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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
47 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Erstaunliche Erkenntnisse,
Rezension bezieht sich auf: Der kompetente Säugling: Die präverbale Entwicklung des Menschen. (Geist und Psyche) (Taschenbuch)
Wussten Sie, dass ihr Baby von Geburt an lieber Muster und Hell-Dunkel-Kontraste als unifarbene Flächen ansieht? Wussten Sie , dass Ecken und Kanten eines Gegenstandes mehr Interesse als "langweilige" Rundungen hervorrufen? Wussten Sie, dass ab dem vierten Monat "richtige Gesichter" von falschen, bei denen Mund, Auge und Nase falsch angeordnet wurden, unterscheiden werden können. Und bereits mit fünf Monaten kann ihr Baby ihrem Gesicht entnehmen, ob sie sich freuen, traurig oder überrascht sind.Hohe Töne und die Stimme der Mutter mag das Neugeborene am liebsten und es bemerkt den Unterschied zwischen einer künstlich erzeugten und einer menschlichen Stimme. Sie können ihrem Baby kein X für ein U vormachen! Babys sind keine kleinen "Dummerchen", deren einziges Interesse Mamas Brust oder dem Fläschchen gilt. Schlafen, essen, schlafen - und noch viel mehr kann ihr Baby!!! Mit diesen und anderen überraschenden Forschungsergebnissen hinterfragt Martin Dornes kritisch die bereits existierenden Theorien zur psychischen Entwicklung des Säuglings. Dieses Buch eröffnet neue psychoanalytische Erkenntnisse. Dennoch ist es nicht nur eine wissenschaftliche Abhandlung. Als Studentin habe ich dieses Buch mit anderen Augen gelesen als nun, da ich Mutter bin. Ich habe meine kleine Tochter auf dem Hintergrund der im Buch dargestellten Forschungsergebnisse sehr intensiv beobachtet und bestaunt. Welche Mutter freut sich nicht über einen "kompetenten Säugling"! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Säuglingsforschung, Bindungstheorie und Psychoanalyse,
Von
Rezension bezieht sich auf: Der kompetente Säugling: Die präverbale Entwicklung des Menschen. (Geist und Psyche) (Taschenbuch)
Martin Dornes zeichnet in diesem Buch ein ungemein vielfältiges, vielfach ungewohntes und faszinierendes Bild des "kompetenten Säuglings". Obwohl er offensichtlich bevorzugte Referenzautoren hat (Daniel Stern, John Bowlby, Berry Brazelton, Caroll Izard) diskutiert und referiert er eine Unzahl von Untersuchungen, Theorien und Studien. Alleine das Literaturverzeichnis umfasst 45 Seiten (!) und enthält neben den großen Klassikern zu diesem Thema auch Artikel aus bekannteren und unbekannteren deutschen, englischen und amerikanischen Zeitschriften. Trotzdem erschlägt diese Materialfülle nicht die Lebendigkeit der Darstellung. Allein wegen dieser kompakten und kompetenten Darstellung der neueren Forschung zur Entwicklungspsychologie des Kleinkindes wäre das Buch schon lesenswert.Doch Dornes' eigentliches Thema ist die Kritik bestimmter Denkschulen innerhalb der Psychoanalyse. Und in dieser Auseinandersetzung mit der psychoanalytischen Metapsychologie erweist er sich als ebenso sattelfest und kompetent wie in der Aufarbeitung der entwicklungspsychologischen Literatur. Das scheint nur auf den ersten Blick eine theorielastige Diskussion zu sein. Dornes zeigt immer wieder, dass Metapsychologie, Nosologie, Ätiologie und Behandlungstechnik aufeinander zirkelartig verweisen. Die Metapsychologie ist eben nicht nur die "Philosophie" der Psychoanalyse, sondern wirkt über Paradigmenbildung auf die Praxis zurück. Dasselbe gilt im Prinzip für seine Ausführungen zum Denken des Kleinkindes, insbesondere für seine Diskussion der zentralen (psychoanalytischen) Begriffe "Primärprozess" und "Sekundärprozess". Er hält an dieser Unterscheidung fest, auch wenn er die klassische triebdynamische Begründung Freunds verwirft. Nicht einverstanden bin ich allerdings damit, dass er das primärprozesshafte Denken tendenziell in die Nähe eines irgendwie defizitären Denkens bringt. So wenn er darauf hinweist, dass Verdichtung und Verschiebung - die beiden zentralen Mechanismen des Primärprozesses - Folgen eines noch unzureichend ausgebildeten relationen- und klassenlogischen Denkens sind. Oder dass sie ihr neurobiologisches Äquivalent in der Desorganisation der Funktionen der Hirnrinde während des REM Schlafes finden. Demgegenüber haben Autoren wie Claude Levi-Strauss oder Jacques Lacan gezeigt, dass es sich hier um ein "anderes" Denken handelt, um ein "wildes" (Levi-Strauss) oder ein "unbewusstes" (Lacan), das nicht einfach "chaotisch" oder "desorganisiert" ist, sondern anderen Strukturgesetzen gehorcht. Gerade wenn es um die "Entzifferung" des Unbewussten z.B. im paranoiden Wahn geht, macht es einen großen Unterschied, welchem Paradigma man hier folgt. Dornes hat sich nicht nur theoretisch-metapsychologischen, sondern auch praktisch gesellschaftlichen Fragestellungen genähert. An der Bindungstheorie beispielsweise zeigt sich sehr nachdrücklich, dass psychologische Theorien immer auch in ethisch-moralische oder gesellschaftspolitische Diskurse eingebettet sind und umgekehrt von diesen Diskursen instrumentalisiert werden. Um eine bestimmte Vorstellung vom "richtigen Leben" argumentativ zu stützen, werden Forschungsergebnisse selektiv rezipiert oder interpretiert. Eine solche selektive Interpretation der Bindungstheorie könnte zum Beispiel zum Schluss führen, dass eine Berufstätigkeit der Mütter einem sicheren Bindungsverhalten der Kinder abträglich ist. Dornes geht auf solche Interpretationen ein und weist vorschelle Schlüsse zurück. So referiert er die widersprüchlichen Forschungsergebnisse zur Auswirkung einer Berufstätigkeit der Mütter im ersten Jahr und weist darauf hin, dass die Berufstätigkeit alleine nicht der die Bindungsqualität determinierende Faktor sein kann. (219ff) Die Bindungstheorie wird sicher eines der spannendsten und kontroversiellsten Themen der Entwicklungspsychologie und der Psychotherapie bleiben. Im Gegensatz zu den von Dornes zitierten Studien kann man z.B im Buch von Ursula Nuber über Studien lesen, die genau das Gegenteil beweisen sollen. nämlich dass aus der unsicheren Bindung keine Langzeitfolgen abgeleitet werden können. 200 Kinder wurden in dieser Studie über einen Zeitraum von 12 Jahren beobachtet und "unsicher gebundene" zeigten keinerlei Unterschiede zu "sicher gebundenen" hinsichtlich Persönlichkeitsstörungen, psychischer Auffälligkeiten oder schulischer Leistungen. Nuber geht sogar noch einen Schritt weiter und stellt grundsätzlich in Frage, dass "sicher gebunden" automatisch "besser" sei. So merkt sie an, dass "sicher gebundene" Kinder vielleicht nicht genug Selbstverantwortung entwickeln, um den Anforderungen der Gesellschaft gewachsen zu sein. (vgl. Ursula Nuber, "Der Mythos vom frühen Trauma", Frankfurt 2000, 60f) Was auch immer diese Diskussion noch bringen wird: Es war für mich sehr wohltuend, dass Dornes im Gegensatz zu manch anderem Autor dieses Thema sehr undogmatisch und offen behandelt hat. Insgesamt halte ich den "kompetenten Säugling" für ein hervorragendes Buch, das - immer auf der Höhe der Zeit - viele Kontroversen der Vergangenheit zusammenfasst, referiert und präsentiert und auf dieser soliden Grundlage so manche neue Diskussion eröffnet. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
30 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Alles, was man zur neuen Sicht des Säuglings wissen sollte,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der kompetente Säugling: Die präverbale Entwicklung des Menschen. (Geist und Psyche) (Taschenbuch)
In diesem Werk von Dornes wird die Sicht des Säuglings von der Historie her aufgerollt und anhand von neueren Untersuchungsmethoden verglichen. Dornes beschäftigt sich mit Untersuchungsergebnissen der Direktbeobachtung und der Psychonalyse und wägt diese gegeneinander ab. In diesen Vorgang impliziert er den Leser, durch aktive Fragestellungen, die zum Nachdenekn anregen - so daß der Inhalt nicht nur passiv vermittelt wird. Das Buch ist sehr anschaulich geschrieben und läßt keine Fragen über den 'kompetenten Säugling' offen. Die einzelnen Ausführungen hat Dornes zwar kurz gehalten, aber dennoch sehr informationsreich gestaltet. Das Buch ist zum Schmöckern nicht geeignet, da es zu viele Informationen enthält, und Dornes auch auf den vorherigen Inhalt zurückgreift. Durch diese Anordnung wird der Inhalt immer wieder kurz angesprochen und beim Leser wieder ins Gedächtnis gerufen. Zusammenfassend kann man sagen, daß das Buch sehr informativ, aber auch sehr interessant geschrieben ist. Aus diesem Grund habe ich das Buch mit fünf Sternen bewertet. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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