktur der Wörter überhaupt zu begreifen. Viele schaffen diesen Sprung, einige sind mit der Doppelaufgabe aber auch überfordert und entwickeln LRS.
Beide Teile von "Hören, Lauschen, Lernen" bieten erklären, wie man dieser Entwicklung vorbeugen kann. Passende Lernspiele (für 5-10 Minuten pro Tag) werden vorgestellt. Die Wirksamkeit des Programms ist inzwischen in einigen Studien nachgewiesen. Es ist als Schulvorbereitung für Vorschüler unbedingt zu empfehlen.