Vielversprechend ist der Titel - es lassen sich insbesondere viele Beispiele aus der systemischen Arbeit in diesem Buch finden, welches sich vor allem an partnerschaftslose Leser und Leserinnen wendet. Diese müssen nicht unbedingt fachlich geschult sein, sondern vor allem offen gegenüber Übungen, die von gewohnten Vorgehens- und Denkweisen abweichen. Ebenso lässt sich eine Nähe zu systemisch-phänomenologischen praktischen und theoretischen Ansätzen finden.
„Ich lasse mich finden" verheißt Wege, „wie mein Wunschpartner zu mir kommt". Daan van Kampenhout greift hierbei diverse Übungen auf, die er mit unterschiedlichen Menschen durchgeführt hat. In sehr verständlicher, alltagsnaher Sprache leitet der Lehrer und Mentor des Schamanismus die Lesenden bei gut beschriebenen Übungen an.
Diese lehnen sich zum Teil sehr stark an familientherapeutischen bzw. hypnotherapeutischen Beispielen. Der partnerschaftslose Lesende soll mittels dieser Einheiten Abschied nehmen von bisherigen Partner- bzw. Partnerschaftsvorstellungen und neue Modelle entwickeln. Die Ablösung vom Elternhaus oder einer noch verklärten, beendeten Beziehung kann dabei ebenso eine Rolle spielen, wie auch die kritische Bewertung des Lebensalltags.
Im Gesamten sind die Übungen von „Abschiedsritualen" und „Veränderungsriten" geprägt, die entweder mental, körperlich oder auch künstlerisch-kreativ umgesetzt werden können.
Über 40 Zeichnungen unterstreichen das Anliegen des Autors, mit einer gewissen Leichtigkeit alte Beziehungsgeflechte aus anderen Blickwinkeln heraus zu betrachten. Freiheit von gewohnten Mustern und Freiheit für neue Umsetzungsideen sind die beiden Pole, zwischen denen van Kampenhout sich bewegt.
Dieses, durch eine hervorragende Kapitel- und Abschnittsunterteilung prima lesbare Buch wendet sich insbesondere an die Menschen, die noch nicht vollends Abschied genommen haben. Wer schon mehrere Jahre solo lebt, wird über das Buch hinaus Unterstützung bedürfen.
Überhaupt geht dieses Buch mit den wohl durchdachten Übungen eher leichtfertig um, wenn es nicht explizit auf eine professionell-therapeutische Unterstützung durch reale, gut ausgebildete Personen hinweist. Zudem fehlt es Hinweisen zu anderen, weiter helfenden Büchern und den Verweis auf zurückgegriffene Literatur.
Alles in allem ein Buch, das als Selbsthilfe-Instrument eher fragwürdig ist. Wer aber als Berater und Therapeut eine Vielzahl kreativer Übungen, Hausaufgaben und Praxisbeispiele haben möchte, entdeckt hier einen reichen Fundus, aus dem man aus professioneller Sicht gut schöpfen kann.