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Ihr kriegt mich nicht klein!: Eine Discounter-Angestellte kämpft um ihre Rechte
 
 
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Ihr kriegt mich nicht klein!: Eine Discounter-Angestellte kämpft um ihre Rechte [Broschiert]

Ulrike Schramm-de Robertis
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 208 Seiten
  • Verlag: Kiepenheuer & Witsch; Auflage: 1., Auflage (22. Februar 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3462041851
  • ISBN-13: 978-3462041859
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 11,6 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 232.589 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Ulrike Schramm-de Robertis ist eine bewundernswerte Frau. Sie hat ihr Gerechtigkeitsgefühl und ihre Zuneigung zu den Menschen in ihrer Umgebung niemals über Bord geworfen, als die kleinen und großen Herren (und Damen) der Discounter-Welt sie drangsaliert, attackiert und hinausgeworfen haben. Sie hat andere mit ihrer Solidarität angesteckt. Und sie hat sich nicht über die erhoben, die sich gar nicht gewehrt oder ihren Widerstand aufgegeben haben. Ihr Erfahrungsbericht aus dem Alltag der Verkäuferinnen und Kassiererinnen in den Billigläden der Republik liest sich so spannend wie ein Abenteuerroman und ist gleichzeitig ein Lehrbuch und Praxisleitfaden für Betroffene in ähnlichen Situationen. Dass die Autorin über die Gemeinheiten skrupelloser Strategen in den gewinnsüchtigen Chefetagen ihre Siege davongetragen hat, macht das Buch noch sympathischer." Günter Wallraff

Kurzbeschreibung

Eine Frau, die Nein sagt. Ein Buch, das Mut macht. Ulrike Schramm-de Robertis arbeitet schon immer im Einzelhandel. Bei KiK, Plus und Lidl erlebte sie schlechte Arbeitsbedingungen, Leistungsdruck und autoritäre Vorgesetzte. Doch alles wollte sich die Mutter von fünf Kindern nicht gefallen lassen. Sie hat sich gewehrt - mit Erfolg. Heute ist sie eine von weniger als zehn Betriebsräten in den über 3000 Lidl-Filialen in Deutschland. In diesem Buch erzählt sie ihre Geschichte.
Hauptsache billig - dieses Motto von Lidl und anderen Discountern gilt nicht nur für die Produkte, sondern auch für den Umgang mit ihren Mitarbeitern. Unbezahlte Überstunden, ungeheurer Arbeitsdruck und Willkür von Vorgesetzten gehören zum Alltag. Setzen sich Beschäftigte dagegen zur Wehr - zum Beispiel durch die Gründung von Betriebsräten -, ist systematische Einschüchterung bis hin zu Psychoterror die Reaktion. Dies musste auch Ulrike Schramm-de Robertis erleben, als sie in einer süddeutschen Lidl-Filiale die Wahl einer Beschäftigtenvertretung initiierte. Doch sie blieb standhaft. Gemeinsam mit ihren Kolleginnen setzte Schramm-de Robertis sich schließlich durch.
Dieses Buch soll Mut machen. Es zeigt, dass eine einfache Angestellte gegen einen scheinbar allmächtigen Großkonzern bestehen kann. Dabei will sie nichts anderes als ihr Recht - das Recht auf faire Arbeitsbedingungen, freie Meinungsäußerung und die Wahl eines Betriebsrats. In ihrem Buch schildert sie ihre Erlebnisse als Beschäftigte eines Konzerns, der in der Öffentlichkeit wie kaum ein zweiter mit Skandalen und Ausbeutung assoziiert wird. Es ist ein Plädoyer, nicht alles widerstandslos hinzunehmen.

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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von HHarlekin TOP 1000 REZENSENT
Format:Broschiert
Unsere Gesellschaft verändert sich. In den letzten Jahren sogar in rasantem Tempo - und nicht unbedingt zum Guten. Lohn-Dumping ist en vogue, die Hartz-Gesetze entfalten ihre unheimliche und brutale Wirkung nicht nur gegenüber den Arbeitslosen, sondern au massiv gegenüber denen, die (noch) Arbeit haben. Die Arbeitseinkommen nicht nur im unteren Bereich sinken seit Jahren, und zwar nicht nur "real", sondern mittlerweile auch nominal. Lebensmittel-Discounter wie ALDI, Penny, LIDL u. a. machen blühende Geschäfte. Die einen treibt die "Geiz-ist-geil"-Mentalität in diese Läden, viele und immer mehr andere müssen jeden Cent mehrfach umdrehen, es bleibt ihnen keine andere Wahl, als so billig wie möglich einzukaufen, was man ihnen nicht mal verdenken kann. Wie sehen diese Läden von innen aus? Wir kennen die Medienberichte etwa über Lohn-Dumping-Skandale und über flächendeckende Schikane, regelmäßiges rechtswidriges Ausspionieren von Mitarbeitern, die sich nie etwas haben zuschulden kommen lassen, als ob unsere Verfassung oder das Arbeitsrecht nicht existieren würden, Skandale, die sich häufen, Namen wie Schlecker (Lohn-Dumping durch Leiharbeit und Filial-Umbenennung), Kik (Verurteilt wg. sittenwidrigen Löhnen), Lidl (Spitzel-Skandale) u. a. sind uns in besonders böser Erinnerung. Die Arbeitsbedingungen sind brutal geworden: Z. B. Mini-Löhner sitzen zuhause am Telefon "auf Abruf" - Geld gibts nur, wenn gearbeitet wird, für die Wartezeit am Telefon gibts keinen Cent, was auch einen zweiten Minijob währenddessen unmöglich macht, da man ja auf den Anruf warten muß.

Das Buch "Ihr kriegt mich nicht klein!: Eine Discounter-Angestellte kämpft um ihre Rechte" ist ein engagierter und oft erschreckender Insider-Bericht über den Arbeitsalltag in einigen der größten deutschen Discount-Ketten aus der Sicht von Ulrike Schramm-de Robertis, ein fundierter Erlebnisbericht einer langjährigen Filial-Leiterin und Betriebsrätin bei LIDL, einem Konzern, der bekanntermaßen gewerkschaftliche Aktivitäten und Versuche von Betriebsrats-Gründungen mit besonders perfiden Methoden bekämpft (Leseempfehlung in diesem Zusammenhang: "Das Schwarzbuch LIDL").

Die Autorin erzählt von ihrem Werdegang von einem örtlichen Kaufhaus über den Textil-Discounter KiK bis zu LIDL, sie berichtet, was sie erlebt hat, wie ihre Kolleginnen und Kollegen mit übelsten Methoden fertiggemacht wurden und werden, vom absichtlich immer höher geschraubten Druck, vom Raubbau an der eigenen Gesundheit, durchgearbeiteten Nächten, um die immer höheren Arbeitsvorgaben auch noch zu schaffen, Psychoterror ist an der Tagesordnung, ausgepresst werden die Leute, Mobbing von "oben" ist Alltag, die Angst regiert, mit Lügen und Intrigen werden Kolleginnen und Kollegen aufeinander gehetzt, das miese teile-und-herrsche-Spiel, Überstunden ohne Bezahlung sind Dauerzustand - so funktioniert nicht nur das von der Autorin sog. "System Lidl".

Aber sie erzählt auch von ihren Erfolgen im alltäglichen Kleinkrieg, wie sie sich Stück für Stück den Respekt der Kolleginnen und Kollegen erarbeitet, sich und anderen Mut macht, die eigene Angst überwindet und Beispiel gibt, bis sie neben der Unterstützung durch die Gewerkschaft VER.DI auch genügend innerbetriebliche Unterstützung zur Betriebsratsgründung hat. Das alte, abgegriffene Zitat von Bertolt Brecht passt hier absolut: "Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren."
Natürlich gehen wir weiter in den Discounter zum Einkaufen, viele, weil sie nicht anders können, andere weil "Geiz geil" ist, und wieder andere, weil ALDI, LIDL und Co. partiell in das Feinschmecker- und sogar das Bio-Segment erfolgreich eingedrungen sind. Dann allerdings haben wir mindestens die moralische Pflicht, uns zu informieren, WO und BEI WEM wir einkaufen: im BILLIG-Paradies, wo sogar MENSCHEN wie DRECK behandelt werden.

Ich wünsche Frau Schramm- de Robertis auch weiterhin exzellentes Stehvermögen und die nötige Power für ihre Arbeit. Menschen wie sie sind so immens wichtig in dieser "schönen, neuen" neoliberalen Arbeitswelt. Lesenswert! 5 Sterne!
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9 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
Stellvertretend für viele andere Verkäuferinnen und Verkäufer schildert Ulrike Schramm- de- Robertis ihre Abenteuer mit einem die Mitarbeiter ausbeutenden Verkaufssystem bei Lidl, das sie analysiert und anprangert.
Schon als junge Frau wurde sie mit Begeisterung Verkäuferin, weil sie gerne mit Menschen zu tun hatte. Zuerst im Haushaltswarengeschäft später dann in der Bekleidungsbranche tat sie sich um und war immer zufrieden. Ihre Arbeitgeber entstammten zumeist traditionellen Familienunternehmen. Nach der Geburt ihrer vier Kinder und einer gescheiterten Ehe gelangte sie in die ersten größeren Filialgeschäfte einer Bekleidungskette. Hier wehte ein rauer Wind, denn es wurde scharf kalkuliert und den Mitarbeitern harte Arbeit unter extremen Zeitdruck abverlangt. Teilweise schliefen die Mitarbeiterinnen in der Firma, um möglichst schnell am Morgen wieder bei der Arbeit zu sein. Ulrike arbeitete sich schließlich zur Filialleiterin einer Lebensmittelkette hoch. Jetzt lernte sie das Leben von einer wirklich unfreundlichen und wenig menschlich geprägten Arbeitgeberseite kennen. Es ging nur noch um Gewinnmaximierung ohne Rücksicht auf die gesundheitlichen oder familiären Belange der Mitarbeiter. Falsche Versprechungen, unsolide Arbeitsverträge und allgemeines Mobbing wurden für sie zu einer Erfahrung, die sie an den Rand ihrer psychischen und physischen Leistungsfähigkeit brachten. Sie begriff, dass ihre Arbeitsbedingungen eine zumutbare Grenze überschritten hatten und begann, sich gewerkschaftlich zu organisieren. Der Kampf Arbeitgeber kontra Arbeitnehmer bekam eine Dimension, die ihr übermenschliche Kräfte und soziales Engagement abverlangte.

In der Manier eines Günter Wallraf, besser jedoch noch als dieser, da sie selbst unmittelbar in ihrer Existenz betroffen war, fand sie den Mut zur Auflehnung und zur Gründung eines Betriebsrates in ihrer Lidl- Filiale.

Das Buch von Ulrike Schramm - de- Robertis ist eine heftige Anklage gegen Discountläden und deren reiche Besitzer, die mit den Billigpreisen zugleich eine unzumutbare Ausbeutung ihrer Mitarbeiter betreiben. Mutig und couragiert setzte sich Frau Schramm-de-Robertis zur Wehr gegen ein System, in dem sich einige wenige auf Kosten anderer gut eingerichtet haben. Sie hat sich durchgesetzt und gibt ein Beispiel dafür, dass es sich lohnt, für legitime Rechte zu kämpfen. Es kostet Überzeugungsarbeit und bedarf des Selbstbewusstseins, sich durch den Berg infamer Schikanen hindurchzuarbeiten, um am Ende um der gerechten Sache willen zu siegen. Sie wird die erste Betriebsrätin in einer Lidl Filiale.
Die beschriebenen Zustände in den Discountmärkten lösen Wut und Empörung aus, und man bangt als Leser mit Ulrike Schramm-de-Robertis um den Erfolg ihrer Anstrengungen.
Sie hat ein überzeugendes und ausgezeichnetes Dokument über das Unrechtverhalten von Arbeitgebern geschrieben, die aus Geldgier keine Toleranz walten lassen und zu keinen Zugeständnissen im Sinne des Arbeitnehmerrechts bereit sind, die laut Betriebsverfassungsgesetzt zur Regelung von Arbeitsverhältnissen bestehen. Ihr Text wird mit Gesetzestexten und Auszügen aus Zeitungsberichten sachlich untermauert.
Freiheit und Demokratie sind hohe Güter, die leider zu oft unterlaufen und mit Füßen getreten werden! Ein Lob der mutigen Kämpferin für mehr Rechte und korrektes Arbeitgeberverhalten.
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Format:Broschiert
Ihr bekommt einen guten Einblick, was so in der Discounter-Welt abläuft. Die unmenschlichen Arbeitsbedingen betreffen nicht nur uns Ärzte und Krankenschwestern. Die Discounter-Angestellten haben es auch nicht besser. Es hilft mir, weniger über meine eigenen Arbeitsbedingungen zu klagen. Das Buch lässt sich locker schnell lesen, sehr flüssig, menschlich und aussagekräftig geschrieben. Das Buch ist jedem zu empfehlen, der schon einmal bei einem Discounter eingekauft hat (und vielleicht genervt war, dass keine Verkäuferin existiert, die uns bei der Warensuche hilft). Ein Buch für jeden Sachbuch- und Roman-Leser.

Das braucht die Welt, mutige Kämpfer. Das Buch inspiriert, mehr Mut zu leben.
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