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Der lange Arm der Mullahs. Notizen aus meinem Exil
 
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Der lange Arm der Mullahs. Notizen aus meinem Exil [Taschenbuch]

Said
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 137 Seiten
  • Verlag: C.H.Beck; Auflage: 3., unveränd. A. (2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3406390706
  • ISBN-13: 978-3406390708
  • Größe und/oder Gewicht: 20,9 x 12,1 x 1,1 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 543.819 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Das Volk rief «Feuer!»

Iran-Brevier eines Exildichters

Said (geb. 1947 in Teheran) ist Dichter. Dichter iranischen Ursprungs und in Deutschland wohnhafter und des Deutschen sich bedienender Emigrant. Er ist somit fast notwendigerweise auch Stimme, nicht so sehr seines Volkes, das er in den letzten dreissig Jahren nur kurz aus der Nähe gesehen und gehört hat. Er ist vielmehr Stimme aus dem Exil, und er ist Beobachter von Vorgängen in Iran aus der Entfernung. All diese Eigenschaften oder gar Funktionen versucht er in dem vorliegenden Bändchen zu vereinigen. Das Ergebnis ist ein lediglich durch die Chronologie geordnetes, eher unebenes Potpourri, das durch die Daten Herbst 1978 und Februar 1994 begrenzt ist.

Dazwischen stehen Gedichte oder Gedichtsplitter, auch Prosatexte in unterbrochenen Zeilen; dann viele kleine Bemerkungen, teilweise in Anekdotenform oder als Aperçu, über Absurdes, Brutales, Widersinniges oder eben auch brutal Sinniges im sogenannten «revolutionären» Iran. Bewusst eingestreut und höchst interessant sind auch die Angaben über ins Persische übersetzte deutsche Literatur, da mitunter der Inhalt des übersetzten Werkes der offiziellen Ideologie diametral entgegenläuft und das Denken, das so auf Persisch greifbar gemacht wird, das politische System in Frage stellt. Immer wieder finden sich auch Bemerkungen oder kurze Informationen über Individuen, die unter dem Regime leiden oder von ihm eliminiert wurden, die dem Land entkommen sind und dennoch von ihm träumen. Und schliesslich ist da auch jener kleine Bericht von den Hinrichtungen durch Erschiessen in einem Stadion, wo die fanatisierten Massen laut den Countdown mitgrölen. Zunächst nach Khomeinis Rückkehr, das zieht sich wie ein Refrain durch das Buch, sind sie alle zurückgegangen: die Schahgegner im Ausland, die Opponenten gegen den Muhammad Pahlevi, die Demonstranten von 1967 in Berlin und 1968 anderswo. Sie sind zurückgegangen in der Annahme, jetzt müsse es besser werden, jetzt, unter jenem alten Mann, der friedlich unter dem Apfelbaum zu sitzen liebte. Doch sie alle hatten ihre iranische und auch andere Geschichte nicht recht gelernt, sonst hätten sie gewusst, dass Gegnerschaft zum alten Herrscher noch nicht notwendig einen guten neuen Herrscher abgibt. Das steht nicht in dem Büchlein. Sondern: dass es immer diese Hoffnung gibt unter Exilanten.

Hartmut Fähndrich

Autorenporträt

SAID wurde 1947 in Teheran geboren und hat mit 17 Jahren seine Heimat verlassen. Seit 1965 lebt er als freier Autor in München. Sein literarisches Werk wurde mit zahlreichen Preisen, darunter der Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis (1991) sowie die Aufnahme auf die Ehrenliste zum österreichischen Jugendbuchpreis (1999), ausgezeichnet. Für sein politisches Engagement und seinen persönlichen Einsatz für verfolgte und inhaftierte Schriftsteller wurde SAID 1997 die Hermann-Kesten-Medaille verliehen. Im gleichen Jahr war er Stipendiat der Villa Aurora in Los Angeles. Im Mai 2000 wurde er zum Präsidenten des deutschen Pen-Zentrums gewählt. U.a. sind erschienen: "Der lange Arm des Mullahs. Notizen aus meinem Exil" (1995), "Sei Nacht zu mir. Liebesgedichte" (1998) und "Dieses Tier, das es nicht gibt. Ein Bestiarium" (2000).

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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Endlich ist einer da, der die Gespräche der Exil-Iraner aufschreibt - für die Deutschen in Deutsch. Jeder, der mit Iranern bekannt, befreundet oder gar verheiratet ist, kennt die politischen Diskussionen, wenn zwei Iraner länger als fünf Minuten miteinander sprechen. Aber das gesprochene Wort, die Berichte über Unmenschlichkeit, Gefängnisse, Folter und Mord, nie klingt es ganz so brutal und wahr, wie wenn wir es lesen - schwarz auf weiß. Festgehalten von einem, der seit 1965 in Deutschland lebt: Said.

Tagebuchartig erscheint sein Buch zunächst, beinahe fragmenthaft. Und doch, je länger man darin liest, desto mehr wird das Ganze sichtbar - die Literatur. Sie ist da und viel stärker, als der bescheidene Untertitel "Notizen aus meinem Exil" vermuten läßt. Ein Glücksfall für Deutsche und Iraner, für die Politik und die Literatur!

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